Forstbetriebsgemeinschaft: Kritischer Blick auf zukünftige Vermarktung

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Der FBG-Vorstand mit (von links) Kassierer Holger Fischer, dem bisherigen Vorsitzenden Jörg Tweer, seinem Nachfolger Peter Tweer, dem 2. Vorsitzenden Christian Vedder und Geschäftsführer Falko Gerber.

Meinerzhagen – „Wir sind eins“ ruft die Forstwirtschaftliche Vereinigung Mark-Ruhr die Waldbesitzer zum Zusammenhalt auf. Mit Erfolg: Während der Hauptversammlung im Hotel Bauer stimmten die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Meinerzhagen für eine Mitgliedschaft.

Die Dachorganisation ist zusammen mit der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Olpe und dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband Anteilseignerin an der WaldHolz Sauerland GmbH. Deren Angestellte kümmern sich ab dem Sommer um die Vermarktung des im Meinerzhagener Wald anfallenden Holzes. Geschuldet ist dieser Schritt dem Wettbewerbsrecht. 

Über Jahrzehnte hat sich der heutige Landesbetrieb Wald und Holz mit seinen Förstern neben der Bestandspflege auch um die Holzvermarktung gekümmert. Jetzt müssen die Staatsbediensteten aus den Forstämtern in Sachen Verkauf privaten Anbietern weichen. Jeder Waldbesitzer oder jede FBG könnte also für sich den Holzverkauf übernehmen. 

Das macht aber wenig Sinn, wie Fachgebietsleiterin Julia Böning vom Regionalforstamt Märkisches Sauerland den FBG-Mitgliedern am Mittwoch noch einmal klar vor Augen führte. Die Sägewerke in der Region brauchten über das Jahr verteilt einen konstanten Zufluss an Material. Das könnten weder einzelne Waldbesitzer, noch eine FBG leisten. Erst eine Dachorganisation wie die jetzt im Aufbau befindliche Forstwirtschaftliche Vereinigung Mark-Ruhr könne in Verbindung mit WaldHolz Sauerland für die Waldbesitzer den Verkauf bündeln und so attraktive Konditionen aushandeln. 

Suche und Gestaltung dieser Dachorganisation haben den FBG-Vorstand um den Vorsitzenden Jörg Tweer im letzten Jahr stark gefordert. Viele Gespräche und Arbeitssitzungen waren nötig, um zu einem für alle Beteiligten zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen. 

Die Mitglieder belohnten diesen großen Einsatz mit einem einstimmigen Votum. Das Beitrittsgeld, so ein weiterer einstimmig gefasster Beschluss, wird aus den FBG-Rücklagen finanziert. In diesem Zusammenhang konnte Kassierer Holger Fischer von einer „zufriedenstellenden Kassenlage“ berichten.

Im Zuge der Wahlen gab es einen Vorstandswechsel im familiären Rahmen: Vorsitzender Jörg Tweer hatte schon letztes Jahr seinen Rückzug angekündigt. Sein Bruder Peter Tweer wurde von der Versammlung einstimmig zum Nachfolger gewählt. Die Revierförster Herbert Röttger und Uwe Treff wünschen sich für die Waldbesitzer nach Stürmen, Trockenheit und Borkenkäferplage dieses Jahr endlich wieder normale Bedingungen im heimischen Forst. 

Auch im letzten Jahr, so besagte es ihre Jahresübersicht, ging es fast nur um die Beseitigung von Schadholz. Die großen Mengen verstopfen aktuell europaweit den Holzmarkt und drücken den Erlös. Das verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig künftig eine solidarische und erfolgreiche Arbeit der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Mark-Ruhr für die FBG-Mitglieder ist.

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