Öffnung ab 1. März

Die Friseure atmen auf

Ein Bild aus Vor-Corona-Zeiten: Friseurmeister Pietro Trisolini mit der damaligen Auszubildenden Eilina Böhle.
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Ein Bild aus Vor-Corona-Zeiten: Friseurmeister Pietro Trisolini mit der damaligen Auszubildenden Eilina Böhle.

Die Erleichterung ist Bilor Sahin deutlich anzuhören: Dass die Meinerzhagenerin ihren Friseursalon am Löher Weg nach den Beschlüssen von Bund und Ländern vom Mittwochabend am 1. März wieder öffnen darf, hat sie aufatmen lassen.

Meinerzhagen – Zu lange habe die Phase des Lockdowns für ihre Branche nun angedauert, um weitere Rückschläge verkraften zu können, sagte sie gestern im Gespräch mit der MZ.

Grenze irgendwann erreicht

„Wenn wir noch einen weiteren Monat hätten nicht öffnen dürfen, hätte auch ich keine Kraft mehr gehabt. Irgendwann ist eine Grenze erreicht.“ Bereits nach dem Beschluss zur Lockdown-Verlängerung im Januar hatte Sahin mit hohen Summen ihres privaten Vermögens den Betrieb aufrecht erhalten müssen. „Das ist nicht unendlich machbar“, sagt die Friseurin. Gemeinsam mit ihrem Team freut sie sich jetzt bereits auf den Neustart im März, der, so viel steht fest, auf jeden Fall arbeitsreich sein wird.

Innerhalb weniger Stunden waren die Termine in der ersten März-Woche bereits ausgebucht, berichtete Sahin gestern Nachmittag. „Ich sitze die ganze Zeit am Telefon oder beantworte Terminanfragen über Instagram. Die Kunden freuen sich riesig über die Öffnung.“ Nicht ohne Grund wird Bilor Sahin zunächst auf Montag als den traditionellen „Friseur-Ruhetag“ verzichten. Doch auch bei der Terminvergabe ist Logistik gefragt. „Ich darf in meine Räume maximal fünf Kunden lassen. Da darf es natürlich nicht sein, dass ich gleich mehrere Anwendungen habe, bei denen die Kundinnen drei oder vier Stunden im Salon sitzen. Das muss verteilt werden.“

Kunden werden gut verteilt

Ein ähnliches Bild beschreibt Pietro Trisolini, Inhaber des Salons Figaro an der Derschlager Straße. „Die ersten drei Tage sind dicht, wobei wir natürlich auch aufpassen, dass wir die Kundschaft gut verteilen und nicht das maximal Mögliche ausreizen“, sagt Trisolini, der allein aus personellen Gründen aber nicht jene zehn Kunden empfangen kann, die gesetzlich in seinem Salon erlaubt wären.

Doch nun ist er zunächst ebenso wie seine Kollegin Bilor Sahin froh darüber, bald wieder öffnen zu dürfen. Zumal die staatlichen Hilfen längst nicht so geflossen seien, wie angekündigt. „Da wurde vorher viel in der Presse drüber berichtet, aber Geld habe ich für den zweiten Lockdown noch nicht bekommen“, sagt der Friseurmeister, der auch das Antragsverfahren als äußerst komplex kennengelernt hat.

Unsicherheit zu spüren

Neben der Frage nach einem freien Termin hätten sich seine Kunden gestern auch nach den Hygienestandards erkundigen, die künftig gelten. „Da ist schon eine Unsicherheit zu spüren“, sagt Trisolini. Aber auch Bilor Sahin betont, dass die Friseure bereits vor dem jüngsten Lockdown alles getan hätten, um die Kundschaft und sich selbst zu schützen. Weitere Verschärfungen kann sie sich nicht vorstellen – und sie sind nach aktuellem Stand auch nur punktuell vorgesehen, etwa hinsichtlich der Pausenräume. Nicht mehr erlaubt sind definitiv Gesichtsschilde, die eine Fremdinfektion nicht ausreichend verhindern. Das betont die Berufsgenossenschaft in ihren aktualisierten Arbeitsschutzstandards für das Friseurhandwerk.

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