Ausbildung funktioniert auch in der Pandemie

Feuerwehr bildet Nachwuchs auch in der Corona-Zeit aus - online

Auch das theoretische Wissen ist wichtig, damit es nicht zu trocken wird, „rücken“ beim Online-Grundlehrgang auch mal Playmobilfiguren aus. So wird das Einsatzgeschehen veranschaulicht.
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Auch das theoretische Wissen ist wichtig. Damit es nicht zu trocken wird, „rücken“ beim Online-Grundlehrgang auch mal Playmobilfiguren aus. So wird das Einsatzgeschehen veranschaulicht.

Normalerweise rollen sie Schläuche, richten Strahlrohre auf imaginäre Brände und lernen das technische Equipment der Feuerwehr kennen. Normalerweise üben sie die Handgriffe, mit denen sie später vielleicht einmal Leben retten können.

Meinerzhagen – Doch Corona bremst aus, das gilt auch für die Aktivitäten der Meinerzhagener Jugendfeuerwehr, die bereits seit Monaten ruhen, zumindest für die meisten. Denn auch während der Pandemie setzt die Feuerwehr auf die Ausbildung ihrer Nachwuchskräfte. Daher startete jetzt der Grundlehrgang für angehende Feuerwehrmänner und -frauen – online.

Keine Übungen

Wenn sie gebraucht werden, sind sie da. Daran hat auch die Pandemie nichts geändert. Und doch schränkt Corona auch die Feuerwehr ein. Übungen dürften beispielsweise gegenwärtig nicht stattfinden. Derzeit wird daher auch bei der Meinerzhagener Feuerwehr auf Video-Schulungen gesetzt, um trotz der schwierigen Bedingungen den hohen Ausbildungsstand zu halten. Und das gilt auch für den Nachwuchs.

Getroffen hat der Leiter der Jugendfeuerwehr Birger Schmidt „seine“ Jugendlichen zuletzt vor den Herbstferien. Da fand die letzte Übung statt, ehe die knapp 30 Jungen und Mädchen ihren „Dienst“ wieder einstellen mussten. Einen Stopp hatte es auch beim ersten Lockdown im Frühjahr gegeben. „Als dann im Sommer die Infektionszahlen runter gingen, durften wir auch wieder üben – in kleineren Gruppen und unter Einhaltung der Hygienevorschriften“, blickt Birger Schmidt zurück. Auch nach den Sommerferien ging es noch einige Wochen weiter – bis eben im Herbst die Zahlen wieder in die Höhe schnellten.

Großer Nachholbedarf

Normalerweise trifft sich der Feuerwehrnachwuchs alle zwei Wochen. Sollte das wieder möglich sein, werde einiges wiederholt und aufgearbeitet werden müssen, ist sich Birger Schmidt sicher: „Wenn man etwas eine lange Zeit nicht macht, dann ist man aus der Übung, das ist doch klar.“

Eine Sorge, die auch manche Vereine beschäftigt, hat der Jugendfeuerwehrwart indes nicht. „Ich glaube nicht, dass jemand das Interesse verliert und nicht mehr wiederkommt. Es freuen sich alle, wenn es wieder losgeht“, so seine Einschätzung. „Es gibt sogar jetzt während der Corona-Zeit Anfragen von Eltern und Kindern, die wissen möchten, wie es bei uns läuft“, freut sich Schmidt über das Interesse am ehrenamlichen Engagement und über neue Gesichter – wenn der Übungsbetrieb wieder aufgenommen werden kann.

Zumindest die älteren Jugendlichen treffen sich seit der vergangenen Woche wieder – virtuell. Für sie startete der Grundlehrgang – Voraussetzung, um später bei Einsätzen ausrücken zu können.

Übungsdienste im Löschzug

Bereits mit 17 Jahren dürfen die Jugendlichen der Jugendfeuerwehr dann auch an den Übungsdiensten der Löschzüge und -gruppen teilnehmen. „Da haben sie Gelegenheit, sich schon mal ein bissen reinzufinden“, sagt Stadtbrandinspektor Christian Bösinghaus.

Wer volljährig ist, darf auch zu Einsätzen ausrücken. Voraussetzung: der bestandene Feuerwehr-Grundlehrgang. Das sei auch der Grund, warum der Lehrgang jedes Jahr durchgeführt werde. „So hängt niemand in der Warteschleife“, ist auch der Leiter der Feuerwehr um die Nachwuchskräfte der Wehr bemüht.

Online-Meetings

Insgesamt 14 angehenden Feuerwehrmänner und -frauen wird bis zu den Ostferien feuerwehrtechnisches Know-how bei den wöchentlichen Online-Meetings vermittelt. Doch bei der Theorie bleibt es nicht. „Wir üben einen praktischen technischen Dienst aus, das muss natürlich auch in der Praxis vermittelt werden“, erklärt Christian Bösinghaus. Der praktische Teil der Ausbildung soll dann, so hoffen es alle Beteiligten, im Frühsommer erfolgen.

Drei Teilnehmer des Lehrgangs sind sogenannte Quereinsteiger, „sie haben als jüngere Erwachsene meist über Freunde oder Bekannte Kontakt zur Feuerwehr bekommen“, berichtet Bösinghaus. Alle anderen seien Mitglieder der Jugendfeuerwehr, was einmal mehr zeige, wie wichtig die Nachwuchsarbeit für die Freiwillige Feuerwehr sei. Daher hoffen sowohl Christian Bösinghaus als auch Birger Schmidt, dass auch alle anderen Jugendfeuerwehrmitglieder bald wieder mit theoretischem und praktischem Feuerwehrwissen vertraut gemacht werden können. „Je schneller, desto lieber“, lautet der Wunsch von Birger Schmidt, der zugleich aber auch genau weiß: Das Tempo gibt nach wie vor das Virus vor.

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