Aus dem Ruhestand zurück zum Einsatz

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Der aktive Dienst hat ihn wieder. Hauptbrandmeister Reinhard Schmidt rückt nach rund achtmonatigem „Ruhestand“ wieder aus, wenn für den Löschzug Valbert die Sirene geht.

Meinerzhagen - Eigentlich hatte Reinhard Schmidt Feuerwehrhelm und Einsatzjacke an den Nagel gehängt. Vor acht Monaten wurde der fast 64-Jährige in den Feuerwehrruhestand verabschiedet.

Eigentlich. Denn seit Kurzem ist der Valberter wieder „im Dienst“, hängt an die 41 Feuerwehr-Jahre noch einige Zeit dran. Der Grund: Das Höchstalter im Einsatzdienst wurde auf 67 Jahre aufgestockt.

Bereits seit Jahren bemühen sich die Verantwortlichen auf Landes- und Bundesebene, mehr ehrenamtliche Einsatzkräfte zu gewinnen. Seit Mai dieses Jahres ist nun die neue Landesverordnung Freiwillige Feuerwehr (VOFF) in Kraft. Diese beinhaltet in vielen Bereichen Chancen, die Zukunft der ehrenamtlichen Feuerwehr zu sichern. So ist beispielsweise in die bisherige Struktur der Wehr neben der Kinder- und der Jugendfeuerwehr, der Einsatz- und der Ehrenabteilung, die Unterstützerabteilung eingefügt worden. Wer hier aktiv wird, benötigt keine detaillierten Kenntnisse der Brandbekämpfung und des Einsatzdienstes. Klassische Beispiele hierbei sind unter anderem die Mitgliederwerbung oder der Bereich Verpflegung. Eine Altersuntergrenze oder -obergrenze gibt es nicht.

Eine weitere Neuerung ist die Aufstockung des Höchstalters im Einsatzdienst auf 67 Jahre. Und diese Regelung hat auch bei der heimischen Wehr Auswirkungen. Für Reinhard Schmidt bedeutet sie, dass er wieder ins Gerätehaus eilt, sobald die Sirene für den Löschzug Valbert heult, und dass der sein technisches Fachwissen weiterhin auch an jüngere Kollegen weitergeben kann. „Nachdem mich der Stadtbrandinspektor angesprochen hat, habe ich mich mit meiner Frau unterhalten und danach zugesagt“, berichtet der Hauptbrandmeister, der für acht Monate der Alters- und Ehrenabteilung angehörte.

„Ich freue mich, den Kameraden Schmidt wieder für den aktiven Dienst zurückgewonnen zu haben. Das wird allerdings für die Zukunft nicht der Regelfall sein“, sagt Stadtbrandinspektor Thomas Decker im Gespräch mit der MZ. Im Hinblick auf die weiteren Anstrengungen zum Erhalt und Ausbau der Mitgliederstärke stellt er fest: „Letztendlich wird es wichtig sein, durch die Jugendfeuerwehr für den Nachwuchs zu sorgen, aber auch vermehrt in den Altersbereichen zwischen 30 und 60 Jahren Menschen für die Feuerwehr zu mobilisieren.“

Ebenso wie in den meisten kleineren Städten und Gemeinden in NRW, sichert auch in Meinerzhagen den Brand- und Katastrophenschutz die Freiwillige Feuerwehr. Hier leisten rund 200 Frauen und Männer freiwillig und unentgeltlich ihren Dienst. Wäre dem nicht so, müsste sich die Stadt um die Einrichtung einer Pflichtfeuerwehr bemühen. „Zur Pflichtfeuerwehr können alle Einwohnerinnen und Einwohner vom vollendeten 18. bis zum vollendeten 60. Lebensjahr herangezogen werden, falls die Heranziehung nicht aus einem wichtigen Grund abgelehnt werden kann“, heißt es im Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz.

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