Friedhof Hunswinkel

„Die Beisetzung wird teurer“

Der Kommunalfriedhof in Hunswinkel ist nicht groß, doch unweit der Listertalsperre ist er für viele Heimatverbundene der schönste Ort in ganz Meinerzhagen, um bestattet zu werden.
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Der Kommunalfriedhof in Hunswinkel ist nicht groß, doch unweit der Listertalsperre ist er für viele Heimatverbundene der schönste Ort in ganz Meinerzhagen, um bestattet zu werden.

Er gilt als Friedhof in bester Lage: Der Kommunalfriedhof in Hunswinkel ist nicht groß, doch unweit der Listertalsperre ist er für viele Heimatverbundene der schönste Ort in ganz Meinerzhagen, um bestattet zu werden.

Meinerzhagen – Und: Er war offenbar einer der günstigsten, wie die Stadtverwaltung im Zuge der kommenden Ratssitzung betont. Doch das soll sich ändern, besser: Es muss sich ändern.

Denn bereits vor zwei Jahren hatte die Gemeindeprüfungsanstalt NRW die Stadt aufgefordert, die Gebührenkalkulation für den Hunswinkler Friedhof anzupassen. Schließlich hat die nicht nur seit mittlerweile 32 Jahren Bestand, sondern sorgte auch für immense Fehlbeträge. Allein seit dem Jahr 2000 beliefen sich diese auf eine Gesamtsumme von 130 000 Euro, wie es in einer Vorlage der Verwaltung heißt, über die der Rat am kommenden Montag, 14. Dezember, berät (17 Uhr, Stadthalle).

Anpassung der Gebühren

Dass die Gebühren in einigen Bereichen in der Folge deutlich steigen, überrascht kaum. So kostet etwa die Einzel-Wahlgrabstätte gemäß dem Vorschlag künftig nicht mehr 1300, sondern 2233 Euro. Den städteweiten Vergleich müsse der Hunswinkler Friedhof aber nicht fürchten, heißt es vonseiten der Verwaltung: Mit dem Friedhof in Valbert liege man in Sachen Gebühren künftig „auf Augenhöhe“, die Gebühren des Friedhofs in Meinerzhagen lägen sogar wesentlich höher als die nun für Hunswinkel geplanten.

Prozentual die höchsten Steigerungen würden demnach – so der Rat der Satzung zustimmt – bei den Verwaltungsgebühren anfallen. Kostete die „Genehmigung für die Errichtung von Grabmälern Einfriedungen oder sonstigen Anlagen inklusive Standsicherheitsprüfung“ bislang 25 Euro, so wären künftig 61 Euro fällig. Die Bescheinigungen der Friedhofsverwaltung sowie die Umschreibung von Gräbern, für die jeweils bislang 2,50 Euro anfielen, sollen fortan 20 beziehungsweise 27 Euro kosten. Neu ist die Gebühr im Falle einer vorzeitigen Rückgabe der Grabstätte, für die einmalig 61 Euro und anschließend jährlich eine Summe von 6 bis 35 Euro berechnet wird, um dem zusätzlichen Pflegeaufwand seitens der Stadt finanziell gerecht werden zu können.

Neue Grabformen

Doch neben den Gebührenanpassungen soll es in Hunswinkel auch neue Grabformen geben, unter anderem Grabstätten mit Grabplatten, die über ein einheitliches Erscheinungsbild verfügen. Das Besondere: Die Pflege dieser Grabstätten erfolgt für die Dauer der Ruhezeit durch die Friedhofsverwaltung – dieses Angebot ist entsprechend teurer als die normalen Sarg- oder Urnenreihengrabstätten. Der „Mercedes“ unter den Gräbern, die Wahlgrabstätte mit Grabplatte, kostet 2860 Euro – dafür haben die Hinterbliebenen keinen Aufwand mehr mit der Grabpflege.

„Die Bereitschaft zur Pflege der Grabstätten hat spürbar nachgelassen“, heißt es dazu von der Stadtverwaltung. Daher habe man diese pflegefreie Grabart hinzugenommen. Doch es gibt auch Gräber, die günstiger werden: Für das einzelne Urnenreihengrab sollen nur noch 612 statt bislang 650 Euro fällig werden, für das anonyme Urnenreihengrab 542 statt 800 Euro.

Schild erinnert an Verstorbenen

Eine Forderung, die bereits vor fast zehn Jahren Bestandteil von Diskussionen in der Kommunalpolitik war, wurde bereits im Jahr 2013 umgesetzt: die Möglichkeit, sich in einer Urne nahe eines Baumes bestatten zu lassen. Sie ist laut Verwaltung die bis heute anhaltend meistgewünschte Bestattungsform auf dem Friedhof in Hunswinkel. Analog zur Bestattungen in einem Urnenreihengrab mit Grabplatte fallen dafür 557 Euro an. Am Baum wird ein entsprechendes Schild angebracht, das an den Verstorbenen erinnert.

Neben dem Euro-Zahlenwerk gibt es allerdings auch zeitliche Fristen, die weniger aufgrund der Gemeindeprüfungsanstalt als vielmehr wegen der biologischen Prozesse angepasst werden: Belief sich die Ruhezeit bei Urnenbestattungen bislang auf 30 Jahre, so soll sie künftig auf 20 Jahre reduziert werden, „da der Zersetzungsprozess bei Urnen im Vergleich zu Särgen wesentlich kürzer ist“, wie es heißt. „Aufgrund des sehr felsigen Bodens auf dem Friedhof Hunswinkel soll die Ruhezeit bei den Erdgräbern bei 30 Jahren verbleiben.“

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