In der Turnhalle riecht es kaum noch nach Essen

Bürgermeister Jan Nesselrath vereidigte das neue CDU-Ratsmitglied Pascal Freyer. - Foto: Beil

Meinerzhagen - Pascal Freyer ist 24 Jahre alt. Der Bankkaufmann ist seit Montag jüngstes Mitglied des Meinerzhagener Rates. In der Sitzung des Stadtparlamentes wurde der CDU-Politiker an diesem Tag vereidigt. Freyer rückt für die ausgeschiedene Petra Hasek nach, die nach Kierspe zieht.

In der folgenden Ratssitzung wurde auch Pascal Freyer erneut mit einem Thema konfrontiert, das seit Monaten die Diskussionen bestimmt: Flüchtlinge. In diesem Zusammenhang meldete sich Udo Kritschker (CDU) zu Wort: Er sei von Eltern angesprochen worden, deren Kinder die Hauptschule besuchen. Grund für die Kontaktaufnahme sei der starke Essensgeruch, der in die große Turnhalle an der Genkeler Straße ziehe, wenn die in der benachbarten Gymnastikhalle untergebrachten Flüchtlinge nebenan ihr Essen zubereiten würden. Kritschker: „Um die Halle überhaupt nutzen zu können, muss stets durchgelüftet werden – und dazu wird es nun zu kalt.“ Durch diese Wortmeldung sah sich Bürgermeister Jan Nesselrath veranlasst, Stellung zu nehmen: „Ich kann diese Kritik nicht verstehen. Wir wollen den Flüchtlingen helfen. Dabei müssen wir sehen, dass die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleibt. Das Recht der Flüchtlinge wiegt für mich schwerer, als der Essensgeruch. Wir tun doch unser Bestes, um den Menschen zu helfen. Alle Flüchtlinge sind vernünftig untergebracht, Massenunterkünfte gibt es bei uns nicht.“

Im Zusammenhang mit der Lüftungsanlage in der großen Turnhalle konnte Fachbereichsleiter Heinz-Gerd Maikranz anschließend Entwarnung geben: „Sie war defekt, der Schaden ist jetzt allerdings behoben, so dass kaum noch Essensgeruch wahrzunehmen sein dürfte.“ Das bestätigte auch Rainer Schmidt (SPD), der in der Halle selbst aktiv war: „Die Lüftungsanlage funktioniert wieder. Dort Sport zu treiben, ist absolut zumutbar.“

In der Jugendherberge an der Bergstraße soll ab Mitte Oktober eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes entstehen. Ein MZ-Kommentar vom Samstag, in dem in diesem Zusammenhang eine Info-Veranstaltung für die Bürgerschaft gefordert wurde, war am Montag ebenfalls Thema im Rat. Bereits im vorangegangenen Hauptausschuss hatte SPD-Mitglied Rolf Puschkarsky dazu Stellung bezogen. „Wir wissen doch noch gar nicht genau, was passieren wird – also können wir auch nicht darüber informieren.“ In diese Kerbe schlug Bürgermeister Jan Nesselrath in der folgenden Ratssitzung: „Zurzeit haben wir nur spärliche Infos und ich sehe keine Veranlassung, etwas zu diesem Thema zu sagen. Eine Info-Veranstaltung könnte es geben, wenn wir mehr wissen.“ Man leiste in Sachen Flüchtlinge jedenfalls gute Arbeit, was größtenteils dem Arbeitskreis zuzuschreiben sei, aber auch der Verwaltung, befand das Stadtoberhaupt.

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