27 Füchse bleiben im Ebbe auf der Strecke

In Valbert wurde die Strecke „verblasen“. 27 Füchse überlebten die Jagd nicht.

MEINERZHAGEN ▪ „Schauen 'Se mal, das ist ja wie Schützenfest“, strahlte Hegeringleiter Rainer Barre mit der Sonne um die Wette.

Er war erfreut, als nach und nach eine Hundertschaft Waidgenossen dem Gasthaus „Zum Winzenberg“ zustrebte. Dort wartete am Sonntag ein gemeinsames Frühstück auf die Jäger, redlich verdient durch Beteiligung an einer revierübergreifenden Ansitzjagd auf den Fuchs.

In 18 Revieren hatten sie, beginnend am Freitagabend und just abschließend, vorrangig „Meister Reinecke“ ins Visier genommen. Dabei kamen unter idealen Witterungsbedingungen 27 Füchse zur Strecke. Da teilweise der Schuss auf Reh- und Schwarzwild erlaubt war, wurden zudem ein Rehbock und ein Wildschwein erlegt. Das wertvolle Wildbret kam umgehend ins Kühlhaus, die Fuchskadaver wurden später der Entsorgung zugeführt.

Jede Tierart der Strecke „verbliesen“ die Jagdhornbläser um Janpeter Dienstühler brauchtumsgerecht, nachdem Rainer Barre und Klaus Kermes den Erlegern den „Schützenbruch“ überreicht hatten.

Mit fünf Füchsen besonders erfolgreich war das Revier Hardenberg, wo Uwe Clemens gleich zwei Beutegreifer „der Wildbahn entnahm“.

Der diesjährige Zuwachs an Füchsen, der beizeiten von den Alten, die ihre Reviere besetzt halten, weggebissen wird und auf der Suche nach einer Bleibe durch die Gegend vagabundiert, ist damit längst noch nicht abgeschöpft. „Früher bejagte man den Fuchs stets im Winter, um den dann hochwertigen Balg zu erbeuten. Seit diese Nutzung natürlicher Ressourcen verpönt ist, erfolgt die Regulierung von Beutegreifern zuvorderst aus ökologischen – und aus Gründen der Tierschutzhygiene sowie des Artenschutzes“, erklärt Förster Kermes.

Der Fuchs ist wichtig

Der Fuchs habe zwar als Fressfeind von Nagern wie Mäusen und als Aasvertilger im Wald eine wichtige Funktion. Als „Generalist“ nehme er aber keine Rücksicht auf Rote-Liste-Arten, Bodenbrüter, Junghasen oder anderes Jungwild.

Menschliches Handeln habe stets die Lebensbedingungen der frei lebenden Pflanzen- und Tierwelt beeinflusst, so Kermes weiter. Negative Auswirkungen zeigten die Be- und Zersiedelung des ländlichen Raumes, der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, intensive landwirtschaftliche Bewirtschaftungsformen und ein ständig zunehmender Freizeitdruck. Das bringe gefährdete Arten in Existenznot und sogar zum Verschwinden. Das Kurzhalten der Gewinner dieser Entwicklung, wie Fuchs, Rabenkrähe, Steinmarder oder die Neubürger Waschbär und Marderhund, sei daher im Sinne des Arten- und Naturschutzes. Es gelte, die biologische Vielfalt zu erhalten, betonte der Fachmann. ▪ As

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