Feuerwehr weist auf Rauchmelder-Pflicht hin

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Ein kleines Gerät kann Leben retten. Stadtbrandinspektor Ulrich Blumenrath von der Meinerzhagener Feuerwehr weist daher darauf hin, dass Rauchmelder ab 2017 Pflicht sind und in jede Wohnung eingebaut werden müssen.

Meinerzhagen - „Er ist der billigste Lebensretter, den es gibt“, sagt Stadtbrandinspektor Ulrich Blumenrath.

Ab Januar 2017 sind Rauchmelder für alle Wohnungen und Wohnhäuser in Nordrhein-Westfalen, ebenso wie in fast allen Bundesländern, Pflicht. „Wer noch keinen Rauchmelder zu Hause hat, sollte unbedingt nachrüsten“, appelliert daher auch die heimische Feuerwehr.

Immer noch sterbe durchschnittlich jeden Tag ein Mensch bei einem Brand, in den meisten Fällen an einer Rauchgasvergiftung in den eigenen vier Wänden, informiert der Deutsche Feuerwehrverband in einem Flyer, der auch im Meinerzhagener Rathaus oder bei den Löschzügen erhältlich ist.

Rauch sei die größte Gefahr bei einem Wohnungsbrand – nicht die Flammen. „Rauchgas kann man nicht riechen und nicht schmecken“, warnt auch der stellvertretende Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Meinerzhagen Ulrich Blumenrath und weist in diesem Zusammenhang auch auf die Gefahr während der beginnenden Kerzenzeit hin: „Gefährlich werden kann es beispielsweise, wenn Kerzen vor dem Zubettgehen nicht richtig ausgepustet werden“, so Ulrich Blumenrath. Entzünde sich eine Kerze und entfache einen Brand, entstehe die Gefahr – vor allem nachts. Der schrille Piepston des Rauchmelders signalisiere, dass sich Rauch entwickle. Eine eingebaute Fotozelle überwache dabei den Raum und könne „sehen“, wenn die Luft „dick“ wird und sich Rauch entwickelt.

Wie wichtig Rauchmelder sind, zeigte sich erst kürzlich bei einem Brand in Windebruch. Durch einen Kaminbrand hatte auch die Dämmung einer Wohnzimmerwand angefangen zu brennen. Der Rauchmelder schlug schließlich Alarm und die Hausbewohner konnten rechtzeitig die Feuerwehr rufen. „Eine Stunde später hätte es eine Katastrophe geben können“, ist Ulrich Blumenrath froh, dass die Feuerwehr in diesem Fall auch dank des Rauchmelders Schlimmeres verhindern konnte.

Durchaus hätten in der Vergangenheit auch andere Brände „kleiner gehalten“ werden können, wenn Rauchmelder installiert gewesen wären, so Blumenrath

Die Rauchmelderpflicht sieht vor, dass Wohnungseigentümer die Geräte kaufen und in Schlafzimmern, Kinderzimmern und Fluren installieren müssen. Mieter müssen den Einbau der Warnmelder tolerieren.

Die Meinerzhagener Baugesellschaft als größter Vermieter in der Volmestadt hat bereits alle Wohnungen mit den Warngeräten ausgestattet, wie Petra Ronge von der technischen Abteilung berichtet. Die Wartung werde von einer Fachfirma durchgeführt.

Die meisten Rauchmelder sind batteriebetrieben, per Kabel oder Funk können Geräte auch untereinander vernetzt werden. Bei einem Kauf sollte unbedingt auf das Prüfzeichen geachtet werden, empfiehlt die Feuerwehr.

Der Einbau eines Melders sei nicht teuer, so Ulrich Blumenrath. Kontrollen würden allerdings auch mit Einführung der Pflicht nicht durchgeführt. Die Feuerwehr hoffe daher, dass sich die Bürger der Gefahr, die durch Brandrauch entstehe, bewusst sei. Schließlich enthalte der Rauch so viele Giftstoffe, dass bereits das Einatmen einer Lungenfüllung mit Brandrauch schwerwiegende Folgen haben könne. „Vier, fünf Atemzüge können tödlich sein“, warnt der stellvertretende Meinerzhagener Feuerwehrchef.

Sollte übrigens die Feuerwehr alarmiert werden, weil etwa in der Nachbarwohnung ein Rauchmelder ertönt und sich der Einsatz später als Fehlalarm herausstellen, muss laut den Ministerien niemand befürchten, dass die Feuerwehren Kosten für den Einsatz erheben.

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