Flohmarkt und Afrika: Annäherung den Kontinent

Bärbel Meyrich

MEINERZHAGEN ▪ Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Treffpunkt Bibliothek“ finden am 28. und 29. Oktober zwei interessante Veranstaltungen in der Stadtbücherei Meinerzhagen statt.

Unter dem Motto „wir brauchen Platz für Neues“ ist am Freitag, 29. Oktober, der Flohmarkt von 10 bis 20 Uhr durchgehend geöffnet. Verkauft werden Romane, Sach- und Kinderbücher sowie Musik-CDs und CD-ROMs.

Am Donnerstag, 28. Oktober, wird ab 20 Uhr unter dem Titel „Afrika“ eine literarische Annäherung an einen Kontinent geboten. Mit Lyrik und Prosa zeitgenössischer afrikanischer Autoren sind Bärbel Meyrich aus Halver und Klaus Finke aus Lüdenscheid zu Gast. Es wird eine heitere Lesung in zwei Teilen sein.

„Afrika – dunkel lockende Welt“

Im ersten Teil werden Prosatexte von zwei europäischen Autoren vorgestellt: Tanja Blixen beschrieb in „Afrika – dunkel lockende Welt“ mitreißend die afrikanische Landschaft und lieferte damit die Vorlage für den Kultfilm „Jenseits von Afrika“.

Ryczard Kapuscinski gelang es in seinen Reiseberichten „Afrikanisches Fieber“ auf unnachahmliche Weise, das vielfältige Leben des heutigen Afrika mit Kommentaren über alte Traditionen, Mythen, geschichtliche Ereignisse äußerst unterhaltsam zu verknüpfen. Er wurde dafür mit vielen Preisen ausgezeichnet.

Der zweite Teil des Abends gehört den afrikanischen Autoren. Zu hören sind Prosatexte von Birago Diop aus Senegal und Ken Saro-Wiwa aus Nigeria.

Umweltschutz und Menschenrechte

Diop arbeitete nach seinem Studium in der Kolonialverwaltung des damaligen Französisch-Westafrika, nach der Unabhängigkeit als Botschafter des neuen Staates. Sein literarisches Werk greift vor allem die alten Mythen seiner Heimat auf. Seine Prosa ist voll von anschaulichen Vergleichen, deren Poesie auch uns Europäer anrührt.

Saro-Wiwa wurde 1941 in Nigeria geboren, war Universitätsdozent und Bürgerrechtler. Er setzte sich für Umweltschutz und Menschenrechte in seiner Heimat ein. 1994 erhielt er den alternativen Nobelpreis.

1995 wurde er von einem Sondergericht der Militärdiktatur Nigerias zum Tode verurteilt und trotz der internationalen Proteste hingerichtet. 1996 wurde er für den Friedensnobelpreis nominiert.

Seine Geschichten von Nigeria sind voller Wärme und Komik, witzig und trotzdem sehr realistisch.

Die Geschichten werden durch Gedichte ergänzt. Neben bei uns unbekannten Autoren aus Uganda, Elfenbeinküste, Südafrika und Angola wird auch Léopold Sédar Senghor vorgestellt, der 1960 der erste Präsident des Senegal wurde und 1968 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt.

Informationen über das bekannte Hilfsprojekt

Bärbel Meyrich und Klaus Finke sind beide langjährige Amateurschauspieler aus dem Ensemble des Kulturhauses Lüdenscheid und des „Theaters in der Sparkasse“.

Der Abend wird vervollständigt durch Musik und Wein aus Afrika. Außerdem wird das Ehepaar Nicolay – gerade aus Kenia zurückgekehrt – Informationen über das bekannte Hilfsprojekt bereithalten. Der Eintritt ist frei, Spenden fließen in das Projekt einer Slum-Schule in Nairobi (Kenia), das vom Ehepaar Nicolay Unterstützung erhält. Die Nicolays sind dort seit Jahren engagiert und sammeln Spenden für ihr Projekt, das bisher viele hundert Kinder und Jugendliche förderte.

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