Freude bei den Waldbauern: Es brummte in der Kasse

Der Vorstandstisch der Forstbetriebsgemeinschaft Valbert – es herrschte Zufriedenheit. ▪

VALBERT ▪ „Es brummte im Wald! Nicht etwa wegen der Borkenkäfer. Es gab weitere Musik: Es klingelte in den Kassen.“ In bester Stimmung eröffnete der Vorsitzende Günter Spelsberg die Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Valbert in „Haus Nordhelle“.

Sein Bericht erinnerte an die Jahresfahrt, wo es sturmfeste, 50 Meter hohe Douglasien zu bestaunen und der natürlichen Entwicklung überlassene ältere Windwurfflächen zu besichtigen gab. Letzteres ein Wald, der eher kein wirtschaftlicher Wald sei, so sein Eindruck. Und auch den hatte er im Rahmen seiner Vorstandsarbeit: „Minister Johannes Remmel bringt die Renaissance der Grünen-Spielwiese mit allen Finessen wieder auf die Tagesordnung.“

Als „letzter Kämpfer“ – ohne die Kollegen „Kajo“ Deppe und Martin Barth – absolvierte Revierförster Herbert Röttger seinen Part, indem er auch an dieser Stelle seinen 30. Tätigkeitsbericht in Folge vortrug. In normalen Bahnen, mit einem gut funktionierenden Holzmarkt, der inzwischen das gesamte Windwurfholz aufgenommen habe, sei das Jahr verlaufen. „Im Kernbereich wurden 14 230 Festmeter Fichtenholz aller Stärkeklassen aufgearbeitet und vermarktet.“ Dabei legten nur noch etwa zehn Prozent der Waldbesitzer selbst die Axt an den Stamm; zumeist erfolgte der Einschlag durch Unternehmer.

„Der Trend wird aufgrund der Veränderungen in der Land- und Forstwirtschaft noch zunehmen“, so der betreuende Forstbeamte. Laubholz ging nur vereinzelt, aufgrund unverändert hoher Nachfrage eher als Brennholz weg. Dagegen übersteige die Nachfrage der Säger und der Holzwerkstoffindustrie nach frischem Fichtenholz teilweise die Liefermöglichkeiten.

Vorbei die Zeiten, da der sogenannte Schlagabraum an Ort und Stelle abgefackelt wurde. Das Restholz passiert nun einen mobilen Großhacker, wird in Container geblasen und auf zentralen Sammelplätzen in Trailerzüge umgeladen. Durch diese Art der Rohstoffverwertung erschließe sich ein neues, möglicherweise schon bald gewinnbringendes Marktsegment. Vakanzen auf der Führungsebene, eine neue, bis 2014 gültige Entgelteordnung, Wiederaufforstung auf dem Zehnfachen der üblichen Fläche, 660 000 Nadel- und 780 000 Laubholzpflanzen in den Boden gebracht, 15 Kilometer Wege-Neubau und -wiederherstellung, Pflege der Bestände und Kulturen – Forstdirektor Bernd J. Schmitt zeigte die kreisweit erreichte Obergrenze der Arbeitskapazitäten auf. Sobald diese es ermöglichen, soll die vernachlässigte Waldkalkung wieder forciert werden. Über Strukturveränderungen beim Waldbauernverband durch Zusammenlegung von „Rheinland und Westfalen“ informierte Ludwig Krämer, Geschäftsführer des Verbandes auf Kreisebene.

Die Waldbauernfahrt vom 4. bis 6. Mai, mit forstfachlichem- sowie Naturschutz- und Kulturprogramm, führt in den Nationalpark Eifel.

Ein kompliziertes Verfahren zur Rückabwicklung des als verfassungswidrig eingestuften und daher aufgelösten Holzabsatzfonds erläuterte Günter Spelsberg. Errechnete, den FBG-Mitgliedern zustehende Beträge zwischen zehn Cent und maximal 80 Euro sollen der Kasse zufließen, so beschloss es die Versammlung.

Eine FBG-Exkursion unter Führung von zwei Rangern des Landesbetriebes Wald und Holz NRW ist für den 9. Juli geplant. Da geht es auf einem Teilstück von „Sauerland Höhenflug“ vom Quellental in Hösinghausen hinauf zur Nordhelle. Samt Besteigung des restaurierten Robert-Kolb-Turmes, dem sauerländischen „Leuchtturm“ mit Weitsicht. ▪ As

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