Szenen könnten aus Hollywood-Film stammen

Kampfsportler soll Rambo gespielt haben: Faustschlag ins Gesicht für Autofahrerin (39) - fuhr die ihn dann um?

Ein Mann ballt die Faust.
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Wegen eines Streits während der Autofahrt musste sich eine Meinerzhagenerin vor Gericht verantworten.

Szenen wie aus einem Action-Streifen - in Meinerzhagen: Im Raum standen der mögliche Faustschlag eines Kampfsportlers ins Gesicht einer Autofahrerin (39) - und deren Zurücksetzen mit dem Auto, wobei der Mann angefahren worden sein soll.

Meinerzhagen - Die Szene, die sich am 23. Januar vergangenen Jahres auf der Kohlbergstraße in Meinerzhagen zugetragen haben soll, könnte ebenso gut aus einem Hollywood-Film sein: Eine Frau ist mit ihrem Auto auf der 30er-Strecke unterwegs, fährt allerdings viel zu schnell. Das regt einen Mann mächtig auf. Er soll sich dem Wagen der Frau in den Weg gestellt haben. Die 39-Jährige, mit ihrem kleinen Sohn auf dem Beifahrersitz, hält an, entschuldigt sich für ihre Raserei und bitte darum, weiterfahren zu dürfen. Doch plötzlich soll der Mann – Kampfsportler – der Frau durch das offene Fenster ins Gesicht geschlagen haben. Völlig geschockt fährt die Frau ein Stück weg. Dann setzt sie zurück, um den Mann zur Rede zu stellen. Der liegt auf einmal am Boden und gibt an, von der Frau umgefahren worden zu sein.

Und so lautet der Vorwurf im Amtsgericht Meinerzhagen gegen die 39-Jährige auch gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. „Er hat so laut geschrien. Er war so wütend. Er hat mir mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Ich war baff“, erklärt die Angeklagte. Aber: „Ich habe ihn nicht berührt mit dem Auto.“ Der Richter zeigt Fotos aus der Akte, auf dem das geprellte Knie des Geschädigten zu sehen ist. Das habe nichts mit dem Auto zu tun, reagiert der Verteidiger der Angeklagten darauf. Der Richter macht aus seinem Unverständnis über das Verhalten der Frau keinen Hehl: „Sie kriegen einen Schlag ins Gesicht und dann fahren Sie zurück. Warum?“ Habe sie etwa geglaubt, so der Vorsitzende weiter, dass ein klärendes Gespräch mit dem Mann wirklich möglich wäre? „Ich weiß es nicht. Ich wollte wissen, was das sollte“, erklärt die Meinerzhagenerin.

„Da spielt einer den großen Rambo“

Besonders prekär an der Angelegenheit war, dass es sich bei dem Mann, der zugeschlagen haben soll, um einen Kampfsportler handelte. Das brachte das Blut des Verteidigers zum Kochen: „Da spielt einer den großen Rambo, stellt sich auf die Straße und schlägt einer Frau ins Gesicht. Ein ausgebildeter Kampfsportler.“

Für die Angeklagte endete der Tag letztlich gut: Der Richter stellte das Verfahren ein. Begründung: Es dürfte nicht außer Acht gelassen werden, dass erst das Verhalten des Geschädigten zum gesamten Vorfall geführt habe. Außerdem sei dieser als Betroffener offenbar nicht an einer Strafverfolgung interessiert, da er als Zeuge geladen, aber nicht erschienen war. Zudem sei die 39-Jährige nicht vorbestraft.

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