1000 Arbeitsstunden für Fenster in der FEG

Pastor Detlef Kühne mag die Glasfenster im großen Saal sehr: „Sie sind etwas ganz Besonderes.“

MEINERZHAGEN - Das Haus Am Hasenkamp 23 ist rein äußerlich betrachtet eher unauffällig. Ein Gebäude mit Anbau eben. Dass hier die Freie evangelische Gemeinde (FEG) ihr Domizil hat, darauf weist auf den ersten Blick kaum etwas hin. In den Räumlichkeiten herrscht jedoch reges Leben – und die Gemeinde wächst sogar.

Von Jürgen Beil

„Vor zwölfeinhalb Jahren, als ich hierher gekommen bin, bestand die Gemeinde aus 140 Mitgliedern, inzwischen sind es 170“, ist Pastor Detlef Kühne stolz auf diesen Zuwachs. Die Gemeinde finanziert sich übrigens komplett aus Spenden ihrer Mitglieder, auch der Seelsorger wird davon bezahlt, ebenso wie der Gebäudeunterhalt und die Energieskosten. Die Angehörigen der Freien Gemeinde legen sogar selbst Hand an, wenn Hilfe gefragt ist.

Besonders eindrucksvoll ist das an den Fenstern zu sehen, die den 1976 fertiggestellten Anbau der 1904 gegründeten FeG in Meinerzhagen zieren. Hier ist der große Raum untergebracht, in dem die Gottesdienste stattfinden. Er gleicht dem Inneren einer Kirche. In dieses Bild passen auch die farbigen Kirchenfenster, die den kleinen Saal prägen und die Atmosphäre schaffen. Sie haben eine ganz besondere Geschichte.

Der Lüdenscheider Architekt Olaf Weigt wurde Mitte der 1970er Jahre damit beauftragt, die Entwürfe für die Fenster-Motive anzufertigen. Er kam dem Wunsch nach – doch dann waren die Gemeindemitglieder an der Reihe, das Projekt fertigzustellen. Zunächst wurden nach Dia-Fotos Schablonen aus Pappe angefertigt, wobei man die vorgefertigten Konturen eins zu eins übernahm. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter aus den Reihen der FeG besorgten sich anschließend Buntglas, legten die Farbtöne fest und nummerierten sie. Danach ging es mit reiner Handarbeit ans Glas-Schneiden. Von unten nach oben wurden die Fenster nun beklebt. „Etwa 1000 Arbeitsstunden wurden dabei geleistet, mancher Helfer holte sich eine blutige Hand“, berichtet Pastor Detlef Kühne, der diese Geschichte aus Erzählungen von Beteiligten kennt.

Heraus kamen beeindruckende Kirchenfenster, deren Motive mit Bedacht gewählt wurden. Es finden sich die Elemente Licht, Luft, Wasser und Erde und natürlich die Sonne. Und auch ein Kreuz wurde so verewigt, es ziert eines der beiden schmalen, hohen Fenster. „Unsere Fenster sind schon etwas ganz Besonderes“, freut sich auch der Seelsorger über die Farbtupfer im Saal. Sein gläsernes Lieblingsmotiv ist übrigens das mit der aufbrechenden Erde, dem Feuer und der Sonne. „Es symbolisiert die Auferstehung“, erklärt Detlef Kühne.

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