Forstbetriebsgemeinschaft Valbert zieht Bilanz

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Günter Spelsberg bleibt Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Valbert. ▪

VALBERT ▪ Die heimischen Waldbesitzer sind zusammengeschlossen in so genannten Forstbetriebsgemeinschaften (FBG). Die Valbert FBG hatte dieser Tage zur Jahreshauptversammlung eingeladen. Auch Wahlen standen auf der Tagesordnung.

Eine „Jux-Veranstaltung“ hatte der FBG-Vorsitzende im Tätigkeitsbericht aufgelistet: Neujahrsempfang beim Ministerpräsidenten. Da sollte das Ehrenamt eine Würdigung erfahren, weshalb auch Günter Spelsberg und sein Stellvertreter Heiko Fernholz eingeladen waren. Minister Uhlenberg habe eine Rede gehalten: „Eine Farce, das Ganze!“ Unerwartet großen Zulauf habe das 1. Sauerländer Holzhackertreffen in Ihne erfahren, das im September erneut stattfinden soll. Am 22. April starten die FBG-Mitglieder, die für 1600 Hektar Waldfläche stehen, zu einer Info-Fahrt mit Besichtigung eines Sägewerkes mit angeschlossener Pelletproduktion in Eslohe-Bremke. Besichtigt werden zudem Windwurfflächen im Arnsberger Wald, die seit 1990 sich selbst überlassen blieben. Auch einen 120-jährigen Douglasienbestand habe das Lehr- und Versuchsforstamt im Führungsprogramm. Abfahrt ist um 8 Uhr an der Ebbehalle. Anmeldungen bis zum 1. April; es sind noch etliche Plätze frei.

Sturmereignisse in steter Folge halten die betreuenden Förster auf Trab. Jüngst habe „Xyntia“ in der FBG für 1800 Festmeter Windwurfholz gesorgt, teilte Forstamtmann Herbert Röttger mit. Durch das schon fortgeschrittene Jahr könnten Borkenkäfer hier Brutstätten finden, bevor das Holz, trotz guter Vermarktungschancen, vollständig aufgearbeitet sei. Partien in Nordhanglagen könnten zunächst liegenbleiben und nach dem ersten Käferflug an den Markt gebracht werden. Im Zuge der Wiederaufforstung nach „Kyrill“ seien in der FBG Valbert 24 800 Stück Laubholz und 38 000 Stück Nadelholz in den Boden gebracht worden. Die Maßnahmen wurden mit rund 15 000 Euro gefördert. Diese Förderung ist bis 2013 verlängert, danach sei sie deutlich begrenzt. Wer sie in Anspruch nehmen möchte, befinde sich demnach im Endspurt. Gleiches gelte für den Wegebau (70 Prozent Kostenerstattung), wo es noch viel zu tun gebe; in den Fokus rücken sollte auch die etwas vernachlässigte Waldkalkung, wo ein Einsatz aber erst bei lokalen Gesamtflächen ab 100 Hektar durchführbar sei. Stark nachgefragt sei nach wie vor Fichtenholz aller Klassen, während Laubhholz stagniere und nur als Brennholz Abnehmer finde. „Die Säger hatten mangels Holz wiederholt Leerlauf“, beschrieb auch Günter Spelsberg den aktuellen Boom auf dem Holzmarkt.

Forstdirektor Bernd J. Schmitt berichtete aus dem kreisweiten Zuständigkeitsbereich des Regionalforstamtes Märkisches Sauerland. Änderungen stünden beim Bundeswaldgesetz an. Ausgenommen Straßen begleitende Wälder, werde die Verkehrssicherungspflicht der Waldbesitzer deutlich zurückgenommen. „Das Riskio waldtypischer Gefahren trägt jeder Waldbesucher selbst.“ Schmitt warb für eine Teilnahme an der Waldbauernfahrt nach Mecklenburg-Vorpommern vom 5. bis 7. Mai. Anmeldung in der Geschäftsstelle bei Ludwig Krämer.

Spelsberg und Röttger erläuterten die neue Holzsoftware des Landesbetriebs. Reinhold Busch gab den Kassenbericht. Die rund 65 Anwesenden erteilten Entlastung und wählten den Vorstand für weitere vier Jahre: Günter Spelsberg (Vorsitzender), Heiko Fernholz (Stellvertreter) sowie die Beisitzer Jürgen Jungermann, Berndt Lepenies-Beck, Andreas Mühlhoff, Willi Schulte, Reiner Stute und Berndt Uhlmann. ▪ As

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