Gas-Explosion: "Das will man nicht erleben"

+

Meinerzhagen - Wenn es im Hausflur plötzlich unangenehm riecht, ist der Schreck groß. Austretendes Gas kann gefährlich sein - doch in Panik braucht niemand zu verfallen. Tipps für den "Fall der Fälle".

Was geschieht bei austretendem Gas? Wie kann ein brennendes Leck gelöscht werden? Die Feuerwehr Meinerzhagen ist für diese Art von Einsätzen nun besser geschult denn je. 

16 Wehrleute machten sich jetzt auf den Weg nach Essen, um am dortigen Gas- und Wärme-Institut an einem umfangreichen Schulungstag zum Thema Erdgas teilzunehmen. „Diese Schulungen sind immer sehr kostenintensiv und wir hätten sie ohne finanzielle Hilfe sicher nicht so stemmen können“, sagt Christian Bösinghaus, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Meinerzhagen. Umso mehr freute er sich über das Sponsoring der Stadtwerke Meinerzhagen, die „qua Amt“ erster Ansprechpartner in Sachen Erdgas sind. 

„Im Rahmen von Einsätzen haben wir ja immer wieder Kontakt – und so kam die Idee für diese Schulung zustande“, erinnert sich Bösinghaus an erste Gespräche mit Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Berkenkopf zu diesem Thema. 

Schulung in Theorie und Praxis

Mit circa 2000 Euro unterstützte der heimische Energieversorger die Schulung der Wehrleute, die begeistert aus Essen zurückkehrten, wie Bösinghaus berichtet. Denn was dort sichtbar wurde, war in Meinerzhagen bislang – zum Glück – noch nicht in der Praxis erlebbar. Da geht es zumeist, wie im vergangenen Jahr an der Leye, um Absicherung und Evakuierung, während die Stadtwerke „abschiebern“, das defekte Teilstück der Gasleitung also sperren. 

16 Wehrleute nahmen an der Schulung in Essen teil.

In Essen ging es für die 16 Wehrleute nun aber zunächst um Theorie. Diplom-Ingenieur Wolfgang Rott informierte zunächst über die chemischen Eigenschaften von „erd- und artverwandten Gasen“, über kritische Temperaturen und Explosionsbereiche. Aber auch die Gasanlagen in Fahrzeugen und Häusern sowie der Gastransport bis zum Endverbraucher waren Themen – schließlich kommt es gerade in diesem Bereich zu Einsätzen, etwa, wenn Bagger Leitungen beschädigen. 

Doch es ging auch sprichwörtlich „heiß“ zur Sache. Im Praxisteil ließ der Dozent etwa Erdgas mit bis zu vier Bar Druck entweichen, um den entstehenden Lärmpegel und den charakteristischen Geruch im Freien zu demonstrieren. Und auch eine kontrollierte Entzündung sowie das Durchbrennen einer Kunststoffleitung standen auf dem Programm. 

Als besonders lehrreich werteten die Teilnehmer den Abschluss des Übungstages, als ein Gebäude mit Gas befüllt und in Brand gesetzt wurde. „Die Verpuffung und den Feuerball zu erleben, ist etwas, was dort eindrucksvoll war, was man in der Realität aber gerne nicht erleben will“, sagt Christian Bösinghaus.

Vier Regeln bei Gasgeruch

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfachs hat Ratschläge veröffentlicht, die Hausbewohner bei Gasgeruch beachten sollten:

  • Lüften! Riecht es nach Gas, ist offenes Feuer tabu. Also Zigaretten aus, kein Feuerzeug und keine Streichhölzer benutzen! Auch an elektrischen Geräten können Funken entstehen. Deshalb: Licht- und Geräteschalter nicht mehr betätigen, keine Stecker aus der Steckdose ziehen. Und kein Telefon oder Handy im Haus benutzen!
  • Fenster auf! Frische Luft senkt die Gaskonzentration im Raum. Wenn möglich für Durchzug sorgen. Wichtig: Auf keinen Fall die Dunstabzugshaube oder einen Ventilator einschalten – Funkenbildung! 
  • Gashahn zu! Absperreinrichtungen der Gasleitungen schließen. . Mitbewohner warnen – wichtig: klopfen, nicht klingeln – und schnellstmöglich das Haus verlassen.
  • Hilfe holen! Den Bereitschaftsdienst der Stadtwerke Meinerzhagen (Tel. 02354-928040) anrufen. Wer die Nummer des Gasversorgers nicht eingespeichert hat, benachrichtigt die Feuerwehr. Wichtig: Auch am Telefon können Funken entstehen. Also nur von außerhalb anrufen!

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare