Feuerwehr

Nur noch mit Mundschutz im Einsatz

+
Mit Mund-Nasen-Maske rücken die Feuerwehrmänner und -frauen bei jedem Einsatz aus. Der Schutz gehört seit Beginn der Corona-Pandemie zur Ausrüstung.

Meinerzhagen - Atemschutzmasken sind unerlässliche Ausrüstungsgegenstände für die Feuerwehr – genauso wie Helm und Handschuhe. Seit Ausbruch des Corona-Virus gehören aber auch andere Masken zur üblichen Montur: der Mund-Nasen-Schutz.

Wenn die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Meinerzhagen zum Einsatz ausrücken, tragen sie einen Mund-Nasen-Schutz. „Die Masken zählen mittlerweile zur erweiterten persönlichen Schutzausrüstung wie Jacken, Hosen und Stiefel“, erklärt Stadtbrandinspektor Christian Bösinghaus. Die Dienstanweisung bestehe seit Beginn der Pandemie und basiere auf der Corona-Schutzverordnung.

Maskenpflicht gilt

Der Hintergrund ist plausibel erklärt: „Corona ist nach wie vor da, auch wenn das Virus für den einen oder anderen inzwischen manchmal etwas in den Hintergrund rückt. Der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern gilt immer noch, und diesen können wir während eines Einsatzes nicht immer einhalten, auch während der Fahrt in den Einsatzfahrzeugen funktioniert das natürlich nicht“, beschreibt der Meinerzhagener Feuerwehrchef. Was die Helfer erwarte, sei vor Eintreffen an der Einsatzstelle selten absehbar. Daher gilt grundsätzlich Maskenpflicht – und das schon beim Eintreffen im Gerätehaus.

Masken sind personalisiert

Um den Schutz gewährleisten zu können, seien personalisierte Masken zur Verfügung gestellt worden. „Jeder ist für seinen Mund-Nasen-Schutz verantwortlich, auch dafür, dass er gewaschen wird.“ Dann müsse eine Ersatzmaske da sein, von denen ebenfalls einige angeschafft worden seien. „Die Masken sind inzwischen selbstverständlich geworden.“

Wochenlang keine Übungsdienste

Genauso selbstverständlich ist es, dass im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Daher seien die regelmäßigen Übungen für die Feuerwehr wichtig, sagt Christian Bösinghaus. Wochenlang waren sie jedoch nicht möglich. Sämtliche Übungsdienste waren aus Sicherheitsgründen eingestellt worden, um die Zahl der Kontakte auf ein Minimum zu beschränken und die Chance zu erhöhen, einsatzfähig zu bleiben. Eine Covid-19-Erkrankung eines Feuerwehrmannes hätte im schlimmsten Fall auch für einen gesamten Löschzug Folgen haben können. Eine Feuerwehr unter Quarantäne – daran mag auch in Meinerzhagen niemand denken.

Training inzwischen wieder möglich

Inzwischen sind mit den allgemeinen Lockerungen jedoch auch wieder Übungen möglich – zumindest im kleinen Rahmen. Darüber ist der Stadtbrandinspektor froh. Es sei einfach wichtig „im Handling“ zu bleiben, betont Christian Bösinghaus. „Wer schon einmal nachts um zwei geweckt wurde, der weiß, wie das ist, wenn man aus dem Schlaf gerissen wird. Aber auch dann muss bei uns jeder Handgriff sitzen.“ Ein Feuerwehrmann, sagt Bösinghaus, müsse seine Arbeit quasi im Schlaf beherrschen und eben zu jeder Tages- und Nachzeit einsatzbereit sein. Daher sei es wichtig, alles aus dem Effeff zu beherrschen. „Daher wiederholen wir die Handgriffe bei den Übungen eben immer wieder.“

Trainiert wird seit Juni

Seit Juni wird daher auch bei der Meinerzhagener Feuerwehr wieder „trainiert“ – allerdings in kleinen Gruppen. Man halte sich dabei an die Vorgaben, die für den öffentlichen Raum gelten. Jeweils zehn Feuerwehrmänner- und -frauen absolvieren daher einzelne Übungsdienste. Diese Zahl passe auch zufällig sehr gut, da ausgerechnet mit der Zahl neun auch eine taktische Grundgröße vorgegeben werde. Auch ein Löschfahrzeug könne mit neun Einsatzkräften besetzt werden. Mit dem Ausbilder als zehnte Person sei eine Übung auf dieser Basis daher effektiv.

Zeitversetzte Übungen

Mit Mund-Nasen-Maske rücken die Feuerwehrmänner und -frauen bei jedem Einsatz aus. Der Schutz gehört seit Beginn der Corona-Pandemie zur Ausrüstung.

Um Kontakte dennoch so weit wie möglich zu reduzieren, werde zeitversetzt geübt, damit die einzelnen Gruppen in den Gerätehäusern nicht aufeinandertreffen. Sicherheit geht vor bei der Feuerwehr – das gilt auch in der Corona-Zeit. Daher wurde für alle Einheiten auch ein Hygienekonzept entwickelt. Dies sieht vor, dass Fahrzeuge und Ausrüstung nach jedem Gebrauch desinfiziert werden – also nach jedem Einsatz und nach jeder Übung. „Das ist schon alles sehr aufwendig“, weiß Christian Bösinghaus, bezeichnet die Vorsorge als Teil der Gefahrenabwehr gleichzeitig aber auch als unerlässlich. „Wir wollen auf Nummer sicher gehen, gleichzeitig auch eine Vorbildfunktion wahrnehmen“, so der Feuerwehr-Chef, der davor warnt, bei der Eindämmung des Virus und der Einhaltung der Reglen nachlässig zu werden.

Ausbildung sehr wichtig

Genauso wichtig wie Übungen ist für die Feuerwehr die Ausbildung. Seit Anfang März dieses Jahres ruhten auch sie. Bis jetzt. An diesem Wochenende würde nun „auf Stadtebene“ der Grundlehrgang für angehende Einsatzkräfte abgeschlossen. Auch hier werde mit den etwa 25 Teilnehmern alles Nötige in Kleinstgruppen durchgeführt, erläutert der Wehrleiter. Das gelte beispielsweise auch für die Verpflegung. „Früher gab es die große Schnitzelplatte, von der jeder zugreifen konnte. Heute bekommt jeder seine einzeln verpackte Portion.“ Seit Juli würden auch auf Kreisebene Lehrgänge durchgeführt. „Hier gilt das gleiche Konzept“, sagt der Meinerzhagener Wehrleiter. „Die größtmögliche Abstandswahrung ist das A und O.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare