Friedliche nonverbale Kommunikation auf der emotionalen Ebene

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Zahlreiche Artikel über Konzerte und Wettbewerbserfolge – unter anderem aus der MZ – dokumentieren Meilensteine auf Johanna Franz’ musikalischem Weg.

KIERSPE - Mit vier Jahren begann Johanna Franz bei Oskar Kötting Geige zu spielen – auf ihrem ersten eigenen Instrument

. Im Haushalt ihrer Eltern, beide Berufsmusiker, war tägliches Musizieren nichts Besonderes. „Das Gefühl, ungewöhnlich talentiert zu sein, hatte ich eigentlich nie, aber bereits mit dreizehn Jahren war mir klar, dass ich Berufsmusikerin werden möchte“, erklärt sie.

Nach intensiven Studien in Detmold und Wien spielt Johanna Franz heute die erste Geige im Deutschen Filmorchester Babelsberg in Berlin. Gekonnt bewegt sie sich dort musikalisch zwischen Rock, Jazz und Klassik. Aber ihre große Leidenschaft gilt der Kammermusik. „Geige zu spielen ist für mich die schönste Art, nonverbal und friedlich mit Menschen zu kommunizieren und sie ganz direkt auf der emotionalen Ebene zu berühren“, formuliert Johanna Franz.

An ihre Kindheit am Kiersper Padberg erinnert sich die 30-Jährige mit Freude: „Es war toll mit Geschwistern und Freunden im Wald zu spielen und so frei im Grünen aufzuwachsen.“ Aber auch die vielfältige musikalische Landschaft bot ihr gute Entwicklungsmöglichkeiten. Neben dem Geigenunterricht an der Musikschule, spielte Johanna Franz schon früh im Kinder- und Jugendorchester von Oskar Kötting und der Stadtkapelle ihres Vaters Emil Franz. Soli bei heimischen Konzerten und erste Preise beim Regional- und Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ säumten ihren Weg. Das dokumentieren noch heute die Artikel aus der MZ oder anderen Regionalzeitungen, die die Wände im Musikzimmer ihrer Eltern zieren.

Romantische Vorstellungen vom Leben als Berufsmusikerin hatte Johanna Franz nie, dafür bot der Alltag ihrer Eltern ihr ein zu klares Bild. Schon mit dreizehn übte sie täglich anderthalb Stunden auf der Geige und mit fünfzehn waren es bereits drei Stunden. „Meine Eltern haben mich nie in diese Richtung gedrängt, meine Pläne aber immer unterstützt. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar“, erzählt Johanna Franz. Nach ihrem Diplom an der Musikhochschule Detmold bei Professor Thomas Christian und einer weiteren zweijährigen Ausbildung am Wiener Konservatorium sammelte Johanna Franz Orchestererfahrungen in der Volksoper Wien und der Jungen Deutschen Philharmonie. Zu ihren liebsten Erinnerungen zählt auch eine Reise mit dem Jungen Klangforum Mitte Europa nach Palästina, wo sie 2004 mit palästinensischen Kindern ein Musical einstudierte. Weitere Konzertreisen führten sie sogar nach Japan und Mexiko.

Als Johanna Franz sich 2008 beim Deutschen Filmorchester Babelsberg bewarb, war sie sehr nervös. Mit einem Mozart-Konzert und einem romantischen Konzert von Sibelius überzeugt sie und spielt seitdem die erste Geige in ihrem Wunschorchester. Es ist die große Vielseitigkeit von Klassik, Rock, Jazz, Crossover, die die junge Geigerin begeistert. Für 2012 ist mit Oscar-Preisträger A. R. Rahman bereits eine Tournee durch Indien geplant.

Daneben findet Johanna Franz aber auch noch Zeit für ihre große Leidenschaft, die Kammermusik. Erst kürzlich gab sie mit dem 2005 gegründeten Alma Mahler Trio ein viel beachtetes Konzert in der Brennerei Rönsahl.

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