Gartenabfälle gehören nicht in den Wald

Gartenabfälle gehören keinesfalls in den Wald. Nicht nur die Flora wird negativ beeinflusst, solch Tun ist auch strafbar.

MEINERZHAGEN ▪ Viele Wanderparkplätze im Naturpark Ebbegebirge werden zur illegalen Entsorgung von Gartenabfällen genutzt. Manche Gartenbesitzer haben auch gar kein schlechtes Gewissen, da sie glauben, etwas Gutes für den Wald zu tun.

„Gartenabfälle gehören nicht in den Wald,“ darauf weist Matthias Kretschmer, Leiter des Wald- und umweltpädagogischen Zentrums in Meinerzhagen, hin.

Die Gartenabfallentsorgung schade dem Wald erheblich und sei zudem noch strafbar. Der Respekt vor der „unberührten Natur“ gehe verloren, wenn die ersten (Garten-)Abfälle herumliegen. Schnell fänden sich Nachahmer, die noch mehr Abfall illegal abgeladen würden.

Durch Samen und Pflanzenreste komme es zu einer massiven Beeinflussung der Flora in unseren Wäldern. Artfremde Pflanzen breiteten sich rasend schnell aus, wie beispielsweise der japanische Knöterich oder das indische Springkraut. Allein diese beiden Pflanzenarten hätten schon große Flächen des Waldbodens erobert. Dadurch werden einheimische Pflanzen zunehmend verdrängt.

Wer also Gartenabfälle im Wald entsorge, tue dem Wald wirklich nichts Gutes, im Gegenteil, er störe damit auch den Nährstoffhaushalt ganz erheblich. Statt der früheren Artenvielfalt, besonders am Waldsaum, würden dort bald nur noch Brennnesseln wachsen, die den Stickstoff aus den Gartenabfällen lieben. Weitere Folge: Gartenpflanzen breiten sich im Wald aus, nehmen den angestammten, natürlichen Arten den Platz und die Nährstoffe. Diese verschwänden, weil ihr Lebensraum zerstört würde.

Aber welche Möglichkeiten gibt es, die Gartenabfälle ohne Umweltschaden zu entsorgen? Die einfachste Möglichkeit ist die Kompostierung. Dem Garten, aus dem die Abfälle stammen, werden die Nährstoffe durch das Mähen des Rasens, das Beseitigen von Laub und durch das Schneiden von Ästen entzogen, was der Gartenbesitzer durch die künstliche Zufuhr von Nährstoffen (Düngung) ausgleicht. Viel sinnvoller sei es, die Nährstoffe zu erhalten – durch eine gezielte Kompostierung. Hierbei können alle Gartenabfälle fachgerecht entsorgt werden und der Gartenbesitzer bekomme einen hochwertigen Humus als Dankeschön. Wer nur wenig Platz habe, könne auf einen handelsüblichen Komposter oder Thermokomposter zurück greifen.

Bestehe allerdings keine Möglichkeit zu kompostieren, könne man Grünschnitt zu bestimmten Öffnungszeiten im Städtischen Bauhof abgeben. Die Abfallberatung der Stadt Meinerzhagen gibt darüber gerne Auskunft.

Die Rechtslage sei jedoch eindeutig: Wer seine Gartenabfälle in Wald und Landschaft entsorgt, verstößt gleichzeitig gegen Abfallrecht, Wasserrecht, Landschaftsrecht und Forstrecht. Demjenigen, der erwischt werde, drohe ein kräftiges Bußgeld und eventuell eine Strafanzeige.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare