Innenstadtquartier

Rat winkt Konzept für "neue" Stadthalle durch

+
Hans-Joachim Hamerla vom Büro ASS erläuterte das Konzept zum Innenstadtquartier.

Meinerzhagen - [Update 20.45 Uhr] Der Förderantrag kann gestellt, die EU-weite Ausschreibung angestoßen werden: Einstimmig beschlossen Fachausschuss und Rat am Dienstag das Konzept für das „neue Innenstadtquartier Meinerzhagen.

Dass am frühen Dienstagabend dicke Luft im Ratssaal an der Bahnhofstraße herrschte, lag lediglich an der mangelnden Belüftung, mitnichten aber an der politischen Auseinandersetzung. Ganz im Gegenteil: Einhellig plädierten zunächst der Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt und anschließend der Rat dafür, dem Konzept zum neuen „Quartier“ zuzustimmen. 

Doch zuvor hatte man noch einen Experten auf dem Gebiet der Antragsstellung – und sicherlich auch der Vermarktung von Ideen – zu Gast: Hans-Joachim Hamerla vom Planungsbüro ASS, das die Volme-Kommunen von Beginn an im Zuge der Regionale 2013 begleitet, war gemeinsam mit Mitarbeiter Sebastian Horstkötter aus Düsseldorf angereist, um offene Fragen zu klären und dem Grund für die Pläne rund um die Stadthalle noch einmal Nachdruck zu verleihen. 

Hamerla: Großer Bedarf an Angeboten

Er kenne kaum ein Mittelzentrum der Größe Meinerzhagens, das seinen Bürgern ein so geringes Warenangebot zur Verfügung stelle, so Hamerla, der allen Unkenrufen trotzte: „Die Innenstadt ist ohne Invest nach und nach ausgeblutet und es ist völliger Unsinn, dass ein Invest mehr Leerstände bringt!“ 

Während Hamerla auf das Gesamtkonzept und vor allem den kommerziellen Teil des Projekts einging, stellte Mitarbeiter Sebastian Horstkötter die bereits aus der Vorlage bekannten Details zu den Plänen ums sozio-kulturelle Zentrum vor. In das soll die Stadthalle bekanntlich umgewandelt und mit Flächen für einen neuen Eingangsbereich, das Stadtarchiv, ein „Haus der Vereine“ und ein Awo-Begegnungszentrum ausgestattet werden. 

Chance auf öffentliche Fördermittel

Dass hinter allen Überlegungen die Chance steckt, öffentliche Fördergelder zu erhalten, betonte Hans-Joachim Hamerla abschließend, als es um die Kosten ging: Diese belaufen sich für die Stadt aus den förderfähigen Maßnahmen auf 4,23 Millionen Euro. Hinzu kommen noch 1,63 Millionen Euro für nicht förderfähige Ausgaben sowie die Mietkosten für die Stadtbücherei, die in die heutige Spielhalle gegenüber der Stadthalle umziehen soll. 

Komplexes Verfahren

Das kommerzielle Zentrum (circa 30 Millionen Euro) soll durch einen Investor finanziert werden, der durch eine EU-weite Ausschreibung gefunden werden soll. Um Fördergelder für den Rest zu erhalten, müsse man jedoch einen „komplizierten Weg“ beschreiten, so Hamerla. Das Problem: Für die Förderzusage muss zunächst ein Investor gefunden sein – für die EU-weite Ausschreibung indes die Förderzusage vorliegen, um potenziellen Investoren die Entwicklung an der Stadthalle zu signalisieren. 

Ein gordischer Knoten, der offenbar nur aufgrund wohlwollender Begleitung durch das Fachministerium in Düsseldorf sowie die Bezirksregierung in Arnsberg durchschlagen werden konnte. So sei auch der unplanmäßige gestrige Ratstermin zustande gekommen, erklärte Hamerla. Bereits nach dieser Abstimmung im Rat könne man eine Absichtserklärung der öffentlichen Hand erhalten, mithilfe derer man dann wiederum das kommerzielle Zentrum ausschreiben könne. „Wir können also parallel an beiden Dingen arbeiten“, so Hamerla. Bis zum Stichtag für das Förderjahr 2020 am 30. September soll ein Investor gefunden sein. 

Nesselrath: "Ich freue mich unheimlich!"

Am Ende der mehr als dreistündigen Verhandlungen in Ausschuss und Rat zeigte sich Bürgermeister Jan Nesselrath über das einstimmige Votum erleichtert. Er dankte dem Büro ASS und betonte: „Ich freue mich unheimlich über dieses Ergebnis!“

Lesen Sie hier mehr zum Thema Innenstadtquartier:

- Das letzte Regionale-Puzzleteil

- City-Lichtspiele: Tradition soll fortbestehen

- Pläne offiziell: Stadtarchiv statt Kino, Bücherei statt Spielhalle

- Architektin ist begeistert

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare