Friederike sorgt für deutlich weniger Bruchholz als Kyrill

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Friederike sorgte mit heftifgen Windböen dafür, dass die Sperrschilder vor dem neuen Teilstück der L 709 umkippten.

Meinerzhagen - Kyrill wütete 2007 ungleich stärker im Staatswald als die hierzulande vergleichsweise sanfte Friederike vor gut einer Woche. Auch was das Ebbe angeht und hier die 5500 Hektar große Fläche des „Kurkölnischen Sauerlandes“. Orkan Kyrill legte im gesamten Zuständigkeitsbereich dieses Regionalforstamtes einst ungefähr zwei Millionen Festmeter Holz flach. Da zeigte sich Friederike gnädiger: Dieser Sturm habe im selben Gebiet gerade einmal für 18.000 Festmeter Bruchholz gesorgt, erläuterte Forstamtsleiter Klaus Lomnitz vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW in Olpe.

Kein Wunder also, dass sein Fazit nach der Bestandsaufnahme im Staatswald wenig aufgeregt ausfällt: „Die Lage ist nicht dramatisch, hier ist so gut wie nichts passiert.“ Bei dieser Beurteilung hat Lomnitz seinen ganzen Zuständigkeitsbereich vor Augen. Dass es während des Sturms stellenweise allerdings dennoch „gekracht“ hat, bestätigt Bernd Rosenbauer vom Forstbetriebsbezirk Lieberhausen: „Auf der Achse Bergneustadt, Gummersbach, Hülsenbusch sind etwa 2600 Festmeter Holz durch Friederike angefallen“, bilanziert er. Zum Vergleich: Beim Kollegen Matthias Borgmann im Bezirk Beckerhof (Ebbe) waren es gerade einmal 300 Festmeter.

Auch Sturm Friederike knickte Bäume – so wie hier auf der fast fertig sanierten aber immer noch gesperrten Landstraße 709.

Rosenbauer berichtet auch von einem Anruf durch die Stadt Meinerzhagen, der am Donnerstag vergangener Woche bei ihm einging. „Der Weg nach Kropplenberg hoch war durch umgestürzte Bäume blockiert. Schon bis zum nächsten Tag war dieses Problem allerdings beseitigt“, erinnert sich der Förster. Beinahe alle Waldwege in seinem Bezirk seien irgendwie durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste betroffen gewesen, erläutert Rosenbauer. „Wir arbeiten dabei zunächst das an Straßen angefallene Holz auf, weil es dort für Gefahren sorgt“, erläutert Rosenbauer.

Ähnliche Probleme hat Matthias Borgmann nur wenige Kilometer entfernt im Ebbe nicht. „Im Vergleich mit den insgesamt fünf Orkanen in den vergangenen zehn Jahren hatten wir hier diesmal wirklich großes Glück“, stellt er fest und fügt hinzu: „Es gab lediglich einige wenige Einzelwürfe.“

Dass von Friederike allerdings immer noch eine nicht unerhebliche Gefahr ausgeht, bestätigen alle drei Forstexperten unisono. Klaus Lomnitz wird dabei sehr deutlich: „Ich appelliere an die Vernunft aller Menschen und rate dringend dazu, den Wald noch nicht zu betreten.“

Die Waldschäden im Regionalforstamt Kurkölnisches Sauerland durch die Winterstürme Kyrill und Friederike in Festmetern Holz.

Obwohl es – anders als im Hochsauerland und weiter nördlich Richtung Soest – kein Betretungsverbot gibt, sieht Lomnitz Lebensgefahr für alle, die jetzt einen Waldspaziergang unternehmen wollen. „Bäume wurden durch den Sturm auch bei uns angeschoben und auch abgebrochene Äste hängen noch in den Zweigen. Die können jederzeit herunterfallen. Ausweichen ist dann nicht mehr möglich.“ Das Risiko eines Waldbesuches trage allerdings jeder Bürger selbst. „Besser ist es im Moment auf jeden Fall, sich auf freien Landschaftsteilen zu bewegen“, ist Lomnitz sicher.

Wie gefährlich der Wald noch ist, das machte Lomnitz auch den Waldarbeitern klar, die nun im Forst aufräumen: „Sie alle haben inzwischen eine Sicherheitseinweisung bekommen. Die ist unbedingt vorzunehmen, wenn besondere Situationen eingetreten sind, so wie jetzt.“

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