Freude über gemeinsamen Erfolg

Die Signale auf der Volme-Strecke könnten bald auch für den Personenverkehr wieder auf grün gestellt werden.

MEINERZHAGEN ▪ Überaus erfreuliche Entwicklung in Sachen „Bahn“.

Was per Pressemitteilung des zuständigen Zweckverbandes bestätigt wurde, bedeutet eine überaus erfreuliche Wende in einer zunächst bedrohlichen Entwicklung. Millioneninvestition statt Stilllegung. Mit erheblichem Aufwand wird der Streckenabschnitt der Bahn zwischen Meinerzhagen und Brügge in zwei Ausbaustufen instand gesetzt. Die erste Maßnahme soll noch im Herbst dieses Jahres beginnen und bis Ende 2012 dauern und wird ein Bauvolumen von rund acht Millionen Euro umfassen. Eine zweite Baustufe mit in etwa gleichem Investitionsvolumen soll, wie gestern ergänzend der heimische Landtagsabgeordnete Gordan Dudas (SPD) mitteilte, bis spätestens 2014 abgeschlossen sein. Damit wird nicht nur der Güterverkehr für die Volme-Strecke gesichert. Auch für den Personennahverkehr eröffnen sich jetzt wieder neue und vor allem realistische Perspektiven.

Meinerzhagens Bürgermeister Erhard Pierlings, der seit Bekanntwerden neuer Bahnpläne zur Abgabe oder gar Stilllegung der Strecke im Februar des Jahres intensiv auf allen Ebenen aktiv war, freut sich über dieses „sehr gute Ergebnis“. Gegenüber der MZ betont er, dass „wir jetzt sogar deutlich besser dastehen als vor Einleitung des Abgabeverfahrens durch die DB-Netz AG“. Man könne nun mit großer Zuversicht auch auf die Reaktivierung des Personenverkehrs und damit den Lückenschluss zwischen Meinerzhagen und Brügge „in einem absehbarer Zeitraum hoffen“, betont er. Dabei hebt Pierlings auch noch einmal die besondere Bedeutung gerade dieses Aspektes im Zusammenhang mit dem gemeinsamen Regionale-Projekt der vier Anrainerkommunen Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Schalksmühle hervor. „Die Volmetalbahn als verbindendes verkehrsinfrastrukturelles Element hat bei unseren gemeinsam abgestimmten Planungen eine ganz besondere Priorität!“

Erfreulich bei der aktuellen Entwicklung ist, dass es im Bemühen und die Sicherung der Strecke erkennbar zu einem parteiübergreifenden Zusammenwirken kam – flankiert zudem auch durch positive Bemühungen seitens der DB Netz AG und hier namentlich des zuständigen Regionalbereichs-Verantwortlichen Heinrich Segbers. „Man war guten Willens und hat gemeinsam eine Lösung für das Problem gefunden“, resümiert.

Hilfreich war der aus hiesiger Sicht glückliche Umstand, dass für den Ausbau des Schienenverkehrs im Großraum Köln schon bereitgestellte Bundesmittel in beachtlicher Größenordnung wegen erheblicher Verzögerungen im Planungsverfahren nicht abgerufen werden konnten. Ein Teil dieser Fördermittel konnten nun in Abstimmung mit allen beteiligten Stellen umgeleitet und soll für die zum Erhalt notwendige Aufrüstung der Bahninfrastruktur im Volmetal eingesetzt werden.

Intensiv eingebracht hat sich hier auch der Märkische Landrat Thomas Gemke, der in seiner Funktion als stellvertretender Verbandsvorsteher des zuständigen Zweckverbandes zudem direkten Zugang zu den entscheidenden Schaltstellen hatte und dies auch nutzte. Auch der Meinerzhagener CDU-Kreistagsabgeordnete Udo Kritschker hatte sich persönlich in der Angelegenheit stark engagiert und freut sich nun, wie alle übrigen Beteiligten, „über diesen schönen und gemeinsamen Erfolg“, wie er gegenüber der MZ erklärte.

In anderer Funktion hatte sich der Meinerzhagener UWG-Ratsfraktionsvorsitzende Raimo Benger für den Erhalt der Strecke einsetzen machen können. Als Geschäftsführer des Verbandes der Bau- und Rohstoffindustrie nutzte er alle Kanäle auf politischer und wirtschaftlicher Ebene, um auf die besondere wirtschaftliche Bedeutung der in Frage gestellten Strecke aufmerksam zu machen. Die Steinbruchbetriebe im Listertal versenden jährlich zwischen 150 000 und 180 000 Tonnen Schotter über die Schiene. Falls die Bahnstrecke stillgelegt worden wäre, hätte das weitreichende Folgen gehabt.

In einer ersten Reaktion freut sich der in die Verhandlungen maßgeblich eingebundene SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas „für die Region“ und spricht von einem „guten Signal“. Eine mögliche Stilllegung der Strecke sei vom Tisch, betont Dudas und sagt weiter: „Die Verbindung Meinerzhagen – Brügge im Rahmen der Ausbaustufe Köln-Hagen ist wichtig für die Anbindung unserer Region an den Schienenverkehr. Die Bahnstrecke stärkt den Wirtschafts- und Bildungsstandort Südwestfalen.“

Alle Beteiligten hätten einvernehmlich an einem Strang gezogen. Die Zusammenarbeit zwischen dem Landrat, den Bürgermeistern der anliegenden Städte Meinerzhagen, Lüdenscheid, Halver und Kierspe, dem Verkehrsministerium sowie der DB-Netz AG und dem Zweckverband Ruhr-Lippe sei sehr gut gewesen, lobt Dudas. Damit habe man die Weichen dafür stellen können, eine zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur für den Kreis zu schaffen. ▪ -fe

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