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Einst EGM-Abiturient, jetzt Leiter einer Bundesanstalt

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Von: Thomas Krumm

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Rafael Laguna de la Vera hat am EGM sein Abitur gemacht – am Donnerstag kehrt er zurück an seine alte Wirkungsstätte und berichtet als Leiter der Bundesagentur für Sprunginnovationen in Leipzig.
Rafael Laguna de la Vera hat am EGM sein Abitur gemacht – am Donnerstag kehrt er zurück an seine alte Wirkungsstätte und berichtet als Leiter der Bundesagentur für Sprunginnovationen in Leipzig. © Sprind GmbH

„Sprunginnovation“ lautet der Titel eines Buches von Rafael Laguna de la Vera und Thomas Ramge.

Meinerzhagen – Hinter dem Titel verbirgt sich Gewaltiges: Die Autoren öffnen die Perspektive auf nicht weniger als die Lösung großer Menschheitsprobleme: „Wie wir mit Wissenschaft und Technik die Welt wieder in Balance bekommen“, lautet der Untertitel. Es trifft sich gut, dass Autor Rafael Laguna de la Vera sein Abitur am Evangelischen Gymnasium in Meinerzhagen gemacht hat. Hierhin kehrt der 57-Jährige am Donnerstag, 25. November, zurück, um über mögliche Entwicklungssprünge zu sprechen, die der Menschheit bei der Lösung dringender Gegenwartsprobleme helfen können. Der Ansatz hat auch das Interesse der Bundesregierung geweckt: Rafael Laguna de la Vera ist Leiter der Bundesagentur für Sprunginnovationen in Leipzig.

Simulation von Innovation

Wie beschreiben die Autoren die Ausgangslage? Wirtschaftlich und ökologisch gebe es „Pfadabhängigkeiten“ im Zuge der Industrialisierung, „in denen wir festzuhängen scheinen wie die Nadel eines Plattenspielers in der Rille einer Schallplatte mit tiefem Kratzer“. Und entgegen den üblichen Vermutungen „leben wir in weniger innovativen Zeiten, als wir oft glauben“. Die angeblich so innovativen Plattformen im Silicon Valley „lösen Probleme, die wir nie hatten“. Einkaufen, Taxis bestellen, in den Urlaub fahren – all das sei auch schon vor Amazon, Uber und Airbnb möglich gewesen. „Was wir zurzeit allenthalben sehen, ist die Simulation von Innovation. Innovationstheater. Rasenden Technologiestillstand.“ Das klingt nach einer steilen These. Doch die Autoren zählen wirkliche Sprunginnovationen aus der Geschichte der Menschheit auf: das Einkorn als die erste Kulturpflanze vor 10 000 Jahren, das Segelboot vor 6000 Jahren, der Nagel, der Zement, das Papier, der Buchdruck, optische Linsen, Dampfmaschine, elektrischer Strom, Fotoapparat, Flugzeug. Die Liste lässt sich noch bis in die Gegenwart weiterführen, in der es ebenfalls solche Sprunginnovationen gab: Mikrochip, PC, das Internet und das Smartphone. Und derzeit erleichtert die Erfindung der mRNA-Impfstoffe die Bekämpfung eines Virus, das es unter den Namen Covid-19 und Corona zu trauriger Berühmtheit brachte. Hier wünschen sich die Autoren intensivere Anstrengungen zur Entwicklung von Medikamenten, die gegen Viren wirksam sind - ähnlich wie die Antibiotika, die der Menschheit viele bakterielle Infektionen vom Halse geschafft haben.

Optimistisches Bild

Es ist ein optimistisches Bild, das die Autoren von einer wünschenswerten und machbaren Zukunft zeichnen: „Dies ist ein Buch von zwei Technikoptimisten. Wir sind davon überzeugt, dass Wissenschaft und Technik in den kommenden Jahrzehnten viele Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit finden werden.“ In ihrer Schilderung setzen die Autoren sprachlich weniger auf Möglichkeiten als vielmehr Gewissheiten, die sie im Futur formulieren: „Durch Wissenschaft und Technik werden wir Biodiversität erhalten und Tierschutz stärken. Denn ultraintensive Landwirtschaft kann Flächenverbrauch für Nahrungsmittelproduktion reduzieren. Fleisch kommt hoffentlich alsbald nicht mehr aus dem Mastbetrieb, sondern naturidentisch aus einer riesigen Petrischale. Wir werden elektrisch fliegen, in autonomen Drohnen, die keine Straßen brauchen. Für die Langstrecke gibt es CO2-neutrale Kraftstoffe, und vielleicht nehmen wir beim Flug nach Australien alsbald eine (zeitliche) Abkürzung durch’s All.“ Motor all dieser Veränderungen sollen revolutionäre Veränderungen bei der fast unbegrenzten Verfügbarkeit von „grüner Energie aus Wind und Sonne, Wasserkraft und Kernfusion“ sein.

Am Donnerstag, 25. November, werden sich die Besucher des Evangelischen Gymnasiums selbst ein Bild von den Ideen des Rafael Laguna de la Vera machen können. Der Vorverkauf läuft.

Tickets

Karten für die Veranstaltung in der Aula des Evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen am 25. November gibt es im Vorverkauf zum Preis von 8 Euro unter www.kuk-verein.de sowie in den Vorverkaufsstellen (Buchhandlung Schmitz, Meinerzhagen; Atelier Albrecht, Meinerzhagen; Buchhandlung Timpe, Kierspe). An der Abendkasse kosten die Tickets 10 Euro. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, Einlass ist ab 18 Uhr.

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