Neuer Kapitän an Bord der Schützengesellschaft

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Eine hochprozentige Überraschung in Form von Dreiliterflaschen Wermut überreichten die Vorsitzenden der Schützenzüge den scheidenden Vorstandsmitgliedern Eberhard Nockemann und Michael Berkenkopf (links im Bild).

Meinerzhagen - Die Generalversammlung der Schützengesellschaft stand am Freitagabend ganz im Zeichen von Abschied und Neubeginn. Wie in der MZ angekündigt, vollzog sich ein Wechsel in der Führung der Gesellschaft, die auf eine 432-jährige Tradition zurückblicken kann.

Von Petra Schüller

Michael Berkenkopf, der das Schützenwesen 14 Jahre lang als Vorsitzender repräsentierte, nahm Abschied. Auch Eberhard Nockemann, seit 1996 Hauptmann der Schützen, übergab seine Aufgaben in neue Hände. Stehende Ovationen, ebenso herzliche wie persönliche Worte des Dankes: Blaukittel, Vorstandskollegen und langjährige Wegbegleiter brachten ihre Anerkennung für das Geleistete auf emotionale Weise zum Ausdruck. „Unser Schützenfest kann allen Unkenrufen zum Trotz nahezu jedes Mal mit leicht gestiegenen Besucherzahlen glänzen“, stellte Oberst Achim Freyer zufrieden fest. „Das liegt natürlich auch an deiner Arbeit“, wandte er sich an den scheidenden Vorsitzenden.

Auch der Vorgänger Berkenkopfs im Amt des Vorsitzenden, der stellvertretende Bürgermeister Volkmar Rüsche, lobte dessen Führungsstil. „Du hast immer den Spagat zwischen Brauchtum und Fortschritt gemeistert.“ Schon in seinem ersten Amtsjahr seien sich die Vorstandsmitglieder einig gewesen: „Das ist der richtige Mann am richtigen Ort.“ Sichtlich gerührt dankte Berkenkopf den Schützen für die „vertrauensvolle und fruchtbare Zusammenarbeit“. Er sei bei seiner Wahl mit 36 Jahren einer der jüngsten Vorsitzenden gewesen, die die Gesellschaft je hatte. Damals war er bereits vier Jahre im geschäftsführenden Vorstand aktiv. „Vielleicht können wir dich ja demnächst im Schießhaus als Aspiranten auf die Königswürde begrüßen“, so Oberst Freyer.

Mit einer hochprozentigen Überraschung verabschiedeten sich auch die Schützenzüge von Michael Berkenkopf und Eberhard Nockemann. Ihre Vorsitzenden überreichten jedem eine Dreiliterflasche Wermut. Die Versammlung folgte dem Vorschlag des Vorstands und wählte mit einstimmigem Ergebnis Karsten Decker, den bisherigen Stellvertreter des Vorsitzenden, zu seinem Nachfolger. Als begeisterter Schütze, der 1998 mit seiner Frau Rachel das Schützenvolk als Königspaar regierte, seit 2002 aktiv als Fahnenunteroffizier, erste Fahne, oder Feldwebel im dritten Zug in die Organisation eingebunden war und 2012 in den geschäftsführenden Vorstand gewählt wurde, ist Decker prädestiniert für das Amt. „Mein Ziel ist es, an das Erreichte anzuknüpfen“, erklärte er. „Ich möchte dazu beitragen, die Schützengesellschaft mit Bedacht weiterzuentwickeln, damit sie neu und aufgeschlossen ist, ohne die Tradition aus den Augen zu verlieren.“ Zum neuen Hauptmann wählten die Schützen Karsten Köhler. In ihren Ämtern bestätigt wurden der Oberst und stellvertretende Vorsitzende Achim Freyer, Geschäftsführer und stellvertretender Vorsitzender Roman Kappius sowie Kassierer Michael Czernio.

Am Samstag wurde auch auf das Schützenfest zurückgeblickt, „das geprägt war von Fröhlichkeit, Friedfertigkeit und Harmonie“ (Decker). Dank galt auch „Wettermacher“ Günter Lüsebrink, dem bei seinem Handwerk nur ein kleiner Kunstfehler unterlief, als das Wetter kurz vor Beginn des Fackelzugs mit Gewitter, Sturm und Starkregen die Muskeln spielen ließ. Das nächste Schützenfest wird in 628 Tagen, vom 6. bis 8. August 2016, gefeiert.

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