Feuerwehr löscht Abraum

Qualm gesichtet – Einsatz im Wald

Die Feuerwehr rückte zu einem Waldbrand an der Landesstraße 707. Abraum war hier verbrannt worden.
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Die Feuerwehr rückte zu einem Waldbrand an der Landesstraße 707. Abraum war hier verbrannt worden.

Wenn ein Waldbrand gemeldet wird, schrillen bei der Feuerwehr alle Alarmglocken. Zu frisch sind die Bilder aus Gummersbach und Altena, wo sich die Flammen auf großen Waldflächen ausbreiteten und Einsatzkräfte aus der ganzen Region zusammengezogen wurden, um zu löschen.

Meinerzhagen – In Meinerzhagen rückten die Einsatzkräfte der Wehr aus, um in einem Waldstück zwischen Eseloh und Wilkenberg einzugreifen. Doch für dieses „Feuer“ gab es für den Tag zuvor sogar eine Genehmigung.

Verbrennen nach Anmeldung erlaubt

Rückblick: Weil der Besitzer des Privatwaldes Abraum verbrennen wollte, der bei Fällarbeiten am Boden liegen geblieben war, hatte er diese Maßnahme zuvor mit dem Ordnungsamt abgestimmt. Auch Polizei und Feuerwehr seien informiert gewesen, heißt es aus dem Rathaus. Das ist auch das übliche Vorgehen in einem solchen Fall. „An Werktagen zwischen 8 und 16 Uhr ist das Verbrennen von Abraum nach vorherigem Einholen einer Genehmigung möglich“, erläutert Thomas Decker vom Ordnungsamt.

Am besagten Tag seien noch um 16.30 Uhr sowohl die Feuerwehr als auch Polizei, Ordnungsamt und Wald-Eigentümer vor Ort gewesen, um die Situation zu beurteilen. Einhellige Meinung sei gewesen, dass keine weiteren Maßnahmen nötig seien. Doch einen Tag später kam es erneut zu einer Rauchentwicklung auf dieser Fläche, weshalb die Feuerwehr alarmiert wurde. Die löschte nach – eine Gefahr habe nicht bestanden, wurde mitgeteilt.

Tonnenweise Abraum

Dennoch ist die generelle Brandgefahr nicht zu unterschätzen. Das weiß auch der Landesbetrieb Wald und Holz.NRW, zuständig für den heimischen Staatswald. In vielen Gebieten auch im Ebbe wurden vom Borkenkäfer befallene Fichten gefällt, tonnenweise Abraum blieb nach dem Abtransport der Bäume liegen. Diese kleineren Äste und Rindenstücke sind relativ leicht entzündlich – eine echte Gefahrenquelle.

„Waldbrände gefährden Lebensräume für Tiere und Pflanzen, Erholungszonen für Kinder, Jugendliche, Erwachsene. Dabei haben nur fünf Prozent natürliche Ursachen wie Blitzschlag. Zum Schutz der Wälder ist ein gemeinsames Handeln von Waldbesuchern, Autofahrern, Forst- und Feuerwehrleuten gefordert“, appellieren die Experten des Landesbetriebes auch an die Waldbesucher. Entscheidend sei dabei, sich der Gefährdung bewusst zu sein und sich vorsichtig zu verhalten. „Leider Gottes ist das mit Verzicht auf Rauchen, Grillen und Feuern verbunden“, sagt Alfred Edelhoff, Experte für forstliche Gefahrenabwehr bei Wald und Holz NRW.

Waldbesucher sind eine Hilfe

Besucher sind aber weiter willkommen im Wald: „Ausgestattet mit Mobiltelefonen, sind mit ihrer Hilfe die Meldezeiten heute enorm verkürzt. Es gilt, wenn Sie zum Beispiel als Waldbesucher, Biker, Autofahrer unterwegs sind und Rauch oder Flammen im Wald bemerken, wählen Sie die 112“, ruft der Landesbetrieb zur Mithilfe auf. Im Einsatz unterstützen die heimischen Forstleute laut Wald und Holz übrigens die Feuerwehren mit ihrer Ortskenntnis. „Langfristig arbeiten die Försterinnen und Förster von Wald und Holz.NRW daran, klimastabile Mischwälder zu entwickeln, die durch eingemischte Laubbäume auch die Waldbrandgefahr mindern. Hauptmotivation ist dabei die Vitalität der Wälder im Klimawandel; die Waldbrandvorsorge ist ein Teilaspekt davon. So sind reine Nadelwälder, insbesondere mit Kiefern, besonders gefährdet. Die relativ hohe Sonneneinstrahlung lässt am Boden liegendes Geäst ausdorren. Die ätherischen Öle in den Nadeln und der Rinde sind leicht brennbar“, erläutern die Forst-Experten.

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