Ämtertausch an der Spitze von „BAFF“

Mit Worten des Dankes, Blumen und Geschenken wurde Schatzmeisterin Ulrike Kemper-Kohlhase (links) verabschiedet. - Foto: Müller

Meinerzhagen -  Zu einem Ämtertausch an der Spitze des Vereins der Freunde und Förderer der Awo-Beratungsstelle (BAFF) kam es bei der Jahreshauptversammlung am Mittwoch. Bei den Wahlen trat die bisherige Vorsitzende CharlotteZeiss-Miserre aus privaten Gründen ins zweite Glied zurück, ihre Aufgaben übernahm die bis dahin zweite Vorsitzende Marietta Opitz.

Von Luitgard Müller

Mit Worten des Dankes, Blumen und Geschenken wurde Schatzmeisterin Ulrike Kemper-Kohlhase verabschiedet, die zehn Jahre, also seit Gründung des Vereins, dabei war. Ihr Amt übernahm der Kiersper Paul Gerhard Schröder, bisher für Finanzen und Controlling in einem mittelständischen Unternehmen zuständig und ab Ende des Jahres im Ruhestand.

Die Jahreshauptversammlung fand erstmals an der neuen Adresse der Beratungsstelle, Prumbomweg 3, statt. Susanne Bisterfeld, Leiterin der Einrichtung, berichtete den Vereinsmitgliedern zunächst von der Arbeit der Familienberatung in den neuen Räumen und mit neuem Personal. Stark nachgefragt werde die Beratung durch Songül Latifaj-Cecek, einer Erzieherin mit systemischer Beraterausbildung, die seit November 2013 türkische und kurdische Familien mit geringen Deutschkenntnissen oder Problemen mit kulturell geprägtem Hintergrund fünf Stunden pro Woche berate. Schon jetzt absehbar sei, dass diese Zeit nicht ausreiche.

Ein weiterer Schwerpunkt sei die Beratung von Eltern und Jugendlichen, die zu gewalttätigem Verhalten neigen. Dabei gehe die Initiative, eine Beratungsstelle aufzusuchen, entweder von den Opfern der Gewalt aus oder die Eltern und Jugendlichen würden durch den Regionalen Sozialen Dienst oder gerichtliche Auflagen dazu angehalten. Wenn sich die Familien auf die konkreten Beratungsangebote einließen, könnten sie stark davon profitieren, sich selbst zu reflektieren und alternatives Verhalten für Problemlösungen zu entwickeln. Häufig seien die Eltern selbst Opfer häuslicher Gewalt, so dass ihnen positive Erfahrungen fehlen würden.

Beratung nach oder bei Trennungen oder Scheidungen werde immer noch zu einem hohen Prozentsatz benötigt. Etwa 50 Prozent der Ratsuchenden hätten direkt oder indirekt mit dieser Thematik zu tun. Deshalb sei eine Kindergruppe und parallel dazu eine Elterngruppe eingerichtet worden. Weiterhin bestehe die Möglichkeit zur Mediation, die sich bei hochstrittigen Familien als hilfreich erwiesen hätte.

Wie Susanne Bisterfeld mitteilte, haben drei Mitarbeiterinnen eine Zusatzqualifikation als Traumafachberaterin erworben, denn traumatisches Erleben, aktuell oder in der Vergangenheit erlitten, habe Einfluss auf das Zusammenleben in der Familie und insbesondere auch auf die Erziehungsfähigkeit der Eltern.

Die Resonanz auf die Jugend-Onlineberatung „Find your way“ für Kinder und Jugendliche sei immer noch groß, nicht zuletzt durch die Präsenz der Beratungsstelle an den Schulen. Sie sei auch auf Eltern ausgedehnt worden.

Wer gut erhaltene Bücher, vor allem für Kinder, abzugeben hat, kann sie bei der Beratungsstelle abliefern. Sie werden in Wartezimmern ausgelegt, wo sie gegen einen Obolus fürs Sparschwein der Einrichtung auch erworben werden können.

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