Fraktionsspitzen größtenteils gegen Demos während der Schulzeit

Fridays for Future: So denken Lokalpolitiker über die Klima-Demos

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Fridays for Future - die Demos ziehen inzwischen Tausende an. 

Meinerzhagen - Während der Schulzeit demonstrieren für den fraglos guten Zweck – das taten auch heimische Gymnasiasten. Für die Klima-Kundgebungen den Unterricht sausen zu lassen, dazu gibt es allerdings geteilte Meinungen.

In der Meinerzhagener Lokalpolitik ist sich die Mehrheit der Fraktionsspitzen einig: „Das muss nicht sein.“

Thorsten Stracke (CDU) findet es gut, dass sich Schüler für das Weltklima einsetzen. Er schränkt allerdings ein: „Das muss nicht während der Schulzeit sein. Es ist richtig und wichtig, das Demonstrationsrecht wahrzunehmen. Wenn die Sache den jungen Menschen allerdings so wichtig ist, sollten sie zum Demonstrieren besser die Freizeit nutzen. Das geht auch freitagabends oder an Wochenenden.“ Dass es aus der Politik so viel Lob für die Demonstranten gibt, das findet Stracke in einer Hinsicht nicht gut: „Man ruft damit quasi zum Schulschwänzen auf.“

Grünen-Sprecher steht Freitags-Demos positiv gegenüber

Georg Follert von der Fraktion Linke/Piraten stößt prinzipiell ins selbe Horn: „Erst einmal finde ich die Demos klasse. Dauerhaft in der Schulzeit zu demonstrieren, das begrüße ich aber nicht. Die Wirkung wäre an einem Samstag oder Sonntag doch dieselbe.“ Dabei weist Follert aber auch darauf hin, dass eine Kehrtwende beim Klimaschutz enorm wichtig sei. „Und je mehr sich dafür einsetzen, desto besser ist das grundsätzlich.“ 

Uneingeschränkt positiv ist der heimische Grünen-Sprecher Karl Hardenacke eingestellt, was die Freitags-Demos angeht. Er findet es auch gut, dass die Jugend während der Schulzeit auf die Straße geht: „Gerade das fördert doch die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit.“ Grüne aus Meinerzhagen würden die Aktionen auch unterstützen: „Wir waren in Köln dabei“, berichtet Hardenacke, der ebenfalls glaubt, dass die Demonstranten durch ihr Engagement die Meinung widerlegen, dass die heutige Jugend unpolitisch sei: „Junge Menschen beweisen zurzeit auch in Talkrunden immer wieder, dass sie sachlich und kompetent sind. Und ihre Argumente sind, was unsere Zukunft betrifft, super-realistisch.“ 

Klare Meinung: "Nicht während der Schulzeit"

„Außerhalb der Schulzeit hätte das denselben Effekt“, meint Rolf Puschkarsky (SPD). Er ist aber schon der Meinung, dass die Ziele, welche die Jugendlichen mit ihren Demos verfolgen, gut und wichtig sind: „Es muss doch etwas gemacht werden. Grundsätzlich ist das eine gute Geschichte.“ Ob der Effekt allerdings wirklich eintritt und durch die Demonstrationen eine baldige Wende in Sachen Klimaschutz erreicht wird, das bleibt für Puschkarsky abzuwarten. 

Raimo Benger (UWG) hat eine klare Meinung: „Nicht während der Schulzeit.“ Der Unabhängige betont allerdings ebenfalls, dass der Einsatz für die Umwelt wichtig ist: „Ich selbst bin Mitglied in Organisationen wie dem BUND, dem Nabu oder dem Alpenverein, wo ich mich in einer Gruppe zum Schutz der Gebirge einbringe.“ Benger findet allerdings, dass die Freitags-Demos keinesfalls Vorbildcharakter haben sollten: „Es gibt so viele Gründe, für einen guten Zweck zu demonstrieren. Dann gehe ich als Schüler also demnächst freitags für das Weltklima auf die Straße, donnerstags für die Menschenrechte und dienstags gegen die Christenverfolgung? Das kann doch nicht sein.“ 

Matthias Walfort (FDP) stören die Zeitpunkte der Demos: „Freitagvormittags, während der Schulzeit – das ist kein großes Opfer, wenn ich dann nach Köln zum Demonstrieren fahre.“ Anders verhält es sich Walforts Meinung nach, wenn am Samstagvormittag demonstriert würde. „Dann würde ich etwas dafür aufgeben, nämlich Freizeit. Und das fände ich ehrlicher.“

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