Ein bisschen Bayern im Sauerland

Fesche Dirndl-Madeln an der Listersperre

Die Jausenstation „Hitzenamlm“ oberhalb der Listertalsperre lieferte eine perfekte Location für das Fotoshooting.

MEINERZHAGEN - Was in heimischen Breiten eher nur einmal im Jahr zum Oktoberfest aus dem Kleiderschrank geholt wird, gehört in Bayern und Österreich ganzjährig zum guten Ton der Mode. Gemeint ist das Dirndl. Dass das auch hier zu Lande gut aussehen kann, beweist ein heimischer Fotograf.

Das Dirndl ist kein vom Aussterben bedrohten Kleidungsstück, sondern ganz im Gegenteil inzwischen auch bei jungen Damen wieder absolut in. Die Vorstellung, dass Dirndlkleider in dunklen Läden im tiefsten Bayern von betagten Verkäuferinnen verkauft werden, lässt sich nicht halten, kennt man Kristin Kreuzer aus Himmelstadt bei Würzburg. Erst im Jahr 2011 gründete die 26-jährige Designerin ihr eigenes Label für edles und hochmodernes Dirndl-Design.

Der Meinerzhagener Fotograf Thomas van de Wall mit den Beteiligten des Dirndl-Foto-Shootings, zu denen auch der heimische Friseur Pietro Trisolini und seine Mitarbeiter Swetlana Golowin gehörten.

Schneiderausbildung bei s.oliver, Studium mit Abschluss zum Bachelor of Engineering/Clothing Technology – ein Abschluss, der prädestiniert dafür ist, die Laufstege der Welt mit verrückten Bekleidungsstücken zu beglücken. Doch Kristin Kreuzer schlägt einen anderen Weg ein, und das mit großem Erfolg. Mit ihrem Label „Kleiderkunst“ kreiert Kristin Kreuzer,, die ihre Liebe zur Schneiderei bereits als Kind in der Änderungsschneiderei ihrer Mutter entdeckte, jetzt edle Dirndl. Edle Stoffe, filigrane Bordüren und echte Swarovski Kristalle, die in aufwendiger Handarbeit auf die Kleider appliziert werden – das zeichnet das Design der Kleiderkunst-Dirndl aus. Kleine Kollektionsserien abseits der Stangenware und alle von der Entwicklung bis zur Fertigung jedes einzelnen Modells entstehenden Arbeitsschritte behält sich die Edel-Designerin selbst vor.

Per Zufall und über sein Model Rosalie Schwenk lernte Kristin Kreuzer den Meinerzhagener Fotografen Thomas van de Wall kennen. Im vergangenen Herbst entstanden so in den Weinbergen bei Himmelstadt und an der Würzburger Residenz die ersten Modeaufnahmen mit dem feschen Sauerland-Export Rosalie Schwenk. Die Fotos fanden großen Anklang und Rosalie bewährte sich als Werbe-Model für das junge Label.

Eindrücke vom Shooting an der Listertalsperre:

Dirndl-Shooting im Sauerland

Im Winter entstand jetzt die aktuelle Kollektion der jungen Designerin. Und Kristin Kreuzer entschloss sich, zur bildlichen Umsetzung wieder das bewährte Team aus Fotograf und Model zu buchen, zusammen mit zwei weiteren Models: Cindy Dewke aus Unna und Teresa Schraut aus Himmelstadt.

Dieses Mal sollte die Fotostrecke aber nicht im schönen Unterfranken entstehen, sondern im Sauerland! Ein Dirndl im Sauerland – das passt doch nicht, könnte man denken. Die Fotos jedoch, die in der vergangenen Woche entstanden, sprechen für sich. Und wer es nicht weiß, würde nie vermuten, dass diese Fotos nicht irgendwo im alpenländischen Raum entstanden sind.

Bei der Location-Suche wurde der Fotograf schnell fündig. Eine Alm im Sauerland? Es gibt sie tatsächlich – ganz in der Nähe der Listertalsperre in Hitzendumicke, einem Ortsteil von Olpe. Die dortige „Hitzenalm“ fungiert am Wochenende als gut besuchte Jausen-Station. In der vergangenen Woche wurde sie kurzerhand zum Foto-Set umfunktioniert. Models in Dirndlkleidern mit traditionellen Flechtfrisuren statt kuchen- und schnittchenhungriger Wanderer. Alles sollte authentisch aussehen.

Dass auch ein Meinerzhagener Friseur bayrische Flechtfrisuren kreieren kann, bewies Pietro Trisolini vom Salon Figaro mit seiner Mitarbeiterin Svetlana Golowin – Flechtzöpfe und Haarblumen im Minuten-Takt. Kristin Kreuzer war begeistert von den flinken Händen der Friseure und der Make-up-Artistin Birgitt Decker, die für jedes Dirndl-Model ein neues Styling entwarfen.

Die Holzhütte vor der Hitzenalm, die kleine Kapelle und die Jausenstation boten die perfekte Kulisse für ein original bayrisches Fotoshooting. Dass die Models bei dem typischen Sauerländer Wetter ein wenig frieren mussten störte sie wenig, angesichts der traumhaften Designer-Dirndl, die sie tragen durften. Als durchaus alltags- und sauerlandtauglich empfanden auch die NRW-Models die Dirndl-Kleider mit den schönen Namen Jolanda, Reseda, Malva, Bellis oder Silene und erbrachten so den Beweis, dass die Designer-Dirndl von Kristin Kreuzer nicht nur Mode für betagtere Damen sind. - eB

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