Arbeit an Fußgängerbrücke

Millimeterarbeit mit einem 40-Tonnen-Koloss

Meinerzhagen - Am Mittwoch hat ein weithin sichtbares Symbol des „neuen“ Bahnhofs seinen Platz eingenommen: Der größte Teil der Fußgängerbrücke zwischen Weststraße und ZOB ist montiert – für Passanten freigegeben ist sie allerdings noch nicht.

Von Frank Zacharias

Es war ein eindrucksvolles Schauspiel, das sich nicht nur den Experten der Baufirmen und Stadtverwaltung bot, sondern auch zahlreichen Passanten: Zwei gigantische Kräne hoben mit höchster Präzision den 40-Tonnen-Koloss an seinen angestammten Platz. Bereits im Juni wurden bekanntlich drei Brückenfundamente mit bis zu 14 Meter tiefen Bohrungen angelegt. Das am Mittwoch installierte, etwa 50 Meter lange Bauwerk ruht nun auf zwei dieser Stahlstützen sowie auf einem am Mittwoch nahe der Weststraße unter die Brücke gebauten Pfeiler.

Die beiden am Mittwoch installierten Brückenteile reichen allerdings nicht aus, um den Fußweg von der Weststraße zum ZOB zu ermöglichen. Auf Seite des Busbahnhofs fehlen noch Treppenanlage und Aufzugschachtgerüst, die Verbindung zur Weststraße soll durch ein weiteres, 20 Meter langes Brückenteil gelingen, das circa Ende September nachträglich angebaut werden soll. Am Ende wird die Brücke etwa 74 Meter lang sein und mit Aufzügen und Treppen den Mittelbahnsteig und den ZOB sowie den Park-and-Ride-Parkplatz miteinander verbinden. Gleichzeitig soll sie die Anbindung der nördlichen Stadtteile mit dem Bahnhof und der Innenstadt herstellen – das Projekt ist Bestandteil der Regionale und wird aus Mitteln der Städtebauförderung, der DB Station&Service und des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe finanziert. Die Gesamtkosten des Projekts betragen rund 1,73 Millionen Euro.

Mehr Bilder von den Bauarbeiten

Schwebende Fußgängerbrücke in Meinerzhagen

„So etwas sieht man nicht alle Tage“, zeigte sich auch Jürgen Tischbiereck, Fachbereichsleiter Technischer Service, beeindruckt von der Präzisionsarbeit mit der tonnenschweren Brücke. Eigentlich hat er derzeit Urlaub, „aber so etwas will man dann ja doch miterleben“. Immerhin stecken rund drei Jahre intensiver Vorbereitung in dem Bauwerk. Und auch der gestrige Tag war minutiös durchgeplant. „Den Antrag auf Sperrpause der Strecke mussten wir bei der Bahn schon vor einem dreiviertel Jahr einreichen“, so Jürgen Tischbiereck. Umso erleichterter waren alle Beteiligten, dass ihnen das Wetter am Mittwoch in die Hände spielte.

Unmittelbar betroffen von den Arbeiten waren am Mittwoch all jene Autofahrer, die die Straße „Im Tempel“ befahren wollten: Die Verbindungsstraße von West- und Marienheider Straße musste auf einem kurzen Abschnitt voll gesperrt werden, um genügend Platz für die beiden Kranwagen und Arbeiten an der vorinstallierten Brücke zu haben.

Der Entwurf für die Brücke stammt aus der Feder des Ingenieurbüros Schlaich Bergermann und Partner aus Stuttgart, das im Jahr 2012 als Sieger aus einer Mehrfachbeauftragung zum Brückenentwurf hervorgegangen war. Die Stahlkonstruktion für die Brücke wurde in Stemwede (Kreis Minden-Lübbecke) durch die Heinrich Rohlfing GmbH erstellt. Die Fertigstellung ist für Ende Oktober geplant.

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