Das "Schmuckstück" Villa im Park beginnt zu glänzen

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In der Villa im Park läuft der Innenausbau derzeit auf vollen Touren, berichtet Piero Del Casale.

Meinerzhagen - Es ist Meinerzhagens Juwel im Volkspark und es ist das Herzstück des Regionale 2013-Projektes „Oben an der Volme“: In der „Villa im Park“ läuft der Innenausbau auf vollen Touren, das ist beim Besuch der Baustelle nicht zu übersehen.

Erkennbar aber auch: Meinerzhagens Schmuckstück beginnt zu glänzen. Wo jetzt noch Eimer mit Putz und Leitern stehen und wo zurzeit noch Planen den Holzboden überdecken, soll in wenigen Monaten alles hergerichtet sein für Veranstaltungen und Empfänge. „Im Frühsommer“, schätzt Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar, könne die Villa ihre Pforten als sozio-kulturelle Begegnungsstätte öffnen. 

Die Sanierung wird etwas teurer als ursprünglich geplant, die Kosten für Erwerb und Umbau betragen 1,7 Mio. Euro. „Es wurden Schäden entdeckt, die vorher nicht erkennbar waren“, erklärt Friedrich Rothaar. Hiervon betroffen war beispielsweise die Sanierung des Daches. 

Bis zum Frühjahr wird sich vor allem im Erdgeschoss in Sachen Innenausbau noch einiges tun. Derzeit sind dort die Stuckateure im zukünftigen Foyer mit den Putzarbeiten beschäftigt. „Wir haben hier ein echtes Schätzchen gefunden“, zollen die Fachmänner dem alten Gebäude Achtung. An einer Wand werden Besucher auch sehen können, wie es einst in der Villa ausgesehen hat: „Wir haben dort eine Wandmalerei entdeckt – eine aufgemalte Holzvertäfelung“, beschreibt Piero Del Casale, Architekt des Fachbereichs Technischer Service, was beim Abtragen der Farbschichten zum Vorschein kam und nun als Relikt der Vergangenheit erhalten bleiben soll. 

Vom Foyer führt der Weg künftig durch eine zweiflügelige Tür in den 70 Quadratmeter großen, rechtwinkeligen Veranstaltungsraum, in dem Vorträge, kulturelle Termine oder Empfänge stattfinden können. Eine Bestuhlung mit 40 Plätzen ist derzeit auf den Plänen eingezeichnet. Der Wintergarten mit Veranda schließt sich an den Veranstaltungsraum an. Dort stehen ebenfalls noch Renovierungsarbeiten an. „Er konnte eingerüstet werden, nachdem das Gerüst am Haupthaus abgebaut worden war. Vorher was das nicht möglich“, erklärt Piero Del Casale. 

Besonderheit in diesem Gebäudeteil seien die historischen Fliesen, die noch vorhanden gewesen seien. Der Holzboden im Veranstaltungs- bzw. Eingangsbereich besteht hingegen zum Teil aus Dielen und zum Teil aus Parkett und muss noch aufgearbeitet werden. Im hinteren Erdgeschossbereich befindet sich auch die Küche, wo Caterer ihre Bestellungen anliefern können. Derzeit ist dort die Werkstatt des beauftragten Iserlohner Stuckateurbetriebs Lindenblatt. Da die Stuckarbeiten unter der Decke teilweise kaputt oder nicht mehr vorhanden gewesen seien, mussten neue Elemente angefertigt werden, erläutert der Stadtplaner.

Auch im Außenbereich, etwa unter dem Sims der Fensterbänke, waren Erneuerungen notwendig. Von den noch vorhandenen Mustern wurden Abdrücke genommen und Formen aus Silikon hergestellt, um neue Modelle gießen zu können. Historische Fliesen bleiben erhalten. Der Charme alter Zeiten spiegelt sich auch in den historischen Bodenfliesen in der einstigen Küche der Villa wider, die zukünftig als Abstellraum dienen soll. Garderobe und behindertengerechtes WC befinden sich ebenfalls im Erdgeschoss. 

Eine Holztreppe führt ins Obergeschoss, und dort lässt sich bereits gut erahnen, wie es in wenigen Monaten einmal im gesamten Haus aussehen soll. Die Wände in den vier zukünftigen Seminarräumen sind in dezenten Grautönen gestrichen, in der kommenden Woche wird dort der geplante Linoleumboden verlegt. Vorgegebener Farbton dort: dunkles Terrakotta-Rot. Farbliche Akzente sollen im Flur und Treppenbereich gesetzt werden. Dabei wird in Abstimmung mit der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), der sämtliche Arbeiten am denkmalgeschützten Gebäude überwacht, das Farbkonzept verfolgt, das vom Architekturbüro „oe plan“ aus Altena aufgestellt worden ist und bei dem die historischen Vorlagen berücksichtigt wurden. 

Aufgearbeitet wurden im Obergeschoss auch die alten Türrahmen, die Beleuchtung ist dort bereits installiert, der Sanitärbereich muss hingegen noch eingerichtet werden. Froh ist Piero Del Casale über die fachmännische Ausführung in Sachen Fenster. Teilweise seien früher einfach Kunstoffenster von außen vor die Scheiben gesetzt worden. Die aktuelle Form der „Doppelverglasung“ zeigt sich nun in Form von zusätzlichen Scheiben, die von innen mit Hilfe von kleinen Scharnieren eingebaut wurden, um der Energieeffizienz nachkommen zu können. 

Im Außenbereich wird sich in den nächsten Wochen ebenfalls einiges tun. Dazu zählt beispielsweise die Errichtung einer „Naturtribüne“. Vom Terrassenbereich wird auch ein behindertengerechter Zugang in die Villa möglich sein. Diese Arbeiten hängen natürlich von der Witterung in den nächsten Wochen ab. Doch im Frühsommer, so sehen es die Planungen vor, soll Meinerzhagens Juwel bezugsfertig sein. Fast ein Jahr länger als ursprünglich vorgesehen hat der Umbau dann gedauert. Im Augusts 2017 war mit der Renovierung der „Villa im Park“ begonnen worden.

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