Fichten stehen zu feucht – deshalb werden sie gefällt

Vertreter des Märkischen Kreises und der zuständige Förster machten sich vor Ort ein Bild von der „Fällaktion“.

LISTERTAL ▪ „Kahlschlag“ im Listertal.

Im Listertal auf Meinerzhagener Stadtgebiet werden zurzeit im Naturschutzgebiet An der Hardt Fichten aus einem Feuchtbereich entfernt. Sie sind dort vor 55 Jahren zwischen der Landstraße und dem Listerbach gepflanzt worden. Heute weiß man, dass solche nassen Stellen sowohl in waldbaulicher als auch in ökologischer Hinsicht kein geeigneter Standort für diese Baumart sind.

Der Märkische Kreis und das Regionalforstamt Märkisches Sauerland haben im Kreisgebiet zusammen mit den jeweiligen Waldbesitzern in den vergangenen Jahren schon mehrfach Fichten aus gewässernahen Bereichen entfernt. Die für den Umweltbereich beim Märkischen Kreis zuständige Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper, Forstamtsleiter Bernd Schmitt, Revierleiter Herbert Röttger sowie Klaus-Peter Schäckermann von der Unteren Landschaftsbehörde überzeugten sich am Dienstag vom Fortgang der Arbeiten. Die betroffenen Flächen werden mit Laubholz wieder aufgeforstet oder aber man lässt der Natur ihren Lauf. Diese natürliche Entwicklung führt dazu, dass sich Bäume ansiedeln, die von Natur aus an Gewässerufern vorkommen – beispielsweise Erlen, Eschen und Eichen.

Voraussetzung für das Gelingen solcher Maßnahmen ist immer eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Grundeigentümer, Forstamt und dem Märkischem Kreis. Die guten Kontakte des Forstamtes zu den Waldbesitzern sind dabei sehr hilfreich. Die Eigentümer lassen die Fichten fällen und erhalten eine Entschädigung. Der Kreis übernimmt auch die Kosten einer Wiederaufforstung mit geeigneten Laubhölzern. Finanziert wird die Maßnahme aus an den Kreis für Eingriffe in Natur und Landschaft an anderen Stellen gezahlten Ersatzgeldern.

Auf diese Weise sind in den vergangenen fünf Jahren auf etwa neun Hektar Fläche nicht standortgerechte Fichtenbestände an Bachabschnitten mit einer Gesamtlänge von etwa drei Kilometern beseitigt worden. Hierfür hat der Märkische Kreis mehr als 95 000 Euro aufgewendet. Vertragliche Vereinbarungen über weitere 1,4 Hektar an 400 Metern Gewässerläufen sind mit den betroffenen Waldbesitzern schon abgeschlossen.

In diesem Jahr sind außer in Meinerzhagen, wo die Lister mit ihren Nebengewässern weiterhin ein Schwerpunktbereich ist, auch in Halver und Schalksmühle entsprechende Maßnahmen durchgeführt worden. Die Untere Landschaftsbehörde freut es besonders, wenn hierdurch – wie jetzt im Listertal geschehen – auch in Naturschutzgebieten gelegene Bereiche ökologisch aufgewertet werden können. ▪ pmk

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