Freiwilliges Kirchgeld seit fünf Jahren

Lebendiges Gemeindeleben mit über 40 Gruppen und besonderen Angeboten für Jung und Alt.

MEINERZHAGEN ▪ Dass die Evangelische Kirchengemeinde Meinerzhagen trotz angespannter Finanzlage weiterhin ein attraktives Angebot machen kann, ist auch einer vor nunmehr fünf Jahren eingeführten zusätzlichen Einnahmequelle zu verdanken. Das freiwillige Kirchgeld erweist sich zunehmend als unverzichtbarer Aktivposten im kirchlichen Haushalt.

Pastor Friedrich Tometten zieht in einem Beitrag für das Mitteilungsblatt „Gemeindestimme“ eine positive Bilanz und stellt dabei unter anderem fest:

„Seit fünf Jahren spenden über 100 Mitglieder unserer Gemeinde monatlich oder in anderem regelmäßigen Turnus einen frei gewählten Betrag zur Finanzierung der Gemeindearbeit. Pro Jahr betragen die Spenden mehr als 25 000 Euro. Das ist eine Menge Geld, das auf Wunsch der Spenderinnen und Spender speziell für die Kindergärten, für die Jugendarbeit, die Kirchenmusik oder für allgemeine Aufgaben der Gemeindearbeit vor Ort eingesetzt wird.“

Dass dieses Geld sinnvoll eingesetzt ist, verdeutlicht Pastor Tometten mit den Hinweisen auf die folgenden Aktivitäten und Angebote, die mit diesen freiwilligen Leistungen der Spender mitfinanziert werden können: „Ihr stilles und treues Engagement trägt dazu bei, dass wir in Meinerzhagen

• mit etwa 20 engagierten Mitarbeiterinnen über 200 Kinder in unseren evangelischen Kindergärten betreuen können;

• dass wir in unserer breit gefächerten Jugendarbeit durch einen professionellen Jugendmitarbeiter unterstützt werden konnten und nach dem Fortgang von Carsten Waldminghaus gerne auch wieder einen neuen Jugendreferenten einstellen möchten;

• dass wir ein anspruchsvolles kirchenmusikalisches Angebot haben;

• dass Menschen aller Altersgruppen in über 40 verschiedenen Gruppen unserer Gemeinde einen Platz finden;

• dass wir als Gemeinde im Altenheim und an den Schulen präsent sein können

• dass wir durch die Meinerzhagener Tafel in enger Zusammenarbeit mit der Diakoniestation und an vielen anderen Stellen Menschen in schwieriger Situation tatkräftig unterstützen können

• und vor allem, dass wir in unseren beiden schönen Kirchen regelmäßig Gottesdienste feiern und in vielen persönlichen Begegnungen Menschen auf ihrem Lebensweg begleiten können.“

Freiwilliges Kirchgeld

ergänzt Kirchensteuer

Bis vor wenigen Jahren waren es vor allem zwei Säulen, auf denen die Finanzierung der Gemeindearbeit ruhte: Die Kirchensteuer und öffentliche Gelder speziell für die Aufgaben, die durch die Kirche stellvertretend für die öffentliche Hand im Bereich der Diakonie und der Kindergärten wahrnimmt.

Die Kirchensteuer ist an die allgemeine Besteuerung gekoppelt: 9 Prozent der Lohn- oder Einkommenssteuer, das sind je nach Steuersatz 0,2 bis maximal zwei Prozent des Bruttolohns. Pastor Tometten verdeutlicht: „Dass Kirchen in Deutschland sich weit mehr als es in anderen Weltgegenden möglich ist in großer Breite für die Menschen an ihrem Ort einsetzen können, verdanken wir diesem System und den vielen treuen Kirchensteuerzahlern, die oft ein ganzes Berufsleben und darüber hinaus ihren Beitrag zu den wichtigen Aufgaben der Kirche leisten. Allerdings braucht die Mehrheit der Kirchenangehörigen – aufgrund ihrer persönlichen Finanzsituation oder weil sie noch nicht oder nicht mehr besteuert werden – keine Kirchensteuer zu zahlen. Zudem ist durch rückläufige Bevölkerungsentwicklung, durch Kirchenaustritte und Auswirkungen der letzten Steuerreformen das Kirchensteueraufkommen stark zurückgegangen – und dieser Trend wird sich möglicherweise so fortsetzen.“

Der Rotstift musste auch bei der Evangelischen Kirchengemeinde Meinerzhagen angesetzt werden. Pastor Tometten spricht von „Sparen bis zur Schmerzgrenze“ und zeigt auf: „Wir haben seit Jahren kräftig gespart, vor allen an Personalkosten, unter anderem eine Sekretärinnenstelle, eineinhalb Küsterstellen, zwei Drittel Pfarrstelle. Vieles, was früher bezahlt werden konnte, wird heute ehrenamtlich getan oder von den bezahlten Kräften zusätzlich übernommen. Bei allen Spar- und Umstrukturierungsmaßnahmen war uns im Presbyterium vor allem dies eine wichtig: dass wir nach wie vor unseren Aufgaben als Gemeinde gerecht werden, nämlich das Evangelium zu verkündigen und für die Menschen unserer Stadt da zu sein. Dafür sind wir neben den immer weniger gewordenen Hauptamtlichen vor allem auf unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen – aber auch das freiwillige Kirchgeld muss immer stärker zu einer verlässlichen Säule der Finanzierung unserer Gemeindearbeit werden.“

Daher der Appell an alle, die der Gemeinde nahe stehen und sich mit ihr verbunden fühlen, zu überlegen, ob sie ihre Gemeinde durch die Beteiligung an der Aktion freiwilliges Kirchgeld oder auch durch eine einmalige Spende unterstützen möchten.“ Formulare und weitergehendes Informationsmaterial liegen in den Gemeindehäusern und im Gemeindebüro aus. Die Pastoren und Gemeindemitarbeiter bieten zudem auch das persönliche Gespräch an. Informationen rund um die Vielfalt der Gemeindearbeit finden sich auch auf der Homepage im Internet unter http://www.evangelische-kirchengemeinde-meinerzhagen.de.

Horst vom Hofe

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