Fuchs stellt in Ungarn keine Gussräder mehr her

Das geschmiedete Leichtrad von Otto Fuchs gewinnt unter dem Einfluss von weiter steigenden ökologischen Anforderungen weiter an Bedeutung. Am Firmenstandort Ungarn nimmt man jetzt Abschied von der Gussrad-Variante. ▪ Werksfoto

MEINERZHAGEN ▪ Die Meinerzhagener Otto Fuchs Firmengruppe hat an ihrem ungarischen Produktionsstandort Tatabánya mit Ablauf des Monats März die Fertigung von Gussrädern vollständig eingestellt. Das bestätigte der Geschäftsführer des Tochterunternehmens Otto Fuchs Hungary Kft., Joachim Stachelscheid, gegenüber dem Wirtschaftsinfodienst MTI Econews.

Fortgeführt und ausgebaut werden soll in Ungarn die Produktion von geschmiedeten Leichträdern für die Grundausstattung verschiedener Automarken.

Wie die MZ bereits berichtete, plant die Unternehmensleitung der Otto Fuchs KG in diesem Zusammenhang eine Verlagerung der Leichtrad- Fertigung aus der Meinerzhagener Abteilung B 8.

Wie Firmensprecher Holger Müller auf Anfrage unserer Zeitung erläuterte, wird in Meinerzhagen die Herstellung von Exklusiv-Rädern für Premiumfahrzeuge konzentriert und noch erweitert.

Ein neues Standbein für die Räderfertigung in Meinerzhagen ist zudem die bereits sehr erfolgreich angelaufene Fertigung des neu entwickelten Lkw-Leichtrades „ECO Wheel“ sein, das in Zusammenarbeit mit dem bergischen Achsenhersteller BPW vertrieben wird.

Bedingt durch diese beiden Faktoren wird es in Meinerzhagen durch die Verlagerung der Leichtradproduktion nach Ungarn zu keinen personellen Auswirkungen kommen.

Otto Fuchs trennt sich mit dem in Ungarn vollzogenen Schritt vollständig von der Technologie des gegossenen Alu-Rades. In diesem Niedrigpreissegment gibt es mittlerweile weltweit große Produktionskapazitäten in Billiglohnländern, wie zum Beispiel der Türkei und China.

Die bisherige Guss-Fertigungsstrecke in Ungarn wird abgebaut und soll veräußert werden. Parallel dazu erfolgt der Aufbau neuer Kapazitäten für die Leichtradfertigung.

In diesem Zusammenhang werden von den bislang rund 500 Arbeitsplätzen in Ungarn künftig rund 200 entfallen. Der Arbeitsplatzabbau in Tatabánya erfolgt sozialverträglich. Die betroffenen Mitarbeiter erhalten Abfindungen.

Die ungarische Otto Fuchs Hungary Kft. in Tatabánya, 45 Kilometer westlich von Budapest gelegen, ist seit 2010 eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Otto Fuchs. Das Werk vereinte bislang die Technologien des Aluminiumgießens und -schmiedens unter einem Dach. Diese beiden unterschiedlichen Fertigungsverfahren erfordern nur für die ersten Arbeitsschritte getrennte Produktionsanlagen. Die Endbearbeitung der Räder einschließlich Lackierung ist gleich.

Das Schmiedeleichtrad ist eine Entwicklung von Otto Fuchs. Mit neuen Produktionsverfahren werden geschmiedete Aluminiumräder nochmals leichter und vor allem wirtschaftlicher. Durch die Gewichtsverringerung haben geschmiedete Räder positive Auswirkungen auf den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen.

Immer mehr Automobilhersteller versuchen an ihren Fahrzeugen Gewicht zu sparen, um sie damit umweltfreundlicher zu machen. Aus diesem Grund wird sich auch Otto Fuchs Hungary auf die Produktion von geschmiedeten Leichtmetall-Rädern konzentrieren und in zusätzliche Kapazitäten für die stetig wachsende Nachfrage investieren.

„Räder von Otto Fuchs Hungary erfüllen weltweit die höchsten Anforderungen der Automobilhersteller. Wir sind aufgrund unserer Kapazitäten bisher in der Lage, Schmiede-Räder bis zu einer Größe von 18“ zu produzieren. Nahezu alle bekannten Automobilhersteller werden mit Rädern aus dem Hause Otto Fuchs Hungary beliefert. Mit langfristige Investitionen sowie kontinuierlicher Forschung und Entwicklung wollen wir auch in Zukunft diese Position behalten“, heißt es in der Firmenpräsentation im Internet.

1995 war Otto Fuchs Hungary unter dem Namen SUOFTEC als 50:50 Joint Venture zwischen der Otto Fuchs KG in Meinerzhagen und dem weltweit größten Hersteller von gegossenen Aluminium-Rädern, SUPERIOR INDUSTRIES International (Van Nuys, California, USA) gegründet worden. Der Name des gemeinsamen Unternehmens, SUOFTEC, setzte sich aus den Namen der beiden Gründungsfirmen zusammen: SU(perior) O(tto) F(uchs) TEC(hnology). ▪ -fe

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare