Frauen „kommen aus dem Quark“

+
Hannelore Hallmann, Kathleen Müller und Christin Haidle diskutierten mit den Frauen. ▪

VALBERT ▪ Jede Frau hat sicher Träume die sich nicht erfüllt haben, günstige Möglichkeiten, die an ihr vorbeigegangen sind ohne genutzt worden zu sein oder Vorstellungen, die sich nicht verwirklichen ließen.

Ist es wirklich irgendwann zu spät dafür, seine Wünsche zu leben? Eine Antwort darauf versuchten am Sonntag die Frauen zu finden, die der Einladung der VHS in Kooperation mit Haus Nordhelle anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März nach Valbert gekommen waren.

Das Motto der Veranstaltung lautete „Komm aus dem Quark“. Nach dem Begrüßungskaffee wurden die über 50 Frauen von Kathleen Müller (VHS), Christin Haidle (Haus Nordhelle) und Hannelore Hallmann (Zentrum Frau und Gesundheit, Berglandklinik) willkommen geheißen. Sie waren eingeladen, gemeinsam einen interessanten und ereignisreichen Nachmittag zu erleben, in dessen Mittelpunkt der Film „Die Herbstzeitlosen“ stand. Der Schweizer Spielfilm war sehr erfolgreich und rangiert an zweiter Stelle der Bestenliste des Schweizer Kinos. „Wir wollen nicht einfach einen Film anschauen, sondern dabei viel für uns herausfinden“, sagte Christin Haidle.

Zur Einstimmung flimmerten zahlreiche Zitate über die Leinwand, die bereits zum Nachdenken anregten. Und auch über den Spruch, der auf einem kleinen Zettel stand, den sich jede Frau aus einem Beutel herausnahm, wurde untereinander angeregt diskutiert. Das waren Aussagen, wie sie auch in dem Film „Die Herbstzeitlosen“ vorkamen. Dessen Handlung spielt in dem verschlafenen Dorf Trub im Emmental. Auf humorvolle Weise wird der Alltag von vier Freundinnen gezeigt, die sich gemeinsam gegen ihre stockkonservativen Nachbarn und verkrustete Strukturen in ihrem Dorf durchzusetzen versuchen. Martha verliert nach dem Tod ihres Mannes allen Lebensmut. Ihr kleiner Lebensmittelladen dümpelt vor sich hin. Ihr Sohn, der Dorfpfarrer, möchte den Raum für seine Bibelstunde nutzen. Einfühlsam inszenierte die Regisseurin Bettina Oberli den leisen aber intensiven Kampf von Matha und ihren Freundinnen, als sie gegen alle Widerstände in dem Laden eine Lingerie-Boutique eröffnen wollen.

Um der Freundin zu helfen, macht eine einen Computerkurs und eine andere noch den Führerschein. Hilfe erhalten sie zudem von Teilnehmern eines Computer- und einem Stickkurses. Gegen die geballte Frauenpower und tatkräftiger Unterstützung vieler Helfer geben die Dorfbewohner am Ende ihren Widerstand gegen die Unterwäsche-Boutique auf.

Nach dem Film stießen alle Frauen mit Sekt und Orangensaft auf die Lebensfreude und Lebenslust an. Beim gemeinsamen Essen, zu dem auch in diesem Jahr wieder ein reichhaltiges Büfett aus der Küche von Haus Nordhelle vorbereitet war, hatten die Frauen Gelegenheit, in gemeinsamer Runde über ihre Eindrücke und Gedanken zu sprechen, die der Film bei ihnen ausgelöst hatte. Da wurden viele Möglichkeiten erörtert, was „Frau“ im täglichen Leben tun kann, um verloren geglaubte Träume doch noch zu leben und die eigenen Möglichkeiten zu erkennen und zu nutzen, um doch noch „aus dem Quark“ zu kommen. ▪ bes

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare