„Verantwortungsvoller Umgang eine Charakterfrage“

Immer mehr Leistung: Sind Motorräder gefährlich?

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Fred Eckhardt und der Motor einer Yamaha FZR 1000, Baujahr 1990, mit 145 PS.

Meinerzhagen - Ein handelsübliches Mittelklasse-Motorrad der Marke Suzuki Bandit 1250 beschleunigt in 3,3 Sekunden von Null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit etwa 225 km/h angegeben. Um diese „Urgewalten“ zu bändigen, bedarf es einiger Erfahrung und eines kühlen Kopfes.

Dass bei diesen Eigenschaften nicht alle Zweiradfahrer „punkten“, weiß die heimische Polizei. Immer wieder erwischt sie Raser, die mit ihrem Bike gegen alle Regeln verstoßen. So auch wieder am vergangenen Wochenende: Für einen Motorradfahrer (und einen Meinerzhagener Autofahrer, 40 Jahre alt und ohne Führerschein) heißt es demnächst zu Fuß zu gehen, denn sie wurden von der Polizei bei Geschwindigkeitsübertretungen erwischt

Fred Eckhardt ist Inhaber der Firma FE Racing. An der Bahnhofstraße betreibt der ehemalige Motorrad-Rennfahrer eine Werkstatt – und er verkauft gebrauchte Motorräder. Eckhardt weiß, was heutzutage auf zwei Rädern über heimische Straßen rollt. 

„In 3,3 Sekunden auf 100 und 225 km/h schnell? Das ist sogar noch recht harmlos. Es gibt schnellere Motorräder“, weiß der Zweirad-Experte. Um solche Maschinen zu bändigen, muss der Fahrer nach Eckhardts Meinung über zwei wichtige Eigenschaften verfügen: „Talent und Erfahrung. Die einen haben es, die anderen nicht. Im letzten Fall kann es durchaus gefährlich werden.“

Fred Eckhardt sammelte als Motorrad-Rennfahrer einige Erfahrungen im Hobby-Bereich. Heute betreibt er ein Motorrad-Geschäft mit Werkstatt an der Bahnhofstraße.

Grundsätzlich kann jeder Geschwindigkeits-Freak ein Super-Bike kaufen und – die entsprechende Fahrerlaubnis vorausgesetzt – damit auf Tour gehen. „Diese Maschinen kosten so viel wie ein Kleinwagen. Das ist für viele machbar. Ein Ferrari hingegen, der über ein ähnliches Leistungsvermögen verfügt, bleibt nur wenigen vorbehalten. Das ist auch ein Grund, warum Motorräder immer wieder auffallen“, glaubt Eckhardt.

Er ist zudem der Meinung, dass es auch eine Charakterfrage ist, wie verantwortungsvoll der Fahrer mit der ihm zur Verfügung stehenden Leistung umgeht. Und wenn Eckhardt ein schnelles Motorrad verkauft, weiß auch er nicht, ob der neue Besitzer sich vernünftig verhält: „Man kann halt nicht in die Leute hineinsehen.“ Aber eines steht für den Meinerzhagener fest: „Nein, für jeden ist eine solche Maschine sicher nicht geeignet.“

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