Hamburger Fischmarkt auf Tour

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Nudeln gab es beim Pastakönig „Kiri“.

Meinerzhagen - Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Mit derben Sprüchen, eben solchen Späßen und Riesentüten voller Waren für kleines Geld zogen die berühmten Marktschreier am Wochenende beim „Hamburger Fischmarkt auf Tour“ die vielen Besucher in ihren Bann. Für drei Tage wehte das Flair des traditionellen Altonaer Marktes, bei dem es sprichwörtlich „nichts gibt, was es nicht gibt“, durch Meinerzhagen.

Von Monika Salzmann

Zur Gaudi der Besucher brüllten sich die Marktschreier, die kräftig Seemannsgarn spannen, auf dem Parkplatz an der Stadthalle die Seele aus dem Leib. Ob der legendäre Wurst-Herby („Ich mach’ euch glücklich, ohne euch anzufassen!“), Käse-Rudi, Bananen-Fred mit seinen Vitaminbomben, Aal-Hinnerk oder der griechische Pastakönig Nudel-Kiri, der als Nudelexperte auf typisch italienisch machte: Alle waren da und wetteiferten lautstark um die größten Menschentrauben, die meisten Kunden vor ihrem Stand. Sehr zur Freude von Veranstalter Thorsten Mey, der 40 Wochen im Jahr mit dem Fischmarkt durch die Lande tourt, hatte der erste Markt vor Ort durchschlagenden Erfolg. „Die Leute nehmen den Markt sehr gut an, ein sehr kauffreudiges Publikum.“ Offen und „sehr nett“ fand er das Meinerzhagener Publikum.

Wie in Hamburg gab’s auf dem hiesigen Fischmarkt nicht nur Fischbrötchen und Grillwurst auf die Hand, sondern alles, was das Herz begehrt. „Auf einem Flohmarkt gibt’s ja auch nicht nur Flöhe“, so Mey. Die Marktschreier eingeschlossen, die unbestritten die Zugpferde des Markts waren, boten Händler bei spätsommerlich warmem Wetter an rund 40 Ständen ihre Waren feil. Ob Süßigkeiten, Kleidung, Lederwaren, Haushaltswaren, Tischwäsche, Gewürze, Pflegeprodukte oder Dekorationsartikel: Alles war auf der großen Krämermeile, die zum Fischmarkt samt Kinderkarussell unterm „Leuchtturm“ gehörte, zu finden.

Mit ihren kernigen Sprüchen und gegenseitigen Frotzeleien waren die Marktschreier schwerlich zu überhören. „Ihr sollt schleppen!“, versprachen die verkaufstüchtigen Showmaster in der „Bütt“, die zwischen Bergen voller Kisten und Waren zur Hochform aufliefen. Als Gütesiegel für Qualität hielt sogar der Segen des Papstes her. „Pappardelle, letzten Sonntag vom Papst gesegnet“, hieß es da verschmitzt.

In ihrer „grenzenlosen Güte“ packten die Marktschreier was immer ging in randvolle Einkaufskörbe und Tüten, die weg gingen wie warme Semmeln. In ganz spendablen Momenten flogen Gratis-Würste, Früchte, Nudeln und verpackter Käse in die Menge. „Wir kommen wieder!“, versprach ein sichtlich vergnügter Bananen-Fred. Ein Wunsch, den auch Veranstalter Thorsten Mey nach dem gelungenen Einstand hegt. Eins allerdings „trauten“ sich die Meinerzhagener noch nicht: Als Nachwuchs-Marktschreier mit den Profis zu konkurrieren.

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