Freunde des guten Gesangs feiern „Geburtstag“

Auch der Chor 70 erfreute die Gäste beim „Geburtstagskonzert“ mit einigen Beiträgen

MEINERZHAGEN ▪ Man schrieb das Jahr 1970. Damals saßen einige Freunde des guten Gesangs im Keller von Meinhild und Karl Lerch „in heiter gelöster Stimmung“ beisammen, und sie raubten den Nachbarn durch die „mehrstimmige Intonation des Liedsatzes ,So ein Tag, so wunderschön wie heute’ die Nachtruhe.

Was Walter Haverkamp am Samstagabend in der Stadthalle beschrieb, war die Geburtsstunde des Chores 70, der das kulturelle Leben in Meinerzhagen in den vergangenen vier Jahrzehnten durch mehr als 30 große Konzerte und unzählige klangvolle Auftritte in Altenheimen, beim Senioren-Tanztee, bei der Awo oder im Rahmen von Kirchenkonzerten bereicherte. 40 Jahre Chor 70, das wurde am Samstag im Rahmen eines großen Konzerts unter dem Motto „singen - swingen - fröhlich sein“ in Meinerzhagens „guter Stube“ gebührend gefeiert. Der Ort war gut gewählt, schließlich trat der junge Chor am 29. Oktober 1978 zur feierlichen Einweihung der Stadthalle erstmals auf.

Unter Mitwirkung des Chors Volmequelle Scherl, des Gemischten Chors Gummersbach und von Mitgliedern der Konzertchöre Wuppertal und Hagen, führten die Sängerinnen und Sänger unter strenger Regie von Musikdirektor Fred Thürmer, begleitet von der Philharmonie Hungaria, Beethovens 9. Sinfonie auf. So begann die Geschichte des Chors mit einem musikalischen Glanzpunkt, viele weitere sollten folgen. In seinem „gewagt heiteren Blick in die Vergangenheit“ erinnerte Haverkamp auch an die „donnerstäglichen Nachproben“, die damals zu später Stunde im „Gasthof zum Scharfen Eck“ abgehalten wurden. „Es gibt glücklicherweise noch Zeugen dieser gemeinschaftsfördernden Veranstaltungen mit kreativen Spontandarbietungen und Chorgesängen wie ,hat das Bier noch hellen Schein‘“, berichtete er.

Auch die Vorsitzende des Chores 70, Anneliese Spehr, nahm die Besucher an diesem Abend mit auf eine kurzweilige Zeitreise und verknüpfte herausragende Ereignisse der letzten Jahrzehnte mit den Entwicklungsschritten des Chors. Das Erfolgsrezept des sangesfreudigen Gemeinschaft beschrieb sie treffend mit „Liebe zum Chorgesang und zur Musik, Engagement und Herzblut und zwischenmenschliche Beziehungen, die weit über das Vereinsleben hinausgehen.“

Bevor die sechs Chöre ihre Zuhörer nun unter Leitung von Chordirektor Ingo Reich mit Gospels, Musicalmusik, bekannten Volksliedern, Hits oder einem Udo-Jürgens-Medley erfreuten, gratulierte Bürgermeister Erhard Pierlings den Sangesfreunden im Namen der Stadt und überreichte der Vorsitzenden eine Ehrengabe. Lob und Ansporn kamen auch von der stellvertretenden Vorsitzenden des Sängerkreises Lüdenscheid, Andrea Hengstenberg.

Danach erlebten die Zuhörer ein mehr als zweistündiges Konzert, bei dem die Sängerinnen und Sänger den Konzerttitel „singen - swingen - fröhlich sein“ mit spürbarer Freude auf der Bühne umsetzten. Chordirektor Ingo Reich, der alle mitwirkenden Chöre leitet, gab nicht nur am Klavier und als Dirigent den Ton an, sondern führte die Zuhörer auch als Moderator mit viel Humor durch den Abend. Stürmischer Applaus belohnte die Mitwirkenden von Chor 70, Männerchor Meinerzhagen, MGV Volmequelle Scherl, MGV Constantia 1878 Herscheid und Sängervereinigung Vorth-Grünenbaum schließlich für einen glanzvollen Konzertabend. ▪ ps

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