Innenstadtquartier

"Die Stadthalle bleibt so stehen": Fragen und Antworten aus Ausschuss und Rat

+
Im Rahmen der PSVU-Sitzung stellte Hans-Joachim Hamerla (stehend rechts) vom Düsseldorfer Planungsbüro ASS sein Konzept vor. Annähernd 40 Zuhörer folgten im Ausschuss seinen Ausführungen.

Meinerzhagen – Rolf Puschkarsky (SPD), Vorsitzender des Ausschusses für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt (PSVU), wusste um die Bedeutung der Sitzung. Denn es ging um Fragen und Antworten zum geplanten Innenstadtquartier. 

Als „wegweisende und zukunftsorientierte“ Entscheidung bezeichnete er die Abstimmung über das geplante Innenstadtquartier, die letztlich einstimmig für die Umsetzung des Konzepts endete – ebenso wie kurz darauf im Rat. Vor allem im PSVU hatte es zuvor jedoch zahlreiche Fragen zum Thema Stadthalle, kommerzielles Zentrum, Parkplätze & Co. gegeben.

Wird das Parken in der Tiefgarage kostenpflichtig sein?

„Das kann heute noch keiner sagen“, erklärte Hans-Joachim Hamerla vom Düsseldorfer Planungsbüro ASS. Zu erwarten sei, wie in anderen, ähnlichen Projekten, dass die erste(n) Stunde(n) für Kunden der angesiedelten Einzelhandelsgeschäfte kostenlos sind, danach aber Geld verlangt werde. „Nur so kann ein Dauerparken verhindert werden“, sagte Hamerla.

Entsteht ein „Kasten“ wie am Wildenkuhlen in Kierspe?

Geplant ist das nach den derzeitigen Plänen nicht. „Keiner kann sagen, dass es etwa ein Gründach geben wird“, sagte Hans-Joachim Hamerla. Wenn der Investor diese Art Dach allerdings aus nachvollziehbaren Gründen nicht realisieren kann, müsse man Alternativen finden. „Es muss für die Innenstadt aber auf jeden Fall eine gute Lösung werden“, sagte Hamerla.

Wird es weniger Parkplätze geben als derzeit hinter der Stadthalle?

Nein. Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar betonte, dass bereits jetzt zwei Parkdecks mit insgesamt 124 Plätzen in der Kalkulation berücksichtigt worden seien. „Mit einem dritten und vierten Parkdeck wären dann sogar noch einmal 102 zusätzliche Plätze möglich.“ Dieses dritte oder gar vierte Tiefgaragengeschoss sei allerdings äußerst kostspielig, betonte Hans-Joachim Hamerla. Ob es gebaut wird, hänge auch mit der Zahl und Größe der sogenannten Ankermieter zusammen, also jener Einzelhandelsflächen, die die meiste Fläche benötigen und für die Hauptkundenströme sorgen sollen.

Werden städtische Gremien weiterhin am Ausschreibungsverfahren beteiligt?

Hans-Joachim Hamerla schlägt einen begleitenden, interfraktionellen Arbeitskreis vor. Daneben wird es aber auch eine Jury, ein Kolloquium und mehr geben, sodass die Öffentlichkeit in jedem Fall eingebunden sein werde. Und: „Das, was wir ausschreiben, ist 100 Prozent das, was ich heute gesagt habe!“

Was passiert mit den öffentlichen Toiletten an der Stadthalle?

Sie sollen an anderer Stelle zur Verfügung gestellt werden, „und dann moderner vorzufinden sein“, sagte Ausschussvorsitzender Rolf Puschkarsky.

Wird mit einem Vorbau vor der heutigen Spielhalle geplant, wenn dort die Stadtbücherei einziehen soll?

Diese Pläne wurden ad acta gelegt. „Die Fassade wird natürlich ertüchtigt, aber man hat gesehen, dass wir bei Veranstaltungen auf unserem neuen Otto-Fuchs-Platz jeden Quadratmeter brauchen“, sagte Bürgermeister Jan Nesselrath. Bis zu neun Meter würde solch ein Vorbau in den Platz hineinragen.

Bleibt die Zahl der Sitzplätze im Otto-Fuchs-Saal der Stadthalle unverändert?

Ja. Der Hauptsaal der Stadthalle soll auch künftig bis zu 670 Menschen Platz bieten, betonte Rolf Puschkarsky.

Ist die Anschaffung eines sogenannten DCP-Beamers geplant, um aktuelle Kinofilme zeigen zu können?

Eher nicht. „Auch der jetzige Kinosaal verfügt nicht über diese Technik“, erklärte Jan Nesselrath. So wird es bei Vorführungen im Otto-Fuchs-Saal oder einem der geplanten Multifunktionsräume wohl weiter Programmkino geben. „Nicht alles lohnt sich in Meinerzhagen. Wir haben in Gummersbach und Lüdenscheid große Kinos.“

Kann die Nutzungsdauer des kommerziellen Zentrums durch den Investor vertraglich festgelegt werden?

„Vertraglich regeln kann man alles“, sagte Bürgermeister Jan Nesselrath. Ob das im Zuge der Ausschreibung sinnvoll ist, müsse man sehen. Hans-Joachim Hamerla betonte jedoch bereits auf Nachfrage von Klaus Laufer, dass interessierte Investoren ohnehin mit bis zu 300 000 Euro in Vorleistung treten müssten, um überhaupt an der Ausschreibung teilzunehmen. Das Risiko, an einen finanziell klammen Investor (Stichwort: Insolvenzgefahr) zu geraten, lasse sich zudem durch weitere Prüfungen minimieren."

Gibt es einen Plan B, falls kein Investor gefunden wird oder keine Förderung durch das Land erfolgt?

„Ich bin abergläubisch – deshalb sollten wir jetzt nicht über Plan B reden. Aber Rat und Verwaltung haben zugesagt, sich für den Erhalt einzusetzen“, sagte Jan Nesselrath und versprach: „Die Stadthalle bleibt so stehen!“ Eine Aussage, die Rolf Puschkarsky untermauerte. „Man wird ja schlau im Laufe der Jahre...“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare