Feuerwehr-Bilanz

Viel Arbeit für die Feuerwehr: 201 Einsätze im Jahr 2015

Meinerzhagen - Der Januar entwickelt sich für die Feuerwehr Meinerzhagen zu einem sprichwörtlich heißen Monat – das beweist nicht nur der Lkw-Unfall an der Autobahnabfahrt am Freitagmorgen, sondern auch ein Blick in die Vorjahresbilanz, die jetzt Stadtbrandinspektor Thomas Decker und sein Stellvertreter Ulrich Blumenrath vorstellten.

Der Brand in der Firma Mourmaux in Hunswinkel am 13. Januar 2015 war zweifellos der außergewöhnlichste Einsatz, den die heimische Wehr im vergangenen Jahr leisten musste. „Ich glaube, es gibt kaum einen Kameraden, den dieser Brand nicht Tage danach noch beschäftigt hat“, sagt Thomas Decker, dessen Kameraden zwölf Tage zuvor noch zu einer brennenden Dachgeschosswohnung am Löher Weg ausrücken mussten. Es sollte der Auftakt zu einem Jahr sein, in dem die einzelnen Löschzüge insgesamt 201 Einsätze fahren würden: Neben Bränden (53) und technischen Hilfeleistungen (40), forderten vor allem Unfalleinsätze (24), ausgelaufene Ölspuren (31) sowie Wasser-, Sturm und Unwetterschäden (24) die Wehrleute (siehe Info-Grafik).

Die Einsätze der Feuerwehr Meinerzhagen im Detail.

Damit hat die Einsatzzahl nach dem niedrigen Wert 2014 (176) wieder ein gewohntes Niveau erreicht, wie Thomas Decker erklärt: „Wir pendeln eigentlich immer zwischen 200 und 220.“ Belastend ist jeder Einsatz für die ehrenamtlichen Kräfte zweifellos – nicht zuletzt, wenn Menschen zu bergen sind, wie am 11. März 2015, als auf der A 45 gleich vier Lastwagen in einen Unfall verwickelt und zwei Fahrer in ihren Führerkabinen eingeklemmt waren.

Insbesondere körperlich fordernd sind Einsätze, bei denen immobile Personen aus ihrer Wohnung transportiert werden müssen und die in der Rubrik „Technische Hilfeleistung“ aufgelistet sind: So hätten 15 Wehrleute erst vor Kurzem eine 250 Kilogramm schwere Person durch ein Treppenhaus zu einem speziellen Rettungswagen transportieren müssen. „So etwas kommt leider immer häufiger vor“, sagt Thomas Decker.

Ölspuren-Aufträge ärgern die Wehrleitung

Dass aber auch die Beseitigung von Ölspuren die Ressourcen der Feuerwehr weiter belastet, stört Decker und Blumenrath durchaus. „Da hätte man im Zuge des neuen BHKG (Anm. d. Red.: Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz) neu ordnen können, hat das aber versäumt“, kritisiert der Stadtbrandinspektor. Während der Einsatz bei Verkehrsunfällen zum gewohnten Repertoire der Wehr zählt, wünscht sich Thomas Decker, dass die Beseitigung der übrigen Ölspuren, die nicht auf einen Unfall zurückzuführen sind, anderweitig entfernt werden. Schließlich verfügt die Feuerwehr Meinerzhagen über begrenztes Personal: „Vor allem am Tag bereitet die Verfügbarkeit von Einsatzkräften Probleme“, schreibt Decker in seiner Bilanz des Jahres 2015. Umso dankbarer ist er all jenen Arbeitgebern, die manche Abwesenheit ihrer angestellten Feuerwehrleute in Kauf nehmen müssen. „Mit der Akzeptanz können wir sehr zufrieden sein.“

194 Wehrleute im aktiven Dienst

Immerhin: Im Vergleich zum Vorjahr legte die Feuerwehr personell zu – wenn auch nur minimal: Im Jahr 2015 waren in den vier Löschzügen 194 Einsatzkräfte aktiv. Die Prognose sieht für das Jahr 2020 allerdings düster aus: Dann rechnet die Wehrleitung mit nur noch 171 Männern und Frauen im aktiven Dienst. „Durch die Vorverlegung der Grundausbildung, die schon 16- und 17-jährige Jugendfeuerwehrleute absolvieren können, gewinnen wir aber anderthalb Jahre. Wer mit 18 Jahren in den aktiven Dienst wechselt, hat diese Ausbildung dann schon absolviert“, kündigt Ulrich Blumenrath eine organisatorische Neuerung an, die die Nachwuchskräfte – etwa 40 zählt die Jugendfeuerwehr – zusätzlich motivieren soll. „Das ist natürlich nicht immer leicht: Im Fußballverein hat man am Wochenende Spiele. Dort hat man ein Erfolgserlebnis. Das ist bei der Feuerwehr schwer“, so Blumenrath. Thomas Decker ärgert dabei, dass ein versicherungsrechtlich abgesicherter Einsatz 16- oder 17-Jähriger nicht möglich sei: „Eine Ausbildung zum Dachdecker dürfen die in dem Alter machen – aber eine Feuerwehrleiter dürfen sie nicht besteigen.“

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