Dirk Gebhardt stellt sein Buch in Meinerzhagen vor

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Bürgermeister Jan Nesselrath (links) stellte Dirk Gebhardt vor, der im Ratssaal seinen Bildband „Quer durch“ präsentierte.

Meinerzhagen - „Die Menschen in Deutschland wollen aktiv an ihrer Gesellschaft teilhaben.“ Dieses Fazit zieht Dirk Gebhardt, Fotograf und Professor für Bildjournalismus an der Fachhochschule in Dortmund, der am vergangenen Montagabend im Meinerzhagener Ratssaal seinen Fotoband „Quer durch“ vorstellte.

In 13 Etappen an 44 Tagen hatte Gebhardt vor zwei Jahren gemeinsam mit dem Journalisten Jörg-Christian Schimöller Deutschland von Isenburg im Westen bis Zentendorf im Osten durchquert. Dabei waren sie auch in Meinerzhagen zu Gast gewesen (die Meinerzhagener Zeitung berichtete seinerzeit).

Wie leben die Deutschen und was bewegt sie ein Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall? Diesen Fragen waren die beiden Suchenden auf ihrer 780 Kilometer langen Wanderung nachgegangen.

 Sie hatten die unterschiedlichsten Menschen getroffen, Mönche, Förster, Heimatforscher, Landärzte, Ziegenhirten, Bauwagenbewohner, Künstler, Flüchtlinge, Landwirte und auch Bürgermeister wie Jan Nesselrath, der ihnen damals seinen Wohnwagen für die Übernachtung zur Verfügung gestellt hatte und der den Autor und sein Buch am Montag dem interessiertem Publikum vorstellte: „Als Chronist seiner Zeit zeigt der Autor auf 288 Seiten, was er bei seiner Wanderung sieht.

Akribisch verbindet er nüchterne Information mit einer assoziativen Bildsprache. Momentaufnahmen treffen auf Empirik“.

Entstanden ist eine Sozialreportage mit mehr als 180 Bildern, sowohl Roadmovie, als auch Reiseführer und eine Hommage an die Menschen in Deutschland, die bei den zumeist zufälligen Begegnungen von ihren Ängsten, Hoffnungen, Zweifeln und Wünschen berichteten.

Am meisten überraschte das Duo, dass sich die meisten Klischees nicht bewahrheiteten und die Deutschen weit weniger konservativ sind, als man ihnen nachsagt.

„Es hat mich erstaunt, wie viele engagierte Menschen uns begegnet sind, die sich um ihr soziales Umfeld bemühen und versuchen, ihre Gesellschaft positiv zu verändern, indem sie sich für mehr Gerechtigkeit und Solidarität, einen nachhaltigeren Umgang mit den natürlichen Ressourcen und ein friedliches Miteinander einsetzen, und wie viele deshalb auch alternative Lebensweisen ausprobieren“, sagte Gebhardt. Die drohende Altersarmut habe sich als größte Angst wie ein roter Faden durch alle Gespräche mit den vielen Menschen im reichsten Land der EU gezogen.

Auch auf die Flüchtlingskrise, die vor zwei Jahren gerade erst begann, geht Gebhardt in seinem Buch ein. Ja, es sei viel Geld für Flüchtlinge ausgegeben worden, bestätigt er, rund 24 Milliarden Euro. 7,2 Milliarden seien ins Ausland geflossen, um die Abwanderung zu verhindern. Der Rest sei im Land verblieben und habe zu einem Anstieg des Wirtschaftswachstum von 0,3 bis 0,5 Prozent beigetragen.

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