Großbrand Mourmaux [Update 15.20 Uhr]

Explosion und Großbrand: "Wie ein Albtraum"

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Hunswinkel - Eine völlig zerstörte Lagerhalle und ein Schaden in Millionenhöhe sind das Resultat eines Großbrandes, der sich gestern in den frühen Morgenstunden in Hunswinkel ereignet hat. Die Räume des Tiefbauunternehmens Mourmaux standen bereits in hellen Flammen, als die Feuerwehr um kurz nach 5 Uhr die Listerstraße erreichte.

Von Simone Benninghaus und Frank Zacharias 

Zuvor war Stadtalarm ausgelöst worden. Eine Nachbarin hatte einen Feuerschein in der Halle wahrgenommen und sogleich die Feuerwehr alarmiert. Anwohner berichteten später von einem lauten Knall, in dessen Folge die Halle umgehend in Flammen gestanden habe.

Teile von Gasflaschen wurden durch die gewaltige Explosion auf die Straße geschleudert, nach Angaben von Feuerwehrsprecher Ulrich Blumenrath gab es im Zuge des Einsatzes aber keine Verletzten. Auch eine Gefahr für die Anwohner habe zu keinem Zeitpunkt bestanden. Die Kriminalpolizei untersuchte den Brandort, konnte am Mittwoch aber zunächst keine Angaben zur möglichen Ursache machen.

100 Feuerwehrleute im Einsatz

Zu Spitzenzeiten war die Wehr mit 100 Einsatzkräften vor Ort, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Im Einsatz waren die Löschzüge Haustadt, Valbert, Meinerzhagen, Willertshagen/Lengelscheid, sowie das DRK und die Polizei. Die Löschgruppe Listerscheid der Feuerwehr Attendorn musste nachalarmiert werden, um die Listertalsperre auf auslaufende Betriebsstoffe und kontaminiertes Löschwasser hin zu überprüfen, das über die Lister in die Talsperre geflossen sein könnte. Der Ruhrverband schickte Wasserproben zur Untersuchung in ein Labor in Essen.

Auch Bürgermeister Jan Nesselrath und Fachbereichsleiter Hans Erich Schmidt waren vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Lagerhalle in Hunswinkel steht in hellen Flammen

Die mehr als einstündigen Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, da die Lagerhalle einzustürzen drohte und daher nicht betreten werden konnte. So musste die Feuerwehr das etwa 1500 Quadratmeter große Areal von außen löschen, auch mit Hilfe der Drehleiter, die den Löschangriff von oben ermöglichte. Probleme bereitete laut Feuerwehr zunächst das örtliche Wassernetz, dessen Hydranten über keinen ausreichenden Druck für solch einen Einsatz verfügten.

„Mitarbeiter der Stadtwerke konnten den Wasserdruck zum Glück aber mit verschiedenen Maßnahmen steigern“, so Feuerwehrsprecher Blumenrath. Zudem sei es im Zuge des Einsatz gelungen, den Hochwasser führenden Listerbach als weitere Wasserquelle zu nutzen.

Anwohner von Brand entsetzt

Anwohner zeigten sich von der Szenerie, die sich ihnen bot, schockiert: „Das war wie ein Albtraum“, sagte ein Nachbar. Eine weitere Anwohnerin berichtete gegenüber der MZ: „Ich habe einen Knall gehört, die Jalousie hochgezogen – und da stand die Halle vor uns schon in Flammen!“

Das Unternehmen Mourmaux hatte in der Halle nicht nur zahlreiche Baufahrzeuge verschiedener Kategorien gelagert, der Besitzer war außerdem ein leidenschaftlicher Sammler von alten Traktoren. „Neufahrzeuge können ersetzt werden, aber diese historischen Fahrzeuge sind unwiederbringlich zerstört“, berichtete Ulrich Blumenrath.

Inwieweit die Lagerräume eines Malerbetriebs im Untergeschoss der Halle von dem Brand in Mitleidenschaft gezogen worden sind, steht aufgrund der unsicheren Statik noch nicht fest. Des Weiteren konnte ein Stall, in dem zwei Pferde untergebracht waren, rechtzeitig evakuiert werden. Die Ortsdurchfahrt Hunswinkel war zunächst komplett gesperrt, später nur einspurig befahrbar. Der Schaden an Halle und Fahrzeugen beläuft sich nach ersten Schätzungen der Polizei auf etwa eine Million Euro.

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