Ende 2014: „Aus“ für die Hültekanne

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Zum 31. Dezember endet der Betrieb in der Hültekanne. Ob und wann letztendlich ein Nachfolger die Traditionsgaststätte wieder für die Gäste öffnet, ist derzeit noch nicht klar.

Valbert - Ende 2014 kommt das „Aus“ für die Hültekanne. Ein Blick zurück: Am 3. November 2012 hatten Andrea und Bernd Hauchwitz die Hültekanne erneut übernommen. Zuvor hatten beide, die schon in der Zeit von 1995 bis 2002 Wirtsleute in der mehr als 500 Jahre alten Gaststätte im Ebbedorf waren, die Gaststätte gründlich renoviert und Teile der Kücheneinrichtung erneuert.

Von Jochen Helmecke

Danach stand vor allem das Motto „lieber eine kleine Karte mit saisonalen Produkten, bei denen Frische und Qualität an erster Stelle stehen und möglichst viel Selbstgemachtes, als das große Angebot aus der Tiefkühltruhe“ auf ihrem Plan.

Und diese Tatsache, aber auch, dass man stets für die individuelle Speisewünsche der Gäste ein offenes Ohr hatte, sorgte anfangs für einen guten Betrieb. Gerade die Stammgäste aus dem Dorf und der Umgebung, aber auch die Vereins- und Familienfeiern, brachten auskömmliche Umsätze für die Wirtsleute und ihre Mitarbeiter.

Erste dunkle Wolken am „gastronomischen Himmel“ über der Hültekanne zogen im Mai 2013 auf. Der erweiterte Nichtraucherschutz sorgte ab diesem Zeitpunkt dafür, dass auch im Thekenraum nicht mehr Pils und Zigarette „eine Einheit“ bilden konnten. Schon damals mussten die Wirtsleute nach kurzer Zeit einen 50-prozentigen Umsatzrückgang festzustellen (MZ berichtete).

Für weitere Schwierigkeiten sorgte dann eine Situation im familiären Umfeld. Ehemann Bernd Hauchwitz, er war überwiegend als Koch in der Hültekanne im Einsatz, stieg aus dem Betrieb aus. Schon zu diesem Zeitpunkt sahen einige Hellseher in Valbert das Ende der Ära Hauchwitz nahen.

Andrea Hauchwitz indes bemühte sich mit ihrem Team, das Angebot für ihre Gäste aufrechtzuerhalten.

Um die Schwierigkeiten wissend, holte sie sich im Frühjahr noch prominente Unterstützung aus dem Fernsehen. Die Profis der Koch-Show „Küchenchefs“ zogen für drei Tage in die Hültekanne ein, um neuen Schwung ins Geschäft zu bringen. Welche Möglichkeiten dafür in Frage gekommen wären, war dann vor einigen Wochen auf Vox zu sehen. Und als Beweis für ihre Unterstützung, pappt seitdem ein Aufkleber an der Eingangstür der „Kanne“.

Wirklich genutzt hat diese „mediale Einflussnahme“ allerdings nicht. So zieht Andrea Hauchwitz am Ende des Monats den Schlussstrich unter ihr Engagement. Im Gespräch mit der MZ erläutert sie ihre Entscheidung kurz und knapp. „Es hat uns in den letzten Jahren meistens viel Spaß gemacht und wir haben uns gerne um unsere Gäste bemüht. Aber am Ende muss auch für mich und die Mitarbeiter genug zum Leben übrigbleiben“.

Bei ihren treuen Gästen, die übrigens bis zur Schließung zu den normalen Öffnungszeiten noch mal reinschauen können, bedanke sie sich ausdrücklich.

Hinsichtlich einer möglichen Nachfolge gibt es zwar schon konkrete Überlegungen, eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht getroffen.

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