Flugverbot: Vulkanasche durchkreuzt Urlaubspläne

Auch viele Meinerzhagener sitzen auf gepackten Koffern – und kommen nicht weg.

MEINERZHAGEN ▪ Eigentlich wollte Steffi Schildchen heute per Flieger zum Jakobspilgerweg nach Spanien. Aber ob’s wegen des Flugverbotes wirklich klappt, weiß sie nicht.

Damit geht’s ihr wie tausend anderen Menschen. Sie alle hoffen, bangen, warten. Warten auf den Flug ins Ausland oder die Reise nach Hause. „Diese Ungewissheit ist das Schlimmste“, sagt Schildchen. Seit Anfang des Jahres freue sie sich auf den spirituellen Urlaub. Der Valberter Pfarrer Helwig Bröckelmann und seine Frau Inge haben die Reise, an der übrigens 14 weitere Meinerzhagener teilnehmen, organisiert und versuchen nun umzubuchen oder einen Bus zu ergattern. „Die sind zur Zeit natürlich heiß begehrt“, meinen die beiden.

Reisebüros helfen

In der Tourismus-Branche ist wegen des Flugverbotes durch die Vulkanasche definitiv die Hölle los. Das spüren natürlich auch die heimischen Reisebüros. Jutta Oerder, Inhaberin des Valberter Reisebüros Lück, hatte am Wochenende keine ruhige Minute. „Ich habe versucht die Flüge meiner Kunden umzubuchen. Aber selbst die sind ja wieder ausgefallen“, sagt sie. Teilweise habe sie eine Stunde lang in der Warteschleife gehangen. Und wie verständnisvoll sind die Meinerzhagener? „Sehr“, meint Oerder. Alle hätten zwar traurig, aber gelassen reagiert. Denn: „Niemand kann was an der Situation ändern. Wir sind alle machtlos,“ sagt die Fachfrau. Glücklicherweise seien die meisten ihrer Kunden sehr flexibel und nicht an einen begrenzten Zeitraum gebunden. Jutta Oerder kann dem Flugverbot sogar etwas Positives abgewinnen: „Jetzt sind die Leute, die im Reisebüro gebucht haben, klar im Vorteil.“ Während die Reiseverkehrskaufleute auf ihre Kontakte zurückgreifen können, seien Online-Bucher auf sich allein gestellt. Vielleicht gebe das der Branche, die stark unter dem Online-Angebot leide, einen kleinen Aufschwung.

Acht Stunden zu spät

Auf einen „Aufschwung“, und zwar Richtung Heimat, hatten am Freitag auch vier Mitarbeiter der Firma Otto Fuchs vergeblich gehofft. Sie waren auf Geschäftsreise in Großbritannien und konnten nicht plangemäß von Birmingham aus mit dem Flugzeug in Richtung Heimat starten. Stattdessen ging’s mit dem Zug nach Dover, wo sie gerade noch einen Platz auf der Fähre nach Calais ergattern konnten. „Und dann ging nichts mehr“, erklärt Holger Müller von der Firma Otto Fuchs. Wegen des Lokführerstreiks kamen die Meinerzhagener nicht weiter. „Wir haben dann einen Fahrer geschickt, der unsere Leute in Calais abgeholt hat“, erzählt Müller. Sie seien dann mit acht Stunden Verspätung zu Hause angekommen.

Vom Ankommen träumt auch Steffi Schildchen weiter. Und von den historischen Bauten entlang des Pilgerweges. Die Wanderschuhe jedenfalls, die hat sie jetzt gründlich sauber gemacht.

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