Freie Mitarbeiter immer auf der Suche nach guter Story

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Unser Mann in Rönsahl: Rainer Crummenerl, wie ihn die Menschen seit mehr als 50 Jahren kennen, mit Kamera, Block und Kugelschreiber im Interview mit Ortsbürgermeister Horst Becker. 

KIERSPE/MEINERZHAGEN - Mit der Kamera um den Hals, den Block in der Hand und den Kuli gezückt beobachtet der Lokalreporter das Geschehen oder spricht mit seinen Interviewpartnern.

Genauso ist Rainer Crummenerl seit Jahrzehnten immer wieder in Rönsahl zu sehen. Er übt den Job von allen freien Mitarbeitern im Hause mit Abstand am längsten aus. Mit anhaltend viel Herzblut ist er schon seit Jahrzehnten dabei.

Was wäre die Meinerzhagener Zeitung ohne sie, die oftmals mit viel Idealismus vor Ort recherchieren und auf diese Weise das feste Zeitungsteam verstärken! Die freiberuflich tätigen Mitarbeiter garantieren durch ihre Berichte, Reportagen und Interviews mit dafür, dass der Lokalteil für die Leser möglichst interessant und vielfältig wird und prägen ihn damit ein Stück. Auf den Seiten sind sie leicht zu erkennen an ihren Kürzeln am Schluss der Artikel oder mit ihren Autorenzeilen darüber. Es sind dies neben Rainer Crummenerl (cr): Stefanie Schildchen (48, schi, seit 1996), Petra Schüller (39, ps, seit 1997), Luitgard Müller (58, luka, seit 1983), Isabelle Escher (27, isas, seit 2000), Dominic Rieder (34, dr, seit 2004), Jochen Jürgen Helmecke (56, jjh, seit 2010), Gertrud Goldbach (59, GeG, seit 1993), Martina Haski (55, msh, seit 2008), Ruth Fischer (71, Fis, seit 1984), Erna Schmidt (67, As, seit 1992), Bärbel Schlicht (70, bel, seit 2009), Birgitta Negel-Täuber (52, bnt, seit 2008), Monika-Marie Finke (57, mm, seit 2006), Andrea Haase (44, ah, seit 2000), Bernadett Jung (25, bj, seit 2004), Thomas van de Wall (vdw), Alina Pelikan (19, ap, seit 2011), Jacqueline Ackermann (ja, seit 2011), Naima Fischer (19, nf, seit 2011) und Valentina Wengefeld (18, we, seit 2011), im Bereich Gerichtsberichterstattung Jana Peuckert (jape), als Karikaturist Arnd Hawlina (43, seit 2003) sowie im Lokalsport Michael Schneider (50, mlsr, seit 2008) und Marcus Kleinhofer (41, mk, seit 2007). Einige von ihnen könnten sich ohne Schwierigkeiten voll in die Redaktionsarbeit integrieren, wenn sie nicht schon in anderen Berufen eingebunden wären.

Immer wieder unternehmen junge Menschen nach oder auch noch während ihrer Schulzeit, bei der MZ ihre ersten journalistischen Gehversuche. Sie sind entweder als freie Mitarbeiter tätig oder verbringen mit dem Ziel, das Berufsbild näher kennenzulernen, vor oder nach dem Studium als Praktikanten einige Wochen im Hause. Nicht zu vergessen, dass einige Redakteure als freie Mitarbeiter begonnen und in dem Zuge ihre ersten Berufserfahrungen gesammelt haben. Die Freien sind für die Redaktion von unschätzbarem Wert, denn sie haben ihr Ohr stets nah an der Bevölkerung sowie am Geschehen vor Ort. Es sind Frauen und Männer, die aus allen Alters- und Gesellschaftsgruppen kommen, dabei haben sie unterschiedlichste Interessensgebiete.

Rainer Crummenerl begann seine freiberufliche Tätigkeit für die Meinerzhagener Zeitung bereits vor 55 Jahren. „Ich liebe diesen Job. Mit ist die Nähe zu den Menschen besonders wichtig“, stellt der gelernte Industriekaufmann fest. Als Journalist müsse man stets hautnah dabei sei, selbst aktiv werden und auf die Leute zugehen, beschreibt er, worauf es aus seiner Sicht ankommt, zugleich damit auch sein Erfolgsrezept. „Ich sage mir immer: Augen und Ohren auf, denn nur so kann man einfühlsame Geschichten schreiben.“ Täglich ist er auf den Straßen des Dorfes unterwegs, um neue Themen aufzuspüren. Er ist auch immer einsatzbereit, wenn es in Kierspe-Innenstadt einen Termin zu besetzen gilt. Auch dort ist er bei diversen Anlässen und Veranstaltungen aus dem Grund regelmäßig anzutreffen.

Für den mittlerweile 71-jährigen gibt es „nichts Spannenderes, als Neuigkeiten aufzudecken“. Dabei ist es ihm ganz wichtig, wie er weiter sagt, „am Dorfleben voll und ganz teilzuhaben“. Er fühlt sich mit Land und Leuten verbunden. Kein Wunder, dass er mit der Zeit praktisch in allen Vereinen im Ort Mitglied wurde, ob als begeisterter Fußballfan im TSV Rönsahl, wo er als Geschäftsführer lange auch dem Vorstand angehörte, im MGV Rönsahl oder als Natur- und Wanderfreund im SGV Rönsahl, wo er ebenfalls als Schriftführer Mitglied des Leitungsteams war.

Über seine persönliche Interessen kam er überhaupt zur Zeitung: Rainer Crummenerl, der selbst aktiv Fußball spielte, begann als 16-Jähriger für die MZ Fußballberichte zu schreiben – natürlich zunächst vor allem über seine eigene Rönsahler Mannschaft. Vor so langer Zeit, als es weder Computer und Handys noch Digitalkameras gab, lief das natürlich anders als heute: „Damals habe ich immer sonntagsabends, nachdem ich den ganzen Tag auf dem Sportplatz verbracht hatte, per R-Gespräch in der Redaktion angerufen und meine Texte durchgegeben“, schildert er. Erste Hürde war dabei die Suche nach einem freien Telefon.

Die Berichte hatte er zuvor erst von Hand und später mit der guten alten Schreibmaschine verfasst. Wenn es dem Rönsahler Urgestein anfangs auch schwerfiel, sich von seiner „Triumph“ zu trennen, ging er natürlich irgendwann doch mit der Zeit und schreibt nun seit Jahren bereits am Computer. Seine Texte schickt er zusammen mit den dazugehörigen Digitalfotos per E-Mail nach Meinerzhagen. „Das hat die Arbeit ungemein vereinfacht“, gibt er zu. Für seine Recherchen legt der Vollblutjournalist trotzdem weiterhin Wert auf den persönlichen Kontakt und meidet da eher Kommunikation über das Internet.

Heute gilt sein besonderes Interesse der Heimatgeschichte, der er sich in interessanten Berichten aus vergangenen Rönsahler Zeiten mit Vorliebe widmet. Doch ebenfalls die Musik ist ein Steckenpferd von ihm und so stammen die meisten Konzertkritiken, besonders die im Rahmen der kirchenmusikalischen Reihe in der Rönsahler Servatiuskirche, aus seiner Feder.

Die Redaktion kann auf Rainer Crummenerl und seinen über die Jahrzehnte aufgebauten Erfahrungsschatz zählen, er gilt bei vielen Themen, die er über lange Zeit selbst verfolgt hat, und nicht zuletzt auch wegen seiner umfangreichen Kontakte, als Insider. Ans Aufhören denkt der unermüdlich aktive 71-Jährige übrigens nicht, auch wenn er den Geschenkeartikelladen an der Hauptstraße, den er lange Zeit zusammen mit seiner Frau betrieb, mittlerweile abgegeben hat und zumindest in diser Hinsicht schon sein Rentnerdasein genießt. Aber Kamera, Block und Kuli beiseite legen, das will und kann er nicht. „Der Job gehört einfach zu meinem Leben. Ohne die MZ-Arbeit würde mir etwas fehlen“, gesteht er.

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