Meinerzhagener setzt Tradition fort

Wieder eine Gaststätte an der Lister

Gaststätte Vollmerhaus Kattwinkel Hunswinkel
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André Kattwinkel möchte die ehemalige Gaststätte Vollmerhaus in Hunswinkel wieder eröffnen - dann aber unter neuem Namen.

Hunswinkel – Ein Gasthaus mit mehr als einem Jahrhundert Tradition. Der Gasthof Vollmerhaus, seit 1893 im Familienbesitz, war in Hunswinkel Mittelpunkt des Dorfes. Die Listertaler trafen sich „auf ein Bier“ an der Theke, im großen Saal wurde früher geturnt, hier gab es in den Fünfzigern Kinovorführungen und sogar auch Schützenfest wurde im Lokal gefeiert. Im Dorf zählt der Gasthof Vollmerhaus zur Geschichte, die vor Jahren mit der Aufgabe des Betriebs und schließlich mit dem Verkauf des Gebäudes endete. Jetzt möchten André und Rebecca Kattwinkel an alte Zeiten anknüpfen und gleichzeitig frischen Wind mitbringen.

Die Meinerzhagener, die einen Eventservice, einen Imbissservice sowie ein Essen auf Rädern-Angebot betreiben, haben die alteingesessene Gastwirtschaft gepachtet. Die „Gaststätte Zur Listertalsperre“ soll im Dezember eröffnet werden.

Neuer Name für ein altes Haus

Ein neuer Name für ein altes Haus, dessen Ursprünglichkeit erhalten bleiben soll. „Das uns ganz wichtig. Wir möchten Alt und Modern mischen“, betont André Kattwinkel, der gerade mitten in der Sanierung von Küche und Thekenraum steckt. Neue Küche, neue Fenster, neue Schankanlage, dafür aber die alte Theke und auch die alten Holzwände. „Man wird schon alles wiedererkennen“, verspricht der neue Pächter, der bei der Renovierung dafür auf energetische Aspekte und moderne Technik setzt. Das gilt auch für den großen Saal, der – ohne Corona – bis zu 120 Gästen Platz bietet. „Unter den derzeitigen Corona-Bedingungen können hier 40 Besucher sitzen, mit Stehtischen vielleicht 60 bis 80“, sagt der 26-Jährige. Der Saal, der eine neue Lüftungsanlage erhalten hat, stehe Gästen bereits ab Anfang Oktober zur Verfügung und könne entweder dienstleistungsfrei gemietet oder samt Catering-Paket gebucht werden. André und Rebecca Kattwinkel setzten auf Flexibilität. „Wenn jemand für seine Feier lieber Stühle mit festlichen Hussen statt rustikaler Holzvariante möchte, machen wir das auch möglich.“

Auf die Organisation und Ausrichtung von kleineren und größeren Feiern und Events hat sich André Kattwinkel spezialisiert. Beim Musiktreff auf dem Otto-Fuchs-Platz war er beteiligt, ebenso bei Stadtfesten in der Umgebung. In diesem Jahr wäre es für das Andreas Gabalier-Fantreffen sogar bis nach München gegangen – wenn Corona nicht gekommen wäre. Das Virus traf auch seinen Betrieb. „Wir hatten über das ganze Jahre mehrere Veranstaltungen an den Wochenenden. Die fielen weg.“

Service: Essen auf Rädern

Die Rettung sei das zweite Firmenstandbein gewesen. „Kattwinkels Essen auf Rädern“ sei in den vergangenen Monaten sogar kontinuierlich gewachsen, freut sich André Kattwinkel. „Das hat uns selbst überrascht.“ Bis zu 130 Essen würden wöchentlich an Privathaushalte und Firmen ausgeliefert, berichtet der gelernte Straßenbauer, dessen Passion aber die Gastronomie ist.

Erfahrungen habe er in der Stadthalle sammeln können, als es hier noch einen Gaststättenbetrieb gab. „Für die Familie Sommer habe ich als Aushilfe gearbeitet. Das war sehr lehrreich. Ich konnte viel mit auf den Weg nehmen“, blickt er zurück.

Eine kleine Speisekarte werde es natürlich auch in der Gaststätte Zur Listertalsperre geben, verspricht der 26-Jährige, der noch mit Ehefrau Rebecca und Söhnchen Leo in Mühlhofe wohnt, wo sich derzeit auch noch der Geschäftsbetrieb befindet. „Erst vor eineinhalb Jahren haben wir dort alles umgebaut, jetzt machen wir hier in Hunswinkel praktisch das Gleiche noch einmal.“ Mit dem Betrieb wird auch die Familie ins Listertal umziehen.

Altes wiedererkennen

Dass in der alten Gaststätte an der Listerstraße bald wieder neues Leben herrschen wird, sei auf positive Reaktionen gestoßen. „Als wir angefangen haben mit dem Renovieren musste ich ganz schön viele Telefonate beantworten“, schmunzelt André Kattwinkel, der sich aber über das Interesse freut: „Einige wollten wissen, ob wir eine Kegelbahn haben, andere fragten einfach, was wir hier machen.“ Kein Wunder: die alteingesessenen Listertaler sind mit dem Gasthof Vollmerhaus aufgewachsen. Viele Erzählungen aus alten Zeiten habe er schon gehört, sagt André Kattwinkel: „Das ist doch Kult, daher sollte man hier im Lokal auch einiges von früher wiedererkennen.“

Ob er, auch das ist eine Erinnerung vieler Hunswinkeler, ebenso häufig wie der frühere und inzwischen verstorbene Gastwirt Theo Vollmerhaus und davor schon sein Vater auf ein Kissen gelehnt am offenen Fenster anzutreffen sein werde, immer mit Blick auf die Listerstraße – „mal schauen“, schmunzelt André Kattwinkel. Fest steht dafür, dass seine Gäste beim Besuch eine kleine Speisekarte erwarten können. Schnitzel und Currywurst werde es auf jeden Fall geben. Ausflügler, ob zu Fuß, mit Rad oder mit Motorrad, werden im Sommer auch auf der großen Terrasse einkehren können. „Die ersten waren schon da. Die mussten wir leider noch etwas vertrösten.“

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