Bekenntnis zum Standort Meinerzhagen

Firma Busch und Müller expandiert auf dem Bamberg

Busch-und-Müller-Geschäftsführer Guido Müller vor der Baustelle auf dem Bamberg - Foto: F. Zacharias

Meinerzhagen - Einer der großen Arbeitgeber der Stadt bekennt sich zum Standort: Die Firma Busch und Müller expandiert auf dem Bamberg und rüstet sich so für die Zukunft. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben einen Betrag im mittleren siebenstelligen Bereich.

„Wir platzen aus allen Nähten“, erklärt Guido Müller im Gespräch mit der MZ den Hintergrund der Erweiterung. Gemeinsam mit seinem Vater Dr. Rainer Müller führt er die Geschäfte des Fahrradleuchten-Spezialisten in dritter Generation. Der Unterschied zu Mitbewerbern liegt in der Fertigung: Busch und Müller produziert noch in Deutschland – und das soll auch künftig die Stärke der Firma sein.

„Durch die massenhafte Belieferung des Marktes aus Asien können wir uns natürlich nicht über den Preis definieren“, sagt Guido Müller, Enkel des Firmengründers Willy Müller, der das Unternehmen 1925 gemeinsam mit August Busch gegründet hat. Also setzt das Unternehmen auf Qualität – mit Erfolg. Zahlreiche namhafte Fahrrad- und Motorradhersteller, wie Kettler, Giant, BMW oder KTM setzen auf Leuchten und Spiegel aus Meinerzhagen. Mit Folgen: Der Platz auf dem Bamberg wurde immer knapper.

Dort, wo der Großvater vor 50 Jahren noch ausreichend Platz vermutete – bis dahin hatte das Unternehmen seinen Sitz an der Volmestraße – fühlten sich die mittlerweile etwa 200 Mitarbeiter zunehmend eingeengt. Allein in den vergangenen zwei Jahren stieg die Zahl der Angestellten um 25 Prozent. „Es kommt in der Produktion zu Reibungsverlusten – und die Spritzgussmaschinen werden immer größer und erreichen im Untergeschoss fast die Decke“, nennt Guido Müller ein Beispiel für die begrenzte Kapazität.

Von den ersten Gedankenspielen bis zur Umsetzung vergingen fast drei Jahre. Zwischendurch hatte das Unternehmen zwar die benachbarten Flächen der Firma Paul Kläs übernommen, doch eine Erweiterung in diese Richtung kam nicht zuletzt aufgrund insbesondere während der Schulzeit viel befahrenen Straße zwischen den Gebäuden zunächst nicht infrage. Stattdessen nutzte Busch und Müller die Gelegenheit, die direkt anliegenden Flächen der Mark-E zu erwerben – dort betrieb der Energieversorger zuletzt eine Werkstatt neben der Trafostation. Die Werkstatt wurde abgerissen, das Gelände wurde ausgeschachtet – und im Oktober begannen dann auch die Hochbauarbeiten, die seit einigen Tagen durch den Einsatz eines Kranes bis in die Innenstadt sichtbar sind.

Mit der Erweiterung, die auf vier Etagen an das bestehende Gebäude angedockt wird, wächst die Verwaltungs- und Produktionsfläche von Busch und Müller von derzeit 8500 auf dann 13 500 Quadratmeter. „Dann ist noch nicht sofort alles belegt, so dass wir noch weiteren Platz zur Expansion haben“, sagt Guido Müller, „für die nächsten zehn Jahre sind wir also gut bedient.“ Der Geschäftsführer sieht den Bau als Bekenntnis zum Standort. Denkbar sei höchstens eine Fläche in einem der neuen Industriegebiete gewesen, die nach dem Angebot der Mark-E aber hinfällig waren. „Ich bin Sauerländer, Meinerzhagener. Da habe ich wenig Interesse, in China zu produzieren. Und so lange das funktioniert, machen wir das auch.“

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