Digitalfunk für die Freiwillige Feuerwehr

Michael Hymmen mit einem der drei neuen Handfunkgeräte für die Wehrleitung im Einsatzleitwagen. - Fotos: Helmecke

MEINERZHAGEN -   Was lange währt, wird endlich gut. Diese alte Volksweisheit trifft es genau, auch bezüglich der jetzt anstehenden Einführung des Digitalfunks bei Polizei und Feuerwehren.

Von Jochen Helmecke

Während in fast allen „technischen Lebensbereichen“ die alte analoge Technik dem neuen digitalen Standard bereits gewichen ist, funken die Sicherheits- und Rettungskräfte bei Polizei, Feuerwehr, DRK, THW und den anderen Hilfsorganisationen zurzeit noch mit altem Standard.

Doch nun ist bald ein Ende dieser überholten und manchmal in der Leistung unbefriedigenden Qualität angesagt. Landesweit in NRW wird nämlich derzeit „auf digital“ umgerüstet. Die übergreifende Leitung für diese Aktion, von der etwa 160 000 Einsatzkräfte in 47 Kreis- und drei Landesoberbehörden der Polizei, sowie 422 Feuerwehren der Kommunen und Kreise, 96 Werksfeuerwehren und die Hilfsorganisationen betroffen sind, liegt beim Landesamt für zentrale polizeiliche Dienste (LzpD).

In Duisburg angesiedelt, koordinieren die Fachleute von dort seit kurzem zunächst den erweiterten Probebetrieb. Bei ihm handelt es sich um eine wichtige vertragliche Regelung mit den jeweiligen Geräteherstellern. Dabei machte sich das Land NRW die Erfahrungen aus anderen Bundesländern zu Nutzen. Dort war es – wie bei einem „Systemwechsel “ dieser Dimension zu erwarten – anfangs nicht zu einer fehlerfreien Funktion gekommen.

In NRW ist deshalb geregelt, dass die Probephase sofort unterbrochen wird, wenn gravierende Fehler oder Schwächen im System auftreten. In diesen Fällen müssen die Hersteller die Probleme dann schnell lösen. Erst wenn alle Tests die volle Funktionsfähigkeit bewiesen haben, übernimmt das Land das „komplette Netz“. Zur Sicherheit der Bevölkerung wird während des Probebetriebs der analoge Funk parallel weiter verwendet.

Bei etwa 80 000 Funkgeräten steht der Austausch in den Fahrzeugen und Leitstellen an. Rund 40 000 Polizisten und mehr als 120 000 Angehörige von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen werden im Moment landesweit für den Digitalfunk fit gemacht. Auch in Meinerzhagen, wie im gesamten Märkischen Kreis, sind ein Teil der benötigten Geräte in einer ersten Tranche schon beschafft worden und werden nun nach und nach eingebaut.

Bisher kaufte die Meinerzhagener Wehr aus den Mitteln des Etats 2012 insgesamt elf Fahrzeugfunkgeräte mit integriertem GPS Modul. Ebenso wurden drei Handfunkgeräte der Marke Sepura für die Wehrleitung angeschafft.

2014 sind nochmals elf Festeinbauten – so die Haushaltsplanung für das kommende Jahr – vorgesehen. Die Kosten hierfür betragen insgesamt rund 60 000 Euro. Fördermittel zur Unterstützung der Anschaffung gewährt das Land nicht. Für den Aufbau und Betrieb des Digitalfunks in den Einrichtungen mit eigener Zuständigkeit hat es allerdings rund 513 Millionen Euro bereitgestellt.

Im Dezember beginnt in der Volmestadt der Probebetrieb. Dazu zählt zuerst ein Stabilitäts- und Funktionstest durch den Systemlieferanten, die Betreibergesellschaft und die LzpD. Hierbei werden vorher abgestimmte „Messrouten und Punkte“ (Points of Interest) überprüft. Die Kommunen mussten hierzu im Vorfeld entsprechende Ortslagen angeben. Dabei griffen auch die Meinerzhagener Fachleute der Wehr auf ihre langjährigen Erfahrungen aus den Einsatz- und Übungsdiensten zurück. In diesen hatten sich ab und an die – auch durch die topografischen Lagen im Sauerland bedingten – „Funklöcher“ herauskristallisiert.

„Für Meinerzhagen haben wir angeführt den Bereich der Listerstraße, die Ortslage Haustadt und das Industriegebiet Ihne“, so Brandinspektor Thomas Decker im Gespräch mit der MZ.

Dabei ist ihm wichtig darauf hinzuweisen, dass die Nennung dieser Punkte nicht bedeutet, dass zum derzeitigen Zeitpunkt und mit der „alten Technik“ dort eine erhöhte Gefahrenlage für die Anwohner vor Ort vorliegt.

Auf den jetzt anlaufenden Probebetrieb soll ab Januar dann der klassische Probebetrieb mit „Nutzerbeteiligung“ und für operativ-taktische Übungen durch die Einsatzkräfte beginnen. Dazu werden die Kameraden der Wehr neben ihrem „normalen“ Dienst wieder vielen Stunden ehrenamtlich unterwegs sein, um sich die größtmögliche Sicherheit und Kenntnis zu verschaffen, die im Ernstfall nötig ist.

Bei der Wehrführung und den Kameraden zeichnet sich aber bereits vorab schon eine positive Erkenntnis über das neue System ab. „Die bisher von der Feuerwehr Meinerzhagen durchgeführten Funktests stellten sich in Sprachqualität und Feldstärke als positiv dar“, so Thomas Decker.

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