Am Dienstag sollen die 144 Flüchtlinge kommen

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Auch im Sozialen Bürgerzentrum „Mittendrin“ am Prumbomweg gibt es eine Kleiderkammer, in der unter anderem Wintersachen auf neue Besitzer warten.

Meinerzhagen - Durchatmen – das ist zurzeit beim Arbeitskreis Flüchtlinge um Susanne Berndt angesagt. „In Meinerzhagen gibt es seit dem 1. Oktober einen Aufnahmestopp. Das Land weist der Stadt keine hilfesuchenden Menschen mehr zu“, weiß die Sprecherin des Arbeitskreises.

Diese Vereinbarung gilt aber nur bis zum Februar. Sie wurde zwischen Land und Kommune geschlossen, weil NRW bekanntlich 144 Flüchtlinge ab Oktober bis Ende Januar in der Jugendherberge an der Bergstraße unterbringen will, die dann als Übergangswohnheim dienen soll. Der Einzug der Hilfesuchenden wurde am Freitagnachmittag für den kommenden Dienstag, 20. Oktober, angekündigt. Für die Betreuung und die Sicherheit der Menschen ist dann European Homecare zuständig – von dort stammt auch die Information über den neuen Einzugstermin.

Sowohl bei der Stadt als auch beim Arbeitskreis Flüchtlinge bleiben allerdings einige Fragen offen. Wenn die Jugendherberge ab kommender Woche als Unterkunft dient, wohnen knapp 450 Flüchtlinge in der Volmestadt – 300 davon versorgt die Kommune. Durch die geplante kurze Verweildauer der Menschen im Gebäude an der Bergstraße, für die das Land aufkommt, werden zudem vier Monate lang immer neue Flüchtlinge in Meinerzhagen ankommen. Andere werden von der Volmestadt aus auf Unterkünfte im ganzen Land verteilt. „Wer versorgt diese mittellosen Menschen dann hier bei uns mit Winterkleidung?“, fragt sich nicht nur Susanne Berndt.

Die Arbeitskreis-Sprecherin beklagt in diesem Zusammenhang „fehlende Kommunikation mit European Homecare“. Man habe bisher nichts gehört, eine Kontaktaufnahme habe nicht stattgefunden. „Und weder European Homecare noch das Land verfügen in Meinerzhagen über Infrastruktur wie etwa Kleiderkammern“, rechnet die neue AK-Sprecherin durchaus damit, dass einige dieser „NRW-Flüchtlinge“ hilfesuchend vor den Einrichtungen der Stadt oder des Arbeitskreises stehen werden. Darauf sei man in gewissem Maße auch vorbereitet. Wie groß dieser Andrang tatsächlich wird, ist indes völlig unklar.

Professor Dr. Klaus Kocks ist „Medienberater“ von European Homecare. Auf MZ-Anfrage teilte er am Freitag mit: „Wir arbeiten vor Ort sehr gern mit denen zusammen, die über Infrastruktur wie Kleiderkammern verfügen.“

Trotz generell gut gefüllter Lager fehlen derweil in Meinerzhagen bestimmte wichtige Dinge. Sozialamtsleiterin Silvia Markus erläutert: „Früher kamen hauptsächlich junge Männer. Inzwischen haben wir auch einige Familien in Wohnungen untergebracht. Und da mangelt es vor allen Dingen an Oberbetten, Kopfkissen, Bettwäsche, Handtüchern, Matratzen, Töpfen, Pfannen und Wäscheständern.“ Wer Sachen wie diese übrig hat, kann sich im Sozialamt, Bahnhofstraße 11, Rathausgebäude 3, bei Ina Fehlmann (auch unter Tel. 77-155) melden.

Froh sind die Angehörigen des Arbeitskreises Flüchtlinge über eine gute Nachricht, die Susanne Berndt verkündete: „Seit dieser Woche haben wir die Zusage, dass wir die ehemaligen Räume von Fahrrad Hilbert, schräg gegenüber des ,Mittendrin’ am Prumbomweg, als zusätzliches Lager nutzen dürfen. Damit sind wir in der glücklichen Lage, die Lagerräume im Sozialen Bürgerzentrum entlasten zu können. Generell können wir sagen, dass wir zurzeit über reichlich Spenden verfügen. Angesichts der Ungewissheit, was die nahe Zukunft bringen wird, können wir aber sicherlich nie genug haben.“

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