Flower-Power an der Mosaikschule

+
Klassenlehrer Markus Schwarze und Künstlerin Brigitte Gentz schauen den Schülern bei ihrer kreativen Arbeit zu und geben Tipps.

Meinerzhagen - Über Geschmack lässt sich streiten. Gerade wenn es um Kunstwerke geht. Die Fettecke von Joseph Beuys lässt grüßen. Streit sollte aber stets konstruktiv sein. Denn die Auseinandersetzung, unterschiedliche Meinungen und Toleranz gehören zur Kunst.

Eine eigene Meinung, Ideen, wie ein Projekt nach eigenen Vorstellungen umgesetzt werden kann, – das ist konstruktiv. Und gerade darum geht es bei einem Projekt, das an der Mosaikschule Auf der Wahr gerade von Schülern, Pädagogen und der Lüdenscheider Künstlerin Brigitte Gentz umgesetzt wird. 

Eine große Rolle spielt dabei ein kleiner Innenhof der Schule. In dieses momentan eher trist anmutende „Atrium“ soll künftig Farbe Einzug halten. Das funktioniert so: Zusammen mit Brigitte Gentz haben sich die Schüler daran gemacht, im Rahmen des vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten Projektes „Kulturundschule“ Kunstblumen zu gestalten. Die Bewerbung von der Wahr aus Meinerzhagen überzeugte in Düsseldorf, sodass der Realisierung durch das zur Verfügung gestellte Fördergeld nichts mehr im Wege stand. 

In der Praxis funktioniert das Projekt nun so: Zunächst werden die Blumen von den Schülerinnen und Schülern der Mittelstufe – zwischen zwölf und 14 Jahre alt – aus Styropor geformt. Anschließend wird die Form mit Gips versehen. Die fertige Blume bekommt dann mit Lack ihr buntes „Kleid“. Bei diesem Prozess wirkt Brigitte Gentz beratend mit. Eingriffe in die künstlerische Freiheit der Kinder vermeidet sie eher. Ihre Ratschläge beziehen sich oft auf praktische Details. „Die Blumen müssen natürlich im Erdreich verankert werden. Dazu gießen wir Konservendosen mit Beton aus. Diese Fundamente werden dann im Atrium in der Erde eingegraben. Wie der Beton angemischt wird, dieses Wissen musste ich natürlich vermitteln“, erläutert die Künstlerin aus der Bergstadt. Die studierte Sozialpädagogin ist dabei als Kunsttherapeutin gefragt.

Die Freiheiten der Schüler gingen sogar so weit, dass sie selbst festlegen konnten, wo die Blumen aufgestellt werden sollen. „Und ganz zu Beginn gab es auch andere Alternativen. Die Mensa farblich gestalten, den Flur vor dem Klassenzimmer verschönern oder das Treppenhaus“, erinnert sich die Bergstädterin, die an den ersten Tagen allerdings zunächst einmal Grundlagen vermittelte: „Die Farben mischen, das Verhältnis der Schüler zur Farbe klären, Namensschilder nach eigenen Vorstellungen malen – all das haben wir gemacht.“ Dabei bemühte sich Brigitte Gentz auch, die eigene Kreativität der Kinder zu fördern. „Zuerst habe ich festgestellt, dass die Schüler gern voneinander abgemalt haben. Das hat sich dann aber gelegt.“ 

Das Ergebnis des Projektes wird übrigens am 16. Juni präsentiert. Bis dahin sollen die Blumen stehen. „Zur Vernissage werden wir an diesem Tag ab 11.45 Uhr auch die Eltern einladen“, freut sich die Künstlerin schon jetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare