Firma Otto Fuchs: Der gläserne Fuchsbau

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So soll es aussehen: Das Technikum verbindet Produkt- und Technologieentwicklung (Bürogebäude) mit dem Betriebsmittelbau (Halle rechts). Vom oberen Bereich aus sichtbar sind nur vier Etagen, die drei unteren dieser Ansicht befinden sich in Hanglage.

Meinerzhagen – Im Vorfeld gab es viel zu berücksichtigen, doch mit der vom Rat abgesegneten Bebauungsplanänderung am 11. Oktober 2018 steht fest: Die Otto Fuchs KG bekommt ein neues Bürogebäude, das zwar auch repräsentativ, aber vor allem eines sein soll: praktisch.

Das sogenannte Technikum als Kernzelle der Produkt- und Betriebsmittelentwicklung soll Maßstäbe setzen. Und: Es soll nicht zuletzt ein Bekenntnis zum Standort Meinerzhagen sein. „Wir brauchen mehr Platz für den Bereich Forschung und Entwicklung.“ Mit dieser klaren Forderung hat Dr. Hinrich Mählmann, persönlich haftender Gesellschafter bei Fuchs, die Anforderungen an einen Neubau bereits vor fast vier Jahren klar formuliert. „Pläne für das Technikum liegen bereits seit 2015 in der Schublade“, erinnert sich Mählmann an erste Überlegungen zum Thema.

Der Hintergrund: Das Unternehmen wächst seit Jahren kontinuierlich. Innerhalb der letzten zwölf Jahre stieg die Mitarbeiterzahl von Fuchs am Standort Meinerzhagen von 2000 auf etwa 3000 – Tendenz: weiter steigend. Dies, so heißt es vom Unternehmen, sei auch eine Folge des höheren Entwicklungsbedarfs. Bis 2009, so beschreiben es die Verantwortlichen in der internen Mitarbeiterzeitung „Fuchsbau“, sei der „Kundenbedarf für die Entwicklung von Gesenkschmiedestücken relativ konstant“ gewesen. Seither verzeichne man aber ein „hohes Neuteilwachstum“, das eine Folge größerer Variantenvielfalt und des Leichtbau-Wunschs zur Erreichung der CO2-Ziele sei. 

Kurzum: Bei Otto Fuchs herrscht Hochkonjunktur – der Neubau für 100 bis 150 Mitarbeiter allein aus der Produkt- und Technologieentwicklung ist für die Unternehmensleitung die logische Konsequenz. „Die Kunden erwarten von uns einfach mehr Input für Innovationen. Dafür brauchen wir die richtigen Leute und eine Entwicklungsumgebung, die für sie auch attraktiv ist“, sagt Jörg Ihne, Mitglied der Geschäftsleitung für den Bereich Forschung und Entwicklung. Aus diesem Antrieb heraus sei der Entwurf für das Technikum entstanden. Und dass auch der Betriebsmittelbau neue Flächen benötigt, stand ebenfalls schnell außer Frage. „Dieser war in teils 80 Jahre alten Hallen untergebracht.“ 

Dass man nach Bekanntwerden der Pläne rund ums Technikum dennoch erst auf Gegenwind stieß, überraschte dann doch. „Wenn man in heutigen Zeiten so intensiv in den Heimatstandort investiert und attraktive Arbeitsplätze schafft, erwartet man so starke Reaktionen nicht“, sagt Hinrich Mählmann. Insgesamt, so betont er, werte man den gesamten Bereich auf. Insbesondere die Höhe und der drohende Schattenwurf waren Kritikpunkte einiger Anwohner, die ihre Bedenken auch in den städtischen Gremien sowie gegenüber der MZ geäußert hatten. „Letztlich bauen wir drei der sieben Geschosse aber direkt am Hang, sodass am Ende nur vier herausschauen“, will Jörg Ihne Ängste vor einem „Klotz“ in der Landschaft nehmen.

Mittlerweile haben die Behörden grünes Licht gegeben, da alle Einwände durch Gutachten und Expertenmeinungen hätten ausgeräumt werden können, wie Peter Altenberger, Leiter der Bauabteilung bei Otto Fuchs, erklärt. Höhepunkt der komplett aus Schüco-Produkten hergestellten Fassade ist ein sogenanntes „Sage Glas“, das sich automatisch dem äußeren Lichteinfall anpasst und so für optimale Licht- und Temperaturverhältnisse im Gebäude sorgen soll. 

Eine Herausforderung bildet indes nicht nur die Bautechnik, sondern auch die Logistik rund um den Neubau. Die Gebäude Werkzeugbau (Bereich B16) und Härterei (B18) mussten für die Baumaßnahme weichen und daher zunächst in anderen Gebäuden untergebracht werden. Jörg Ihnes Dank gilt daher den Mitarbeitern, die durch „präzises Hand-in-Hand-Arbeiten für einen tollen Auftakt“ der Erweiterung gesorgt hätten. Nach Fertigstellung des Technikums soll der Werkzeugbau umgehend an seinen angestammten Ort zurückkehren und mit dem Vorrichtungsbau zu einem neuen Bereich verschmelzen: dem Betriebsmittelbau mit etwa 75 Mitarbeitern. Dieser wird in einer lang gezogenen Halle neben dem Bürokomplex zu finden sein, der nach neuesten Erkenntnissen erstellt und auch nach Rücksprache mit der Belegschaft eingerichtet werden soll. Dazu zählt neben den Büroräumen auch ein innen liegendes Atrium, das sich vom ersten bis zum siebten Geschoss erstreckt. 

„Architektur und Arbeitsorganisation sollen uns optimal bei kreativen Tätigkeiten und verkürzten Entwicklungszeiten unterstützen“, erklärt Hinrich Mählmann dazu. Im Frühjahr 2020 sollen die Fuchs-Mitarbeiter davon profitieren: Dann soll das Technikum fertiggestellt und bezugsfertig sein.

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