Freiwillige Corona-Kontrolle für Erzieherinnen

Neuer Alltag im Kindergarten

Corona Test Kindergarten Valbert
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Freiwillige Kontrolle im Evangelischen Kindergarten Valbert: Die Erzieherinnen ließen sich den für den Corona-Test fälligen Rachenabstrich entnehmen.

„Guten Morgen Jeremy!“, nimmt Simona Busch-Brock einen ihrer Schützlinge an der Eingangstür in Empfang. „Geh’ bitte Hände waschen“, ruft sie ihm nach, während der Steppke schon in den Waschraum flitzt. Ein normaler Start in einen normalen Corona-Kindergartentag. Dass in der Küche gerade ein Corona-Test für die Erzieherinnen durchgeführt wird – die Kinder stört’s nicht.

Valbert – Über den Besuch von Sina Bertram, Mitarbeiterin des Meinerzhagener Multimedicums, freut sich die Leiterin des Evangelischen Kindergarten Valbert dafür umso mehr. Dass nicht jede Kollegin für den freiwilligen Test zum Arzt fahren müsse, um den notwendigen Rachenabstrich vornehmen zu lassen und sich das Multimedicum zum „Hausbesuch“ bereit erklärt habe, sei für alle Beteiligten ein Vorteil. Noch bis zum Beginn der Herbstferien sollen die Tests für Lehrer und Kita-Beschäftigte kostenlos möglich sein. Und dann? „Das werden wir dann sehen“, zuckt die Kita-Chefin mit den Schultern.

Zurück zur Normalität

So vieles könne im Augenblick und auch angesichts der steigenden Infektionszahlen einfach nicht langfristig geplant werden – auch das ist Kindergartenalltag im Corona-Zeitalter.

„Für die Kinder ist es in ihren Gruppen aber fast wieder normal. Dafür sind wir dankbar.“ Vor mehr als einem Monat haben die Kindertagesstätten ihren Regelbetrieb wieder aufgenommen. Hygiene ist dabei immer noch das A und O. Hände waschen ist wichtig – ob mit oder ohne Corona. „Die Kinder wissen das und für sie ist es Normalität“, lobt Simona Busch-Brock ihre Schützlinge.

Ein Lob geht auch an die Eltern. Diese dürften die Kita zwar eigentlich wieder betreten, „doch wir haben uns darauf geeinigt, dass sie ihre Kinder weiterhin nur bis zu den beiden vorgesehenen Eingängen bringen. Alle haben dafür Verständnis.“ Lediglich die 19 neuen Mädchen und Jungen hätten während der Eingewöhnungsphase bis ins Gebäude gebracht werden dürfen.

Sorge vor Erkältungszeit

Während der schrittweisen Öffnung der Kitas im Sommer sei noch jede Gruppe isoliert gewesen. Das habe sich inzwischen geändert. „Jede Gruppe ist morgens zwar immer noch für sich, doch die Kinder dürfen sich auf dem Flur treffen. Das Mittagessen findet in zwei Gruppen statt. Dass sich die Kinder dabei ihr Essen selbst aufschöpfen, was an sich die Selbstständigkeit fördert, ist aber momentan nicht möglich, weil dann alle denselben Löffel benutzen würden“, berichtet Simona Busch-Brock aus dem Kita-Alltag. Nachmittags würden die Gruppen dann gemischt. „Das funktioniert personell auch gar nicht anders.“ Dank der vom Staat finanzierten Alltagshelfer sei es möglich, strenge Hygiene-Vorgaben wie das Reinigen von Tischen, Stühlen und Handläufen, umzusetzen, ohne dass die pädagogische Arbeit darunter leide.

Die Sorge, dass es mit dem Beginn der Erkältungszeit und der Vorsicht vor dem Coronavirus personell eng werden könnte, schwingt dennoch mit. „Dass es womöglich schwierig werden könnte, darauf haben wir unsere Eltern vorbereitet.“

Herbst ist auch im Kindergarten Schniefnasenzeit. „Bisher sind die Eltern bei möglichen Krankheiten sehr vernünftig.“

Kein Laternenumzug

Ohne Einschränkungen werden jedoch auch die nächsten Wochen nicht verlaufen. So werde es keinen Laternenumzug geben, „dafür feiert aber jede Gruppe für sich ein Laternenfest – nur leider ohne Eltern.“ Die Suche nach Alternativen hat sich das Kita-Team in der Corona-Zeit inzwischen zum Credo gemacht. „Wichtig ist es, dass diese Zeit für die Kinder schön gestaltet wird“, steht für Simona Busch-Brock und ihre Kolleginnen fest

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