Feuerwehr-Nachwuchs löscht „Waldbrand“

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Im Ebbe löschten die jungen Feuerwehrleute einen imaginären Waldbrand. Unterstützung erhielten sie dabei von ihren Kollegen aus Herscheid.

MEINERZHAGEN ▪ Wenig Schlaf, viel Arbeit: So ließe sich das vergangene Wochenende für 20 Kinder und Jugendliche der Jugendfeuerwehr Meinerzhagen zusammenfassen, wäre da nicht auch noch sehr viel Spaß im Spiel gewesen.

Sie erlebten bei einem „Berufsfeuerwehr-Wochenende“ 24 Stunden lang den Alltag eines professionellen Feuerwehrmanns und wurden sogar in der Nacht zwei mal durch den Gong des Gerätehauses in Valbert aus dem Schlaf gerissen, wo sie ihr Quartier eingerichtet hatten.

Nach Mitternacht rückte der Feuerwehr-Nachwuchs zu einem Verkehrsunfall im Ebbe aus. Hier fanden die jungen Einsatzkräfte eine nachgestellte Unfallszene mit einer eingeklemmten Person und zwei weiteren Verletzten vor. Schere und Spreizer kamen aber nicht zum Einsatz – der Umgang mit den hydraulischen Geräten steht bei der Jugendfeuerwehr noch nicht auf dem Plan. Stattdessen ging es darum, die Verletzten zu bergen, die Unfallstelle großflächig auszuleuchten und eine Öllache abzustreuen.

Der Samstag hatte für die Zwölf- bis 17-Jährigen schon einige Herausforderungen bereitgehalten, dafür hatten die Organisatoren Jens Sauer, Simon Trambacz, Mark Sikora, Sarah Hacker und sechs weitere Betreuer gesorgt. Eine Gruppe rettete einen „Ertrinkenden“ aus dem alten Freibad in Valbert und probte dabei den Gebrauch der signalroten Überlebensanzüge, die die Körpertemperatur auch bei extrem niedrigen Wassertemperaturen erhalten und starken Auftrieb haben.

Die zweite Gruppe wurde in den Wald gerufen, wo sie eine verschüttete Puppe aus einem Holzstapel rettete. Hier galt es zudem, einen geeigneten Hubschrauberlandeplatz zu finden, diesen abzusperren und auszuleuchten. Um den 24-Stunden-Dienst so realistisch wie möglich zu gestalten, gab’s für jede der beiden Gruppen zudem einen Fehlalarm. Am Samstagabend rückten die Jugendlichen schließlich zu einem angenommenen Waldbrand nahe der Nordhelle aus. Bei dieser Gelegenheit probten sie die Zusammenarbeit mit einem weiteren Löschzug: Auch die Jugendfeuerwehr Herscheid unter Leitung von Daniel Winkelmeier, Stefan Lienenkämper und Lisa Vedder beteiligte sich.

Während die Meinerzhagener die Wasserversorgung sicherstellten und das Wasser mit Hilfe von zwei Pumpen aus einem Naturteich einen langen steilen Berg hinaufbeförderten, kümmerten sich die Herscheider um den Löschangriff auf das imaginäre Flammenmeer und wurden dabei schließlich auch von den Meinerzhagenern unterstützt. Zuletzt sprühte das Wasser aus neun C-Rohren und einem größeren B-Rohr – insgesamt 1300 Liter Teichwasser wurden mit Pumpenkraft den Berg hinaufbefördert. Nach diesem Erfolgserlebnis stand zunächst eine unbeliebte Fleißarbeit an: Schläuche aufrollen, alles wieder einpacken. Bei hochsommerlichen Temperaturen kamen dabei alle gut ins Schwitzen. Der Abend versprach aber eine gelungene Entschädigung: Als die vier Feuerwehrfahrzeuge wieder auf den Parkplatz vor dem Gerätehaus an der Ihnestraße einbogen, lag dort bereits der Duft von Grillfleisch in der Luft, mit einer schönen Grillparty klang der Tag aus. Wer sich für die Aktivitäten in der Jugendfeuerwehr interessiert, kann sich unter (0160) 99 18 34 66 bei Jens Sauer melden, die Treffen finden jeden zweiten Mittwoch zwischen 17.30 und 20.30 Uhr an wechselnden Orten in den Gerätehäusern im Stadtgebiet statt. ▪ ps

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